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Unmut über Scheiß-Leute

Sløtface im Interview

Musste erst eine norwegische Band mit feministischer Message kommen, um uns zu zeigen, dass Pop-Punk kein Schimpfwort sein muss? Scheint so.
Geschrieben am
Lasse, Tor-Arne, Halvard und Sängerin Haley hielten es damals für eine gute Idee, sich Slutface zu nennen. Als Haleys Haltung und Texte immer feministischer wurden, waren sie erst recht davon überzeugt, denn der Name sei ein guter Gesprächsanfang über das Frauenbild in der Musikindustrie. Dann allerdings machten sie die Erfahrung, wie das Internet an manchen Stellen mit einem Begriff wie »Slut« umgeht: am liebsten nämlich gar nicht. Facebook und Twitter machen dann dicht. Die Band sah sich zensiert und nannte sich fortan Sløtface. »Sløtface wird genauso wie Slutface ausgesprochen – der norwegische Buchstabe Ø klingt wie das englische U«, meint Haley.

Die Musik von Sløtface bewegt sich zwischen Pop und Punk – schöne Melodien, und manchmal kommt eben der Unmut durch. Wieso diese Early-20s aus Norwegen, diesem überaus wohlhabenden wie toleranten Land, das durch sein Erdöl-Geld die relativ kleine Bevölkerung jederzeit glücklich machen kann, Unmut entwickeln? Fuck the system? Hier? »Es ist nicht unbedingt das norwegische System oder irgendein System, gegen das sich unser Ärger richtet«, stellen sie klar. »Das System in Norwegen ist relativ tolerant, aber es hat auch seine Schwächen. Die unbegründet strengen Einwanderungsbestimmungen beispielsweise sind etwas, über das man wütend sein kann. Und ebenso denke ich, dass uns sowohl Internet als auch die Globalisierung stärker von dem betroffen machen, was in anderen Ländern passiert. Brexit und Trump zum Beispiel stellen nicht das norwegische System dar, sind aber trotzdem etwas, das uns wütend macht. Um also die Frage zu beantworten: Nein, es fällt uns nicht wirklich schwer, denn wir richten uns nicht gegen das wohlhabende, tolerante und nicht unterdrückende norwegische System, sondern gegen Scheiß-Systeme und Scheiß-Leute.«

Sløtface

Empire Records - EP

Release: 18.11.2016

℗ 2016 Propeller Recordings

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