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So war‘s in Köln: Kuscheln mit dem Publikum

Turbostaat live

Turbostaat arbeiten mit dem Publikum zusammen und sprengen das Kölner Gebäude 9.
Geschrieben am
14.12.2011, Köln, Gebäude 9
 
So groß also sind Turbostaat in den vergangenen 10 Jahren geworden: Man sieht es sofort, wenn man ins Kölner Gebäude 9 kommt. Es birst und brodelt vor Menschen, die FuckWinter-Shirts tragen. Und diese Menschen springen und singen heute vor allem für Sänger Jan. Schon bei der ersten Zeile wird ihm die Liebe entgegengebrüllt: »Ein Tag vergeht/ verzichtet auf die Sonne« schreien bei »Insel« hunderte begeisterte Menschen ins hingehaltene Mikro. Und Jan? Angefixt rennt er gen Publikum und feuert es winkend an – eine Bewegung, die er im Laufe des Abends noch häufiger machen wird. Ist ja auch unglaublich, wie so viele Menschen Texte mitsingen, die sich nun nicht grade auf die Handfläche schreiben lassen. Aber anfeuern? Als ob das nötig wäre. Aber mehr geht ja immer. Jan steht am Bühnenrand wie ein Stagediver vorm Absprung und genießt, wie ihn hunderte entgegengestreckte Arme zart streicheln. Fast ist er zwischen den Armen nicht mehr zu sehen. Nur der halbe Kopf ragt über den Fingerspitzen noch raus.

Lange kann er so nicht still stehen bleiben. Wie ein Hund dem Knochen jagt Jan der Liebe des Publikums hinterher, springt zur anderen Ecke der Bühne und schmeißt sich dort in die Arme. Du denkst, das sind Lichtshow und Strahler auf der Bühne, aber tatsächlich sind es Jans vor Freude glänzende Augen und sein glückseliges Lächeln. So gut drauf und dabei ist er, dass er volksmusikhaft illiustrierende Gesten zu den Liedtexten macht: Vogel-Zeigen bei »die Spinner auf der Straße« (»Bei Fugbaums«), Hände falten bei „Ob er noch beten kann“ (»Haubentaucherwelpen«) oder mit den Fingern mitzählen bei »Beim zweiten Mal denkst Du nicht daran, beim zehnten Mal...« (»Charles Robotnik seine Frau«). Und immer wieder hält er das Mikro in die Menge. Selten ist bei einem Konzert so wenig Abstand zwischen Band und Publikum. Deswegen bedankt sich Jan auch für den grandiosen Auftakt der letzten Tourtermine und kündigt die letzten beiden Lieder an: »Harm Rochel“ und »Kussmaul«. Das Publikum quittiert das mit etwas, was für Fans von Atari Teenage Riot wahrscheinlich schwieriger wäre: Statt »Zugabe« rufen sie »Turbostaat«. Ja, »Turbostaat« ist das neue »Zugabe«. Zweimal kommen sie zurück, dann ein »Tschüss! Wir sehen uns 2013 bei der nächsten Tour. Wir kommen wieder«. Ja, bitte!

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