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Mit Kettcar, Beck, Courtney Barnett & Kurt Vile u.v.m.

Platten der Woche

Wir haben wie immer die wichtigsten Veröffentlichungen der Woche für euch gehört. Diesmal mit Kettcar, Beck, Courtney Barnett & Kurt Vile u.v.m.
Geschrieben am
Kettcar »Ich vs. Wir« (Grand Hotel Van Cleef / indigo)
Fünf Jahre nach dem letzten Album von Kettcar ist seine Band nun wieder zurück, und mit ihr der Biss der Frühphase – treibend, hymnisch und auf den Punkt. 
»Sommer 89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)« gab als erste Single im Vorfeld den Weg vor, es ist ein Plädoyer für Humanismus und privatpolitisches Engagement trotz widriger Umstände. Durch das Einziehen der AfD in den deutschen Bundestag braucht es Bands wie Kettcar, denn in diesen diffusen Zeiten liefern die Hamburger nun den wichtigen Protest-Soundtrack. Plumpes Dagegen-Sein ist nicht ihr Mittel, stattdessen die genaue Beobachtung der sich verschärfenden Zustände, die in ihrer Direktheit ins Herz trifft.
Kai Wichelmann

Kettcar

Ich vs. Wir

Release: 13.10.2017

℗ 2017 Grand Hotel Van Cleef

Beck »Colors« (Capitol / Universal)
»Colors« greift nun wieder die unberechenbare Spontaneität von »Odelay« auf, allerdings ohne Samples und mit einem starken Hang zu tanzbarem Chartsgetöse. An der Grenze zur Ironie groovt sich Beck zwischen Disco, Electro und R’n’B in die fremdelnde Dance-Pop-Abteilung. Musiktheorie, die im Radio als plärrende Nerverei auf Heavy Rotation läuft, erstrahlt in Becks Händen nunmehr als smartes Partygold.
Klaas Tigchelaar

Beck

Colors

Release: 13.10.2017

Fonograf Records/Capitol Records; ℗2017 Fonograf Records, under exclusive license to UMG Recordings, Inc.

Courtney Barnett & Kurt Vile »Sea Lotta Lice« (Marathon Artists / Kobalt / Rough Trade)
»Lotta Sea Lice« ist ein selbstbezogener und entzückender Dialog: Zwischen augenzwinkerndem Dilettantismus und nerdigem Charme schafft er die idealen Voraussetzungen für schüchterne Annäherungsversuche, die man beim Lugen über den Zaun des Nachbarn mit rührseliger Zufriedenheit ins Visier nimmt. Ein bisschen verschroben und doch herzallerliebst perfektionieren Barnett und Vile ihre alltagspoetische Jonglage aus Blues-Rock, Indie-Folk und Grunge, die sich als ausgefeiltere Anti-Dialektik der rosaroten Leichtgläubigkeit der Moldy Peaches erweist.
Benni Bender

Courtney Barnett & Kurt Vile

Lotta Sea Lice

Release: 13.10.2017

℗ 2017 Marathon Artists

Gloria »DA« (Grönland / Rough Trade)
SPD-Mitglied Klaas Heufer-Umlauf, quasi der Martin Schulz der Popmusik, hat seinen Zug verpasst und schlägt mit Gloria eine perfekte Brücke zu dem, was ihm wohl auch politisch taugt: irgendwas. Oder um es in glorianischer Metaphernsprache zu sagen: Die Brücke ist Luft, heiße Luft, so heiß, dass es brennt und schmerzt und das Ziel ohnehin egal. Gemeinsam mit Bandkumpane Mark Tavassol entstanden nun wieder mal neun Songs des immer gleichen Motivs mit der immer gleichen Musik aus der Melancholiegitarren-Reserve, der immer gleichen Ansprache an ein sagenumwobenes »Du« oder »Wir«, den immer gleichen Sprachbildern übers Ankommen und Fortgehen. Der Schnulzzug rattert.    
Paula Irmschler

GLORIA

DA

Release: 13.10.2017

℗ 2017 Grönland Records

King Gizzard & The Lizard Wizard with Mid High Club »Sketches Of Brunswick East« (Heavenly / PIAS / Rough Trade)
Wie sehr sich »Sketches Of Brunswick East« tatsächlich vom groovigen Psychedelic-Rock von vor wenigen Monaten unterscheidet, hätte man sich auch in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können: Ihre »Sketches«, die in Kooperation mit den L.A.-Tripstern Mild High Club entstanden, schicken den Hörer auf eine meditative Jazz-Odyssee, die in ihren entspannten Momenten feinste Lounge-Erholung bietet und die Ohren mit Geplätscher und Gezwitscher verwöhnt, während ein federleichtes E-Piano für die Melodie zuständig ist. 
Tobias Tißen

King Gizzard & The Lizard Wizard & Mild High Club

Sketches of Brunswick East

Release: 18.08.2017

℗ 2017 Heavenly Recordings under exclusive licence to [PIAS]

King Krule »The Ooz« (XL / Beggars / Indigo)
Bei allem Eigensinn war das Debüt des Engländers vor ein paar Jahren ein introspektives Gitarrenalbum, mit einigen Hits und auch einer lebensbejahenden Grundstimmung. Auf »The Ooz« bricht das depressive Element bei Krule voll durch. Die Gitarren wurden weitgehend in den Schrank gesperrt, was offenbar zu neuen Ambitionen im Sounddesign führte. Das Album ist als atmosphärisches Ganzes zu verstehen, die Stimmung ist düster und verhangen. 
Kai Wichelmann

King Krule

The OOZ

Release: 13.10.2017

℗ 2017 XL Recordings

Mine & Fatoni »Alle Liebe nachträglich« (Caroline / Universal)
Das Kollabo-Album der Sängerin und des Rappers umschifft diese Peinlichkeiten durch Fokussierung auf die kleinen alltäglichen Probleme und Schönheiten von Beziehungen, statt ein weiteres unerreichbares Gesellschaftsbild der ewig währenden und unsterblichen Liebe zu produzieren. Da vergisst Fatoni wieder einmal das Salz (»Romcom«) und Mine, wie schmerzhaft die Liebe sein kann (»Aua«). Die kleinen und großen Beziehungsthemen eben. 
Marius Wurth

Mine & Fatoni

Alle Liebe nachträglich

Release: 13.10.2017

℗ 2017 Mine & Fatoni, under exclusive license to Caroline International, a division of Universal Music GmbH

Wu-Tang Clan »The Saga Continues« (36 Chambres ALC / eOne / SPV)
Das reine, unverfälschte, zutiefst atmosphärische Eastcoast-Gefühl, das einen besonders in den erzählerisch angelegten Stücken noch mal nachschauen lässt, ob man nicht doch aus Versehen ein Album von Nas aufgelegt hat. 
Vor allem aber: der traumwandlerische Staffellauf, bei dem sich RZA, Method Man, Raekwon, Ghostface Killah, Inspektah Deck, Masta Killa, Redman und weitere Genossen gegenseitig das Mic in die Hand geben, häufig verknüpft durch eine Hookline, die an das Group-Shout-Gefühl von Bands aus dem New York Hardcore erinnert – auch so ein Relikt der 1990er.
Oliver Uschmann 

Wu-Tang

The Saga Continues

Release: 13.10.2017

℗ 2017 36 Chambers, LLC & Entertainment One U.S., LP

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