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»Nichts war umsonst«

Prinz Pi

Prinz Pi steigt endgültig aus dem Untergrund an die Oberfläche – die Gewässer dort sind schließlich seichter. »Nichts war umsonst« ist ein Pop-Album für die breite Masse.
Geschrieben am
Zu den fragwürdigsten Entwicklungen im Underground-Rap gehören Bestrebungen, sich irgendwann im Laufe einer Karriere einer massenkompatiblen Pop-Transformation zu unterwerfen. Das muss den Künstlern nicht zwingend zum Vorwurf gemacht werden. Dennoch spricht es für eine verderbliche Entwicklung, wenn das Genre mit poppigen Streicheleinheiten zur Verzweiflung gebracht wird. Nur konsequent, dass »Nichts war umsonst« nun mit einem orchestral erweiterten Spektrum aus Streichern, Bläsern und Piano daherkommt. So wird etwa dem zuckrigen »Original« – passenderweise unter Mithilfe des Deutsch-Pop-Schwiegersohns Mark Forster – eine balladeske Kulisse zur Seite gestellt, die zu Prinz Pis neu gewonnener Genügsamkeit gut passt.

Dennoch versteht sich der Berliner noch immer als Sprachrohr straßenschlauer Außenseiter. Im Titeltrack geht das teilweise auf: Hier hat man zumindest das Gefühl, als hätte im Studio wenigstens mal jemand Kaffee aufgesetzt. In »Vielleicht« wiederum lutscht Pi die antiquierte Palette romantischer Klischees aus und erinnert beinah an Die Firma – gewissermaßen das Sinnbild des Bausparvertrags im Deutsch-Rap. Dass er »Nichts war umsonst« als sein bisher bestes Album adelt, spricht für den Anspruch eines Frührentners, der dem Game nur deshalb nichts mehr abgewinnen möchte, weil er um die Tatsache weiß, nie mehr Teil dessen zu werden.

Prinz Pi

Nichts war umsonst

Release: 03.11.2017

℗ 2017 Keine Liebe Records

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