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Wer wir sind

Tube & Berger im Steckbrief

»Wer wir sind« – der regelmäßige Steckbrief. Diesmal stellen wir euch Tube & Berger aus Solingen vor.
Geschrieben am
Herkunft Solingen
Genre Deep House. Aber eigentlich musikalisch »irgendwie zwischen den Stühlen«, so das Duo.
Mitglieder 2
Besondere Vorkommnisse Ihre ersten großen Erfolge feierten die Deutschen mit »Gradeaus / Straight Ahead« nicht etwa auf dem europäischen Festland, sondern in den USA und dem Vereinigten Königreich.
Aktuelles Album »We Are All Stars« (Embassy Of Music / Warner / VÖ 19.05.17) Auf Tour vom 08.06. bis 16.07.  

In eurer offiziellen Biografie heißt es, dass eure Musikkarriere im Schulbus anfing. Wie hat man sich das vorzustellen?
Wir haben uns im Schulbus das erste Mal getroffen und schnell erkannt, dass wir gemeinsame Interessen haben: Bier, Mädchen, Musik und so was. Wir haben dann relativ schnell unsere erste Band gegründet und uns wie echte Punkrocker gefühlt.

Seit euren Anfängen ist allerdings einige Zeit vergangen, in der ihr große Erfolge verzeichnen konntet. Wie würdet ihr diese circa 15 Jahre rückblickend in eurer (musikalischen) Entwicklung beschreiben?

Es war eine kleine Achterbahnfahrt mit vielen Ups und auch ein paar Downs. Wir haben viel gelacht, gestritten, gefeiert und philosophiert. Es gab oft Momente, in denen wir gedacht haben, das glaubt uns zu Hause doch keiner. Musikalisch haben wir immer mehr zu den Ursprüngen zurückgefunden und sehen uns mittlerweile mehr als Band statt als DJs. Wir hatten schon immer Bock auf Songwriting, Melodien, Gesang und generell auf organische Sounds. Kalter, böser Techno ist zwar manchmal geil, aber nicht wirklich unser Ding.

Ihr habt in der Vergangenheit mit Genrezuschreibungen wie »Deep House« gehadert. So liest man etwa viel davon, dass ihr euren Stil als »Boogie-House-Electro-Punk« bezeichnet. Ist das eine »Urban Legend«, oder ist es euch wichtig, musikalisch vielseitig zu bleiben und sich nicht auf einen Begriff festnageln zu lassen?

Eindeutig eine Urban Legend. So haben wir 2004 unseren Sound genannt, und das Internet scheint wirklich niemals etwas zu vergessen. Während des großen Minimal-Techno-Hypes haben wir uns nicht wohlgefühlt und waren sehr froh, als es nicht mehr verpönt war, Vocals und Melodien in Tracks einzubauen. Ein paar Jahre später hat dann jeder Deep House gemacht, und wir konnten diesen Hype plötzlich mitgestalten und teilweise sogar prägen, statt irgendetwas hinterherzurennen, was wir gar nicht können, geschweige denn fühlen. Auch als die Deep-House-Blase zur vollen Größe angewachsen war, haben wir uns nie als »Deep-House-Act« gesehen. Wir machen irgendwie immer etwas zwischen den Stühlen.

Seit eurem Debütalbum »Introlution« sind fünf Jahre ins Land gegangen, bald erscheint euer Nachfolger »We Are All Stars«. Haltet ihr es für wichtig, euch viel Zeit zur Erstellung eines Albums zu nehmen, oder war eine frühere Veröffentlichung bei all euren anderen Veröffentlichungen, Konzerten etc. zeitlich schlichtweg nicht möglich?

Es waren recht rasante fünf Jahre. Wir waren verdammt viel auf Tour, haben immer wieder Remixe und Singles gemacht und sind beide Vater geworden. Irgendwann letztes Jahr ist dann die Entscheidung gefallen, dass wir neues Material aufnehmen, und wir haben enorm viel Zeit im Studio verbracht. Theoretisch hatten wir Material für zwei Alben und mussten uns dann entscheiden, was gar nicht so einfach war.

Wie kann man sich den musikalischen Schaffensprozess vorstellen? Arbeitet ihr an allem gemeinsam, oder macht jeder sein Ding, ihr führt schlussendlich alles zusammen und überarbeitet es?

Beides ist möglich. Falls jemand einen Alleingang macht, sind die Qualitätsansprüche des jeweils anderen immer erstaunlich hoch. Ist vielleicht gar nicht so verkehrt, oder? Zuerst steht immer die Idee – inwieweit man Sounds oder Instrumente austauscht und verändert, ist erst mal zweitrangig. Den letzten Schliff machen wir immer zusammen. Das ist Gesetz!

In einem eurer neuen Songs, »ICMF« (kurz für »International Corporate Motherfuckers«), samt zugehörigem Video übt ihr Kritik an der derzeitigen politischen Lage der Welt – ein Aufruf zu Tanz und Anarchie?

Wir haben uns gedacht, es ist Zeit für einen Protestsong. Wenn Künstler ihren Senf zur Politik dazugeben, muss man ja meistens mit gefährlichem Halbwissen rechnen. Dass aber da draußen gerade etwas gewaltig schiefläuft, schnallt man ja sogar als Grundschüler. Unserer Meinung nach sieht es so aus: Riesige Konzerne regieren uns durch den Einsatz korrupter Fake-Politiker, die uns eiskalt ins Gesicht lügen. Jeden Tag. In der Vergangenheit haben sich Künstler immer für ein soziales Gleichgewicht und gegen beispielsweise Krieg und Machtmissbrauch der Eliten ausgesprochen, aber es ist recht ruhig da draußen geworden. Wir hatten einfach die Schnauze voll und haben das in Musik verpackt. Ein ICMF ist in erster Linie natürlich jemand, der wissentlich dieses Ungleichgewicht in der Welt fördert. Das sind in der Regel gerne mal Politiker, Banker, Topmanager und solche Vögel, aber auch der einfache kleine Mann, der zum Beispiel seinen Plastikmüll ins Meer kippt. In der westlichen Welt wird man in die ICMF-Matrix hineingeboren. Gerade als viel fliegender DJ denkt man sich oft: Verdammt, bin ich ‘ne Umweltsau! Erwischt! Also richtet sich dieser Protestsong sogar gegen uns selbst ...

Wie würdet ihr »We Are All Stars« im Gegensatz zu eurem ersten Album charakterisieren?

Während des Produktionsprozesses haben wir uns immer mehr vom Club und den Beatport Charts wegbewegt, wo wir ja quasi zu Hause waren. Wie schon erwähnt, haben wir immer mehr Spaß an Jam Sessions und Songwriting entwickelt. Tube & Bergers Adventures in Indie Electronica Pop, sozusagen. Man hat uns gesagt, »We Are All Stars« sei erwachsener und reifer. Hochwertiger und besser, aber auch Worte wie kommerzieller oder mainstreamiger sind gefallen. Wir sind der Meinung, wir haben viel mehr zu unserem Sound gefunden, ohne uns darum zu kümmern, was DJ XY darüber denkt. Die »We Are All Stars«-Journey war fantastisch, und wir haben ehrlich gesagt Bock, direkt noch ein Album hinterherzuschießen!

Tube & Berger

We Are All Stars

Release: 19.05.2017

℗ 2017 Embassy One under exclusive license from Kittball Records

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