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3 Ecken *** 1 Elfer

Space Kelly

Ken Steen (alias Space Kelly) hat ein Händchen dafür, gute Musiker für seine Sache zu gewinnen. Schon vor sieben Jahren, als der Hamburger mit seinem Debüt “Das Leben Ist Kein Heimspiel” (auf dem beispielsweise Henning Fritzenwalder trompetete) in die Hauptstadt übersiedelte, fand er umgehend verdie
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Ken Steen (alias Space Kelly) hat ein Händchen dafür, gute Musiker für seine Sache zu gewinnen. Schon vor sieben Jahren, als der Hamburger mit seinem Debüt “Das Leben Ist Kein Heimspiel” (auf dem beispielsweise Henning Fritzenwalder trompetete) in die Hauptstadt übersiedelte, fand er umgehend verdiente Mitstreiter aus der Berliner Neo-Sixties-Szene. Parallel dazu jobbte er in einem hippen Labelbüro und kam dadurch in Kontakt mit der japanischen Independent-Szene, bei der Space Kellys leichtfüßiger Beat-Pop auf offenere Ohren traf als im eigenen Lande. So erscheint “3 Ecken *** 1 Elfer” wie der Vorgänger “Erster Alles” hier wieder mit zweijähriger Verspätung, während in Japan schon beachtliche Stückzahlen beider Alben über die Ladentische gegangen sein sollen und Space Kelly sogar in den Genuss eines TV-Specials zu bester Sendezeit kam. Erfolge, die allein der Ausgefeiltheit seines eingängigen Retro-Pops – vergleichbar mit den Franzosen Tahiti 80, die einen ähnlichen Karriere-Umweg zurücklegen mussten – zuzuschreiben sind, da der Halbjapaner Steen das Geheimnis seiner Herkunft erst auf den Konzerten lüftete, als er das Publikum in dessen Landessprache begrüßte. Die Space-Kelly-Texte sind aber deutsch geblieben, und obwohl man sich an einigen Flapsigkeiten (“Oh ja, oh ja, du bist jetzt Por – no-star”) stören kann, erscheint die Jungmänner-Thematik dem mitreißenden Charakter der Songs immer noch angemessen, auch wenn sie der musikalischen Reife der Arrangements (verantwortlich hierfür u. a. David Scott von den Pearlfishers und der halbe Teenage Fanclub) manchmal etwas hinterherhinkt. Doch was die Beach-Boys-Referenzen (komplett mit Streichern, Flöten, Chören, Schellenkranz usw.) auf “Schnee” und “Es Ist Nicht Das Ende Der Welt” betrifft, so kann man nur den Hut ziehen. Also Virginia Jetzt! für Fortgeschrittene? Durchaus, zumal Ken auch an seinem Gesang gearbeitet hat. Und das etwas ausgereizte Sujet Fußball (“Der HSV Ist Wieder Da”) lässt man sich als Bossa-Parodie dann doch noch gern gefallen.

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