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So war’s in Leipzig: Besinnliche Revolution im Sitzen und mit Nüssen.

Scott Matthew live

Scott Matthew zwingt einen ganzen Theatersaal in friedlich-freundliche Weihnachtsstimmung. Selbst »Anarchy In The UK« gerät da anrührend.
Geschrieben am

15.12.2013, Leipzig, UT-Connewitz

 

Hey, irgendjemand hat da eine Träne in meinem Augenwinkel verloren. Oh, das muss wohl Scott Matthew gewesen sein. Oder wie sonst kommt die da hin, bei einem Lied wie »To Love Somebody«. Es ist also Scott Matthews Schuld. Er spielt heute Abend im UT Connewitz in Leipzig und singt Cover-Lieder von seinem aktuellen Album. Die etwa 250 Leute sitzen in andächtig-weihnachtlicher Stimmung und warten. Nicht alle sitzen, dazu sind nicht genug Stühle da. Aber alle wissen, was sie erwartet: unbeschreibliche Schönheit und Besinnlichkeit aka. Kitsch-Overkill. Der Abend steht – der Jahreszeit angemessen – unter dem Motto »Liebe«. Klar, dass da nach »To Love Somebody« als eines der ganz wenigen eigenen Lieder »The Wonder Of Falling In Love« kommt.

Es ist so schön, dass sich das Publikum kaum traut, laut zu klatschen oder auch nur zu atmen. Nach jedem Lied hallt der letzte Ton in atemlose Stille. Erst, wenn die Leute sicher sein können, dass er auch wirklich verklungen ist und nichts mehr kommt, was sie verpassen könnten, kommt der befreiende Applaus. Deswegen ist es kaum zu glauben, dass eben diese Leute bei »I Wanna Dance With Somebody« den Refrain mitsingen. Aber Scott Matthew hat auch sehr nett gefragt und darum gebeten. Und die Leute achten peinlich darauf, ja nicht lauter zu sein als er. So kommt es, dass ein einzelner, immer wieder verlegen glucksender Mann einen Saal mit 250 Leuten locker übertönt. In diese Stimmung hinein spielt Scott Matthew »Anarchy In The UK« an,  zärtlicher Anarchist, der er ist. Wenn man aber sieht, wie das Publikum auf den Stühlen ihm bei der gefühlvollen Revolution zusieht und dabei Nüsschen isst, dann ist klar, warum dieses Land nicht weiter kommt.

 

Am Ende kommt der ehrlichste Satz, der wohl je bei einem Konzert gesagt wurde: »It’s so fake when I say, we play our last song. We just want your AWWW, then we go and smoke a cigarette and come back for some more songs«. Genau so wird’s gemacht. Und nach zwei Stunden verabschiedet sich Scott Matthew mit »Love Will Tear Us Apart«. Wir müssen uns in Liebe trennen.

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