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Introducing

Champagner-Duschen mit Zebra. Fuckin’n. Katz

So war’s beim Introducing in Berlin

Scheiß doch auf den Tatort! Am Sonntag lieferten Zebra Katz, Say Lou Lou und Attaque ein viel munteres Sonntagsprogramm. Heute abend kann man die drei Acts noch für lau beim Introducing im Hamburger Uebel & Gefährlich sehen.
Geschrieben am
23.11.2014, BiNuu, Berlin

Ach, diese Sonntagabende! Selbst als Tatort-Möger geht einem diese typische Sofa-Trägheit gehörig auf den Senkel. Als gäbe es keine Alternative zum ARD- oder manchmal auch Pro7-Blockbuster-Abend, bei dem man meist schon um kurz nach neun wegdämmert. Dementsprechend erfolglos sind auch die Versuche, andere Menschen an diesem frühwinterlichen Abend zum Gang ins BiNuu zu motivieren. »Hey, Zebra Katz! Geile Type!« »Ich weiß noch nicht, ob ich komme. Ich bin so furchtbar träge.« »Hey, Say Lou Lou, tolle Zwillinge!« »Sorry, ich schaff’s nicht mehr raus.« Die einzige, Ausrede, die man gelten lassen kann: »Shit! Würde gerne, aber heut ist doch Morrissey!« Na denn. Immerhin darf man feststellen: Die Kids von heute wissen, dass man ein gutes Konzert immer vorzuziehen hat. Vor allem, wenn es für umme ist. So ist dann auch das BiNuu schon bei Attaque gut gefüllt. Der britische Produzent Dominic Gentry, der sich hinter dem klangvollen Namen verbirgt, verbindet dabei das ihm vertraute Electro-Handwerk mit einem Sinn für feine Gitarrenmelodien und der somnambulen Stimmung einer guten Shoegaze-Platte. Was bei Stücken wie »Change Your Mind« im Studio perfekt funktioniert, muss mit Begleitband auf der Bühne noch ein wenig zusammenwachsen, dafür überraschen Attaque jedoch mit der ein oder anderen Krach-»Attaque« (hier bitte einen Tusch für diese formidable Wortkunst denken).
Zeit für den ersten Stilbruch des Abends: Die furchteinflößend hübschen Zwillinge Elektra und Miranda Kilbey alias Say Lou Lou kommen zwar aus Australien, wirken aber irgendwie durch und durch skandinavisch. Keine Ahnung, ob es daran liegt, dass sie ihren wohl clubbigsten Song »Games For Girls« mit dem Norweger Lindstrøm aufnahmen, oder weil sie in ihren glitzernden Outfits und ihrem charmant inszenierten Zusammenspiel manchmal wirken wie Anni-Frid Lyngstad und Agnetha Fältskog, die mit Mitte zwanzig in einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum gestolpert sind und plötzlich merken, dass sie hier auch ganz gut reinpassen. Nicht jede Nummer sitzt so perfekt wie die genannten Spiele für Mädchen, nicht alles glitzert wie »All That Glitter«, aber wie Elektra und Miranda (was für Hippies waren denn eigentlich deren Eltern, wenn sie wirklich so heißen?) trotz Jetlag über die Bühne wirbeln, mal eben einen Joint aus dem Publikum greifen, um sich einen Zug zu gönnen und dabei immer wieder auf einer spürbaren Wellenlänge surfen, die es wohl nur bei Zwillingen gibt – das hat schon was.
Aber da ist ja noch Zebra Katz. Oder vielmehr: »Zebra. Fuckin’. Katz«, wie es der DJ immer wieder ins Set samplet. Der queere MC aus Brooklyn, der im richtigen Leben Ojay Morgan heißt, liefert hier nicht weniger als den Abriss des Abends. Kommt auf die Bühne mit einer Fellmütze und einer Maske, die aussieht als hätte man ein Zebra, eine Katz(e) und Cro gekreuzt. Nur, dass dieses Wesen dunkler, deeper, dringlicher rappt, als es der sweete Panda je hinbekommen wird. Man weiß gar nicht, welchen Song man jetzt groß hervorheben sollte, schließlich hängt man von Anfang bis Ende an Katz’ Lippen, die er nach dem zweiten Song dann auch maskenfrei präsentiert. Auch die Champagnerdusche, die er dem halben Laden spendiert, wird frenetisch gefeiert, ebenso seinen zahlreichen Ausflüge in die ersten Reihen, die eifrig mitbouncen. Highlight bleibt dann natürlich das grandiose »Ima Read«, dieses fantastische »Bitch«-Gewitter auf Wahnsinnsbeat.  

Am Ende steht man etwas verloren und nach Schampus müffelnd in der kalten Winternacht und wünscht sich dann doch recht schnell das eigene Sofa herbei. Hat man selbiges erreicht, klickt man noch eben auf die ARD-Mediathek und pennt kurz nach dem Vorspann selig ein, bloß um sich am nächsten Morgen zu fragen, warum man denn noch immer so süßlich müffelt ...
Heute, am 24.11.2014, steigt die Sause mit Attaque, Zebra Katz und Say Lou Lou noch einmal im Hamburger Uebel & Gefährlich - wie immer umsonst. Einfach oben in der rechten Spalte anmelden.

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