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So war’s in Leipzig: Bassgetriebene Improvisation

Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra live

So müssen sich auch Jakob Dylan oder Kelly Osbourne fühlen: »Hey, das ist doch der Sohn/ die Tochter von...« - »Hey das ist doch die Zweitband von...«. Ja, Silver Mount Zion sind die Tochter von Godspeed You! Black Emperor, das aber nicht im Familienfluch-mäßigen Sinne. Vererbt wurde im Wesentlich das Gute. Daran sollst Du sie erkennen, heute im Leipziger UT Connewitz.
Geschrieben am

05.03.2014, Leipzig, UT Connewitz

 

Gut 400 Leute sind da und wispern sich bedeutungsvoll zu, wo sie die Band überall schon gesehen haben. Die Anzahl der Konzertbesuche wirkt wie ein Statussymbol, die Bands Silver Mount Zion und Godspeed You! Black Emperor verschwimmen zu einem Synonym. Zu recht und dann wieder nicht. Es ist ein netter Zufall, dass hier im UT Connewitz vor etwa sieben Monaten Godspeed You! Black Emperor an zwei aufeinander folgenden Abenden gespielt haben. Silver Mount Zion zeigen heute Abend, dass sie mehr sind als ein Abkömmling von... und ein Nebenprojekt.

Und doch stehen heute unverkennbar Efrim Menuck, Sophie Trudeau und Thierry Amar auf der Bühne. Und mit ihnen eine bestimmte Haltung gegenüber der Musik und ein Anspruch an die Musik. und da sind wir bei den nicht abstreitbaren Gemeinsamkeiten mit Godspeed You! Black Emperor: der kompromisslose Ernst, mit dem die Musik gespielt wird. Jeder der fünf Menschen auf der Bühne ist voll und ganz auf die Musik und das Zusammenspiel mit den Anderen konzentriert. Das könnte man so bei Godspeed You! Black Emperor erleben und war auch bei Silver Mount Zion nicht anders zu erwarten. Neu sind aber die epischen Improvisationen. Klingt wie ein Witz? Neu sind sie aber auch nur, weil sie in ihrer epischen Länge und mit ihrer sphärischen Stimmung fehlen. Es gibt sie, aber treibender, lauter und kraftvoller. Beim Titelstück des aktuellen Albums »Fuck Off Get Free We Pour Light On« weiten sich die schweren Anfangsakkorde zu einem donnernden vom Bass bestimmten Zwischenteil aus, der erst nach Minuten zum Albumtrack zurückfindet. Auch »What We Loved Was Not Enough« bekommt durch rhythmische Geigen-Soli eine ganz neue Richtung.

 

Durch diese freie Improvisation lösen sich Silver Mount Zion zeitweise von den Liedern der Alben. Bei Godspeed You! Black Emperor hätte es das wohl nicht ganz so gegeben. Da sind die Improvisationen bereits in den Alben angelegt. Bei Silver Mount Zion aber wirken die Lieder auf den Alben fast arrangiert, im Vergleich zu dem, was sie heute hier spielen. Rockig und vom Schlagzeug getrieben sind die Ausflüge in die Improvisation, der Gesang wirkt viel unmittelbarer als jede Aufnahme, wenn man Efrim beim souverän-lässigen Klagen zuschaut.

 

So sehen wir ein Konzert, das überraschend- und beeindruckenderweise genau da die Musik freier wirken lässt, wo sie eigentlich Song orientierter ist. Silver Mount Zion haben mit Gitarren dominiertem Sound, Geigen-Soli und Gesang eher Song orientierte Alben gemacht. Auf der Bühne setzen sie den in eben so Gitarren und Bass dominierte Interpretationen um.

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