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Wer wir sind

Suzan Köcher im Steckbrief

»Wer wir sind« – der regelmäßige Steckbrief. Diesmal stellen wir euch Suzan Köcher aus Solingen vor.
Geschrieben am
Herkunft Solingen
Genre 60s-Folk mit psychedelischen Rockmomenten
Mitglieder Suzan + 4
Besondere Vorkommnisse Obwohl erst 22 Jahr jung und in den Sixties noch nicht geboren, hat sie ihr Herz an diese Zeit verloren. 
Aktuelles Album »Moon Bordeaux« (Unique / Groove Attack / VÖ 27.10.17) Auf Tour vom 08.12.17 bis 30.01.18

Du bist erst 22 Jahre alt, machst aber Musik, die an die Sechzigerjahre erinnert. Woher kommt deine Verbindung zu diesem Jahrzehnt?
Durch meinen Vater habe ich schon früh Musik von den Beatles, Queen und Cat Stevens kennengelernt. Ich habe in meiner Kindheit und Jugend natürlich viele verschiedene Künstler gehört, um herauszufinden, was mir gefällt, und ein gemeinsamer Nenner war, dass fast alles, was ich wirklich gut fand, auf Gitarren basierte. Auch modisch habe ich mich ganz unbewusst in eine Richtung entwickelt, die in den 60er-Jahren entstanden ist. Von den verspielten Mustern auf meinen Kleidern bis hin zu den Cat Eyes der Ronettes habe ich mich, ohne es zu wissen, bereits früh in diese Richtung entwickelt. Die musikalische und optische Ästhetik dieser Zeit entspricht also einfach dem, was ich mag und wie ich bin. Ich jage mit meiner Musik keinem am Reißbrett entwickelten Konzept hinterher, sondern mache das, was natürlich zu mir kommt. Organische, verträumte und etwas merkwürdige Musik spiegelt mich einfach gut wider.

Wenn du die Möglichkeit hättest, in einer Zeitmaschine zurück in die Sechziger zu reisen: Mit welchem Künstler oder welcher Künstlerin würdest du zusammenarbeiten wollen?

Es gibt viele großartige Produzenten und Musiker aus dieser Zeit. Viele waren allerdings extrem schwierige Persönlichkeiten. Leute wie Serge Gainsbourg oder Phil Spector wären wahnsinnig interessant, aber ob ich wirklich mit diesen Menschen arbeiten wollte, weiß ich nicht. Vielleicht würde ich erst mal einen Song mit Françoise Hardy schreiben und dann John Lennon fragen, ob er ihn produzieren möchte. Vielleicht könnte Ringo ja ein bisschen trommeln und Witze machen.

In den letzten Jahren haben sich viele gerade auch junge Künstlerinnen und Künstler stark an vergangenen Jahrzehnten orientiert. Revivals sind zum Trend geworden, gerade sind es die Achtziger. Wie stehst du zu Revivals im Allgemeinen?

Ich finde es sehr interessant, wenn Musiker Stilistiken vergangener Tage aufgreifen und sie aus einer aktuellen Perspektive nutzen, um daraus neue Musik zu machen. Die wiederum ist ja unweigerlich vom Hier und Jetzt inspiriert. Cover- oder Tributebands, die eins zu eins versuchen, vorhandene Musik nachzuspielen, interessieren mich gar nicht. Musiker, die kreativ arbeiten und alte Einflüsse in neue Songs kanalisieren, finde ich hingegen faszinierend.

Dein Sound greift zwar Facetten der Sechziger auf, ist aber dennoch im Jetzt verwurzelt. Welche aktuellen Künstler inspirieren dich?

Alles um mich herum kann mich inspirieren: meine eigenen Gefühle, Dinge, die um mich herum passieren, oder das Geschehen in der Welt. Ich habe auch viele tolle Konzerte gesehen in letzter Zeit: King Gizzard & The Lizard Wizard, Kikagaku Moyo, vor Kurzem die Dawn Brothers, mit denen ich zusammen auf dem Magnificent Music Festival gespielt habe. Und das letzte Embryo-Konzert in einem kleinen Atelier in Solingen war auch sehr inspirierend. All diese Eindrücke fließen natürlich in meine Musik ein.

Ende Oktober erscheint dein Debütalbum »Moon Bordeaux«. Wie würdest du den Stil deines Albums beschreiben? 

Meine Songs sind oft verträumt, melodisch und melancholisch. Bei den Arrangements haben wir viele Mellotron-Klänge eingesetzt, die den Songs ein barockes Flair verleihen. Außerdem haben wir generell ausschließlich alte Instrumente benutzt, weil die einfach einen sehr individuellen Klang haben. Ecken und Kanten sind mir wichtig – mich interessieren eher Dinge, die komisch klingen, als perfekte Sounds. Bei der Auswahl der Songs haben wir auf ein stimmiges Gesamtbild geachtet, weswegen es der eine oder andere Song letztendlich nicht aufs Album geschafft hat.

In deinen Texten porträtierst du verlassene Seelen, erzählst wilde Gangster-Storys oder von der verlorenen und neu gefundenen Liebe. Woher beziehst du diese Themen?

Viele Texte haben ihren Ursprung in Dingen, die mich beschäftigen oder die ich selbst erlebt habe. Manchmal ist das auch nur die Ausgangsidee, und der Song entwickelt sich in eine ganz andere Richtung. Ich finde es aber generell schwierig, über Texte zu reden, weil der Prozess des Schreibens auch viele unterbewusste Einflüsse zulässt, die man nicht erklären kann.

Auch deine Musik greift diese träumerische Atmosphäre auf. Siehst du das auch so? 

Musik spiegelt in der Regel immer gewisse Aspekte wider, die der eigenen Persönlichkeit entsprechen. Ich bin selbst ein sehr verträumter Typ – meine Gedanken driften leicht ab, und ich versinke in Tagträumen. 

Dein Song »Cinnamon« ist ein Liebeslied, in dem die Erinnerung an eine vergangene Liebe durch den Geschmack von Zimt hervorgerufen wird. Verbindest du Erinnerungen auch selbst gerne mit anderen Sinneseindrücken wie dem Geschmack? Wenn ja, warum?

Es kommt oft vor, dass ich durch Geschmäcke, Gerüche oder Geräusche an Dinge erinnert werde – ich denke, das geht den meisten Menschen so. Am präsentesten ist das vielleicht in der Weihnachtszeit, in der oft Kindheitserinnerungen geweckt werden. Auch Beziehungen verbindet man häufig mit gemeinsamen Eindrücken, die man gesammelt hat. Und wenn man einen Sinneseindruck von etwas bekommt, ist plötzlich die Situation wieder total präsent. Das habe ich bei »Cinnamon« aufgegriffen.

Im Sommer warst du nicht nur als Support von anderen Bands, sondern vor allem auch auf Festivals unterwegs. Bald startet deine Deutschlandtour. Was ist dir lieber: Festival- oder Clubkonzert?

Wir haben auf etlichen tollen Festivals gespielt, die alle eine ganz eigene Atmosphäre hatten. Man trifft dort viele Musiker und kann sich inspirieren lassen. Zu den Clubshows kommen allerdings Leute, die nur dich sehen wollen. Dort entsteht dann noch mal eine andere Energie, die ich sehr mag. Außerdem tut Dunkelheit meiner Musik gut – dann können sich die Leute im Publikum und auch ich mich besser fallen lassen, und es entsteht ein intensiverer Vibe.

Suzan Köcher

Moon Bordeaux

Release: 27.10.2017

℗ 2017 Unique Records

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