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Poliça Live

So war’s in Leipzig: Music from outa space.

Schwitzen tun nur die anderen: Channy Leaneagh, die Sängerin von Poliça, scheint in all ihrer Anmut gegen Leipzigs Hitze immun zu sein.
Geschrieben am
04.08.2014, Leipzig, Täubchenthal

Schweiß wird ein wichtiger Bestandteil des Abends sein. Nicht nur, weil es heiß ist in Leipzig. Nicht nur, weil im Club Täubchenthal die Luft zentnerschwer auf den etwa 350 Leuten drückt. Sondern weil die Einzige, die nicht transpiriert, Channy Leaneagh ist. Dabei hat die Sängerin von Poliça allen Grund zum Schwitzen. Sie trägt immerhin ein langärmliges, hochgeschlossenes Kleid und Strumpfhosen. Sie tänzelt immerhin unterbrochen unter Scheinwerfern, die wie dafür geschaffen sind, noch den letzten Tropfen Wasser aus dem Körper zu saugen.

Leipzig, 60 Grad, aber die Frisur sitzt, der Teint strahlt frisch, als wäre Channy immun gegen die irdischen Witterungen. Außerirdisch mutet es auch an, wenn sie vor dem überlebensgroßen Cover vom aktuellen Album »Shulamith« tanzt - dem Portrait einer Frau, der rote Farbe aus den Haaren herunter läuft. Bei Amazon und iTunes ist das Bild verpixelt, hier heute Abend nicht. Channy wirkt winzig vor dieser Frau. Wäre da nicht die Stimme. Sie ist kraftvoll, klar und nicht von dieser Welt. Sicher ist der Verzerrer oder Autotune sehr wohl irdischen Ursprungs, aber auch gut an der Seite der Bühne versteckt. Was bleibt, ist ein perfekt dargebotenes Zusammenspiel von zwei Schlagzeugen, einem Bass und dem verzerrten Gesang, der die Rhythmusgruppe zusammenhalten muss.
Perfekt bis zum Abgang, Mit »Chain my name« als Zugabe verabschieden sich Poliça. Nachdem sie fast das gesamte Album »Shulamith« gespielt haben, nun der Opener des Albums zum Schluss. Am Ende wird das Mikro ausgefadet. Channys Stimme ist nicht mehr zu hören. Channy tritt zurück, und es ist nur noch zu sehen, wie sie schreit. Sie tritt weiter zurück und verschwindet so hinter die Bühne. Wie dankbar bin ich am Ende für ein Zeichen der Menschlichkeit: Chris Bierden am Bass schüttelt den Kopf im Takt. Er wirbelt dabei große, dicke Schweißtropfen auf. Sie spritzen in Zeitlupe um ihn herum. Offensichtlich ist es doch nur Channy, der Scheinwerfer nichts anhaben können.


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