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Das ist schön

Richard

Das ist jetzt aber schon etwas verstörend. Da machen die Sterne mit “Irres Licht” eine Platte, die ihnen – Hand aufs Herz – in dieser auftrumpfenden Spritzigkeit wohl niemand so recht mehr zugetraut hätte. Nach rationalen Gründen für den kreativen Quantensprung suchend, stößt
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Das ist jetzt aber schon etwas verstörend. Da machen die Sterne mit “Irres Licht” eine Platte, die ihnen – Hand aufs Herz – in dieser auftrumpfenden Spritzigkeit wohl niemand so recht mehr zugetraut hätte. Nach rationalen Gründen für den kreativen Quantensprung suchend, stößt man auf eine personelle Änderung: “Aha, Richard von der Schulenburg. Ein Name, den man sich wird merken müssen. Neuer Keyboarder, guter Mann.” Dann erfährt man, dass ebendieser von der Schulenburg auch ein Solo-Projekt unter seinem Vornamen betreibt, und fragt sich, wie das denn klingen mag. Man subtrahiert im Geiste die vorletzte Sterne-Platte von der letzten und addiert X. Hört sich gut an. Dann kommt die CD ins Haus, man legt sie neugierig auf, um sich nach zehn Sekunden folgendes zu fragen: “Was ist denn das?” – “Das ist schön”, antwortet die kleine Platte, denn so lautet ihr Name. “Ach, ja?” fragt man ungläubig und versucht vergeblich, irgend etwas in diese Lieder hineinzuhören, das sie den Referenzen ihres Schöpfers entsprechen lässt. Solange nur Musik läuft, kann man noch die Vision eines Geheimnisses aufrecht erhalten, das hinter all dem lauert. Denn die teils französisch, teils jazzig anmutenden Melodien profitieren vom Kontrast zwischen billigen Orgelsounds und detailverliebtem, virtuosem Arrangement. Das Problem ist, der Künstler will auch etwas sagen. Nur halt nichts Bestimmtes, sondern irgendwas. Und so geht ein Hagel forciert limitierter Niedlichkeit nieder, der auch den gutwilligsten Hörer zu Boden strecken muss: “Wusstest du denn nicht, dass ich dich lieben tu”, “Das ist ja sehr schade / zum Trost esse ich Schokolade”, “Da bin ich traurig drum, dass du mich nicht mehr liebst”, “das ist schön / wenn wir spazieren gehen” usw. “Aufhören”, kann man da nur winseln, oder mit Jagger/Richards: “smiling faces I can see / but not for me” – tut mir leid.

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