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So war’s in Köln: Die Farbe Bunt

Of Montreal live

Of Montreal sind immer noch die bunteste Band rund um das Label Elephant 6 und machen die Kölner Werkstatt zum Musical-Theater.
Geschrieben am
19.04.2012, Köln, Werkstatt

Wie muss man sich ein Konzert der zweitbuntesten Band der Welt in der Kölner Werkstatt vorstellen? Etwa so: Elton Johns Brille paart sich mit einem Pfau und lässt dann die Kinder ein Musical aufführen. Dieses Bild gibt eine Ahnung davon, was am Donnerstagabend in der Werkstatt passierte. Die allerbunteste Band der Welt bleiben aber natürlich die Flaming Lips, und nicht nur das: Sie  scheinen auch für einige Attraktionen des Of Montreal-Konzertes Pate gestanden zu haben. Für die Luftballons und das Konfetti, die auf das Publikum niedergehen. Für die tanzenden Schweine, Engel, Spidermänner und für diverse andere sympathische Bühnenfiguren.  
Wer Of Montreal in ihrer langen Laufbahn schon einmal gesehen hat, weiß, dass sie für ein sinneübergreifendes Spektakel stehen. Als Publikum bewegt man da den Kopf wie beim Tennis hin und her, um den verkleideten Akteuren, die immer wieder über die Bühne springen, ebenso zu folgen wie den flimmernden Leinwandbildern. Da braucht es auch keine große Begrüßung. Wie gut, dass Sänger Kevin Barnes ohnehin kein Mann der langen Ansagen ist und gleich loslegt. Er stimmt mit »Gelid Ascent« und »Spiteful Intervention« vom aktuellen Album »Paralytic Stalks« auf die kommenden 120 Minuten ein. Nachdem die ersten Luftballons auf das Publikum losgelassen sind, dauert es noch etwa 30 Sekunden, bis zumindest die erste Reihe tanzt. Nach weiteren 5 Minuten so ziemlich der gesamte Rest.

Vor allem während der ersten Hälfte des Konzerts überlässt Kevin Barnes die Performance den Kostümmännern und sitzt mit geschlossenen Augen hinter seinem Keyboard. Erst bei »Godly Intersex« steht er auf und übernimmt selbst die Gitarre. Aber auch in der zweiten Hälfte lassen Of Montreal eher performen, als dass sie selbst aktiv werden. Sie lassen performen von Bildern auf der Leinwand, dem Publikum, von ihren zwei Tänzern in immer neuen Verkleidungen und – ja – auch von den Accessoires und der Schminke, die sie selbst tragen. Wenn man grellgrünen Lidschatten zu einer grellroten Bluse und eine Skrillex-Frisur trägt, muss man sich nicht mehr sooo viel bewegen. Dann ist das Äußere und die Musik Bewegung genug.

Zumal die Bühne nur etwa fünf Quadratmeter groß ist und sich darauf innerhalb von 120 Minuten der Wahnsinn abspielt, den es sonst während der gesamten Spielzeit der Rocky Horror Picture Show und einer Staffel von »Let’s Dance« zusammen gibt. Trotzdem ist das zahlreich angetretene Publikum nicht geplättet von soviel Farbe, Bewegung und Sound. Bei »Wintered Debts« erklimmt eine Frau aus der ersten Reihe die Bühne und tanzt sich in purer Selbstermächtigung im weißen Spitzenkleid in die Show. Als ein Lied später bei »Heimdalsgate Like A Promethean Curse« auch noch ihre Freundin dazu kommt, verdreht Kevin Barnes die Augen, und die Security bittet die beiden Frauen von der Bühne. Nur der Bassist lächelt zufrieden und freut sich, dass Of Montreal es mit grellen Farben, mitreißenden Melodien und WOW! mal wieder geschafft haben, einem leider nur halb gefüllten Club einen guten, kunterbunten Abend zu bescheren.   

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