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Koordinierte Anarchie

Reykjavíkurdætur im Interview

Selbst die größte Bühne auf dem Eurosonic reichte kaum aus für diese 18 Rapperinnen, deren Gigs irgendwo zwischen isländischem Rap-Battle und Women’s March zu verorten sind.
Geschrieben am
2013 kamen die Töchter Reykjavíks das erste Mal zusammen. Damals organisierten Þuríður Blær Jóhannsdóttir und Kolfinna Nikulásdóttir in der isländischen Hauptstadt die erste Rap-Nacht nur für Frauen. Es tauchten dreimal so viele Gäste auf, wie in den kleinen Keller der Rockbar eigentlich passten. Am Ende standen zehn Frauen auf der Bühne und rappten – einige davon das erste Mal überhaupt. Drei Veranstaltungen später hatten sich 18 Frauen als Reykjavíkurdætur zusammengefunden und den ersten gleichnamigen Song aufgenommen.

Nach etlichen Auftritten und der medial verbreiteten Aufforderung an den Premierminister Islands, ihnen die Pussy zu lecken, folgte 2016 das erste Album »RVK DTR«.  Mit Themen wie Slut-, Bodyshaming, sexueller Gewalt und Periodenflecken auf Bettlaken behandeln sie ganz klar feministische Themen; individuelle Meinungen der kompletten Gruppe zuzuschreiben findet Kolfinna jedoch schwierig. Sie persönlich will kein Vorbild sein, nicht nur in der Gruppe, sondern als Individuum wahrgenommen werden. Der Begriff Feminismus und die damit verbundene Opferrolle, in die Frauen oftmals gedrängt werden, öde sie mittlerweile an: »Egal, was Frauen tun, sie werden immer als Opfer dargestellt. Das sehe ich anders. Deshalb ist es Zeit für weibliche Schurken, die keine Opferrolle innehaben, sondern nur Täter sind.«  

Auf der Bühne wirken Reykjavíkurdætur – nicht zuletzt wegen der aufeinander abgestimmten Outfits – wie eine Girl-Gang irgendwo zwischen Peaches und Spice Girls. Eine gut koordinierte Anarchie: synchrone Bewegungsabläufe, aus denen immer wieder einzelne herausbrechen. Die eine präsentiert hochschwanger ihren Bauch im knappen pink-türkisfarbenen Badeanzug, während die Nächste ihr Oberteil auszieht und schreit: »I’m feminist and kinky!« Also doch eine Feministin? Im Interview sagt Kolfinna, Feminismus solle als Haltung begriffen werden: »Nimm als Frau einfach mehr Raum ein. Und als Mann halt einfach mal den Mund.«

Reykjavíkurdætur

Rvk Dtr

Release: 05.07.2016

℗ 2016 RVKDTR

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