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Oracular Spectacular

MGMT

Vergangenen Herbst holten uns MGMT vor dem New Yorker Club noch ihre Debüt-CD aus dem Handschuhfach des angerosteten Vans
Geschrieben am
So schnell kann's gehen: Vergangenen Herbst holten uns MGMT vor dem New Yorker Club, in dem sie gerade 60 Leute bespielt hatten, noch ihre Debüt-CD aus dem Handschuhfach des angerosteten Vans, dankten artig für das Interesse und dackelten davon.



Ein Dreivierteljahr später erscheint jenes Album nun auch in Europa. Und in den USA kann sich mittlerweile glücklich schätzen, wer in die ausverkauften Shows des zum Live-Quintett aufgestockten Duos überhaupt noch reinkommt. Letterman, Internet und der gute Musikgeschmack vieler US-Bürger sei Dank. Dabei waren ebenjene Shows (Stand: Frühjahr) mit der Platte nur sehr bedingt zu vergleichen. "Oracular Spectacular" klingt, obwohl ein Voll-Profi wie Dave Fridmann produzierte, eben so viel heterogener als alles, was selbst eine fünfköpfige Band live umzusetzen imstande ist. Das Album chartet so als Antiklischee eines landläufig für charttauglich gehaltenen Debüts. Als mal radikal konsequente, mal seltsam verhuschte Momentaufnahme eines herrlich unfertigen, rastlosen Duos, das so klingt, als wolle es zwischen College und dem ersten richtigen Job nur mal eben ein paar Songs für Freunde fertigstellen.

Den 80er-Oktavbass-Schocker "Kids", den zweiten Synthie-Überhit der Platte, "Time To Pretend", das Mick-Jagger-selige "Weekend Wars" oder das White-Soul-70s-Revival namens "Electric Feel" verbindet so außer großer Melodien zunächst nicht viel. Außer eben den Typen mit der Dringlichkeit in der Stimme und seinen Adlatus im Hintergrund. Dass deren ästhetische Egal-Haltung auch vor der Kleiderfrage (Stichwort: hippieske Selbstinszenierung) nicht haltmacht, stellt einen weiteren glücklichen Zufall dar: Andrew Vanwyngarden und Ben Goldwasser werden dadurch derzeit gerne als Speerspitze einer neuerlichen Neo-Hippie-Bewegung gelesen. Auch das scheint ihnen vollkommen egal zu sein (wäre sonst aber auch schlimm). Lange war die Kombination aus Slackertum, abgelegten Scheuklappen und Batik nicht mehr so aufregend. Wobei man hinzufügen sollte: Diese Mischung gab es auch noch nicht so oft.




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