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Spalter: "The Ecstatic", Pro & Contra

Mos Def

HipHop im Intro? Das neue Mos Def-Album hat die Gemüter so bewegt, da soll an dieser Stelle endlich mal wieder eine Battle-Sondersendung her.
Geschrieben am


Wo ist denn eigentlich HipHop im Intro geblieben? Haben die da nicht mehr die Rechte dran? Doch - nur zuletzt seltener ausgespielt. Aber das neue
Mos Def-Album hat die Gemüter so bewegt, da soll an dieser Stelle endlich mal wieder eine Battle-Sondersendung her.

PRO
Fuck, welcher big player des original HipHop-Katechismus kann denn eigentlich noch? Die Ex-Provokateure des Mainstream in Text und Story wie Eminem, Public Enemy oder 50 Cent haben längst einen Platz als Business-Idioten und Celeb-Trottel eingenommen, das Conscious Movement stirbt als Accessoire eher in Schönheit, als dass wirklich noch mehr denn Rückzugsgefechte drin wären (selbst Talib Kweli lieferte zuletzt nur Durchschnitt ab) - und der Rest wird sowieso eingequarkt in schändlicher R'n'B-Schönheit aus der Mülltonne der Soundprogramme. Warum sollte Mos Def 2009 von diesem Unbill verschont geblieben sein? Nun, keine Ahnung, aber es ist so.

Der schmale, immer wieder überraschend unbedrohliche MC von der East Coast hat immer noch mehr zu sagen als andere, ohne dabei Sound und Catchiness aus den Augen zu verlieren. Bush ließ er bei dessen zögerlichem Handeln nach dem Hurrikan Katrina ("Katrina Klap") noch schlechter aussehen, als der es ohnehin schon tat, und auch seine Konvertierung zum Islam zeigt, dass Mos Def eben nicht nur den eigenen Blockbuster-Status-quo verwalten möchte.

Und so wirkt das ganze neue Album - die Texte schneiden genauso wie die Tracks dazu. Allein schon der Opener "The Ecstatic": So exzessiv kann man also doch noch klingen - das Stück wirkt fast wie ein Hybrid aus älteren D'n'B-Sounds Marke Roni Size und orientalischen Inspiriertheiten. Und trotz aller amtlichen Innovation, die die Musik sofort derart - Achtung BWL-Talk - unique erscheinen lässt, ist Mos Def weiterhin kein "schwieriger" Album-Autor. Man kommt immer mit, wird blendend unterhalten, das alles ist HipHop zum Mögen. Die Tatsache, dass es inhaltlich wie soundmäßig darüber hinaus noch so viel zu entdecken gibt, macht die Platte aber erst zu einem wirklichen Genre-Highlight des Jahres.
Linus Volkmann

Auf der nächsten Seite: Das"Contra" von Martin Riemann.


Wo ist denn eigentlich HipHop im Intro geblieben? Haben die da nicht mehr die Rechte dran? Doch - nur zuletzt seltener ausgespielt. Aber das neue Mos-Def-Album hat die Gemüter so bewegt, da soll an dieser Stelle endlich mal wieder eine Battle-Sondersendung her.


CONTRA

"The Ecstatic" zeigt in der Tat, dass mit Mos Def auch im x-ten Jahr seiner Karriere noch zu rechnen ist. Den Flow seiner Raps kann und wird ihm keiner absprechen wollen - und auch diese Produktion auf den Punkt ist etwas, das es dem Album leicht machen wird, einen guten Platz innerhalb von Mos' Diskografie zu erreichen. Aber ist es wirklich state of the art, wenn man sich Tracks angesagter Beat-Manufakturen shoppt und sein eigenes Playback nur noch mal drüberlegt? Und damit sei nicht die gängige Praxis gemeint, dass sich ein Künstler einen Producer holt und jener nun eben der Stimme hippe Sounds zuteilt. Dieses Tauschgeschäft mag ja seine Berechtigung haben. Auf "The Ecstatic" aber erkennt der geneigte HipHop-Hörer ganz deutlich, dass einiges bereits (nur eben ohne Mos) schon auf anderen Platten aufgetaucht ist.

Den von Herrn Volkmann so geschätzten Opener konnte man genau so schon unter dem Namen "Heavy" auf Oh No's Orientteppich "Dr. No's Oxperiment" hören und auch bei Oh No's großem Bruder Madlibs "Beat Konstructa"-Album wurde man fündig. Sicher gut für die Geschwister, aber wie weit vorne kann etwas sein, das sich so hörbar aus dem Fundus anderer von vor einigen Jahren bedient?

Klar, die Anordnung und der Kontext machen was aus - aber eben nicht alles. Und die Adlung, dass allein Mos Def nicht zum "Trottel der feinen Gesellschaft" (Monty Python) geworden sei, scheint auch recht krude. Immerhin hat er in der ungeilen Douglas-Adams-Verfilmung "Hitchhiker's Guide To The Galaxy" gespielt und hält auch sonst seine Fresse gern mal in nicht nur Top-Themen rein. Das muss man auch mal sagen dürfen. Ansonsten: respektable Platte mit den genannten nicht unwesentlichen Einschränkungen.
Martin Riemann


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