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So war’s: Festival für saubere Füße

Open Source Festival

Avanciertes und etwas für alle: Mit diesem Konzept hat sich das Open Source in Düsseldorf einen guten Ruf unter Freunden des gesetzten, Musik fokussierten Festivalvergnügens erarbeitet. Dementsprechend glich auch die 2014er-Ausgabe des Open Airs mit den Headlinern Max Herre und Hercules And Love Affair einem entspannten Tagesausflug.
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Es ist schon eine besondere, zur Landeshauptstadt Düsseldorf passende Atmosphäre, die das Open Source Festival da Jahr für Jahr an einem Samstag im Juli aufbaut: Schnieke, geschmackvoll, etwas avanciert und gleichzeitig gemütlich. Damit haben sich die Veranstalter mittlerweile ein eigenes Profil erarbeitet. Es muss schließlich nicht immer der totale Abriss sein, das Waten im Matsch und eine klamme Nacht im Zelt. Gerade ein saturierteres, gesetzteres und musikinteressiertes Publikum braucht diese Auswüchse der Festivalkultur nicht. Es reicht auch ein angenehmer Sommersamstag mit An- und Abreise am selben Tag aus, um einen Festivalbesuch als gelungen zu bezeichnen. So auch dieses Jahr.

Das musikalische Konzept des Open Source gleicht einem Spagat, der genauer betrachtet aber absolut Sinn macht: Auf der einen Seite stehen junge Acts aus dem Spannungsfeld zwischen Experimental, Electro, Pop und gehaltvollem Rap, auf der anderen Seite etwas für alle, ein Headliner, zu dem jeder mitwippen kann, selbst wenn er sich nur zufällig auf das Festival verirrt hat. Letztere Position übernahm in diesem Jahr Max Herre mit seiner aufwändig und detailverliebt aufgebauten Kahedi Radio Show, die er seinerzeit zusammen mit vielen Gästen für die MTV Unplugged-Reihe konzipierte. Klar – man muss dieses Musical von einer R&B-Show nicht frisch und spannend finden. Das Bemühen und die Ambition einer vielseitigen, gehaltvollen Atmosphäre kann man dem Stuttgarter aber nicht absprechen. Unterm Strich macht das: Eine Headliner-Show, wie sie sein sollte.

 

Unvorhersehbarer und spannender war im Vergleich dazu das von dem wunderschönen Sommertag profitierende Tagesprogramm, das sich als lobenswerter Nebeneffekt verstärkt dem lokalen Nachwuchs widmete. Mit dem tollen Erased Tapes-Komponisten Douglas Dare wurde es dann erstmals international, kurz darauf legte mit dem in Berlin lebenden Australier Ry X der nächste frische und außergewöhnliche Songwriter nach. Und auch wenn die Leute bei dem stilistisch zwischen Scott Matthew, James Blake und Jamie Woon changierenden Konzert fast ausnahmslos auf der Wiese saßen – Ry X spürte die Aufmerksamkeit der Leute, und er bedankte sich herzlich dafür.

 

Danach füllten Hercules And Love Affair die Position des Co-Headliners der Hauptbühne aufs Vorzüglichste. Zwar kann die Band den frühen Zauber des ersten Line-Ups mit Kim Ann Foxman und Nomi Ruiz nicht mehr reproduzieren. Ihre Show war aber dennoch gut genug, um alle Open Source-Besucher in Schwung zu bringen. Panda Bears sehr statische und unterm Strich langweilige Solo-Show bildete dazu das nur für Fans interessante Kontrastprogramm, bevor Dean Blunt bewies, dass man mit einem sehr abstrakten und neuen Sound live und auf einem Open Air Festival auch anders umgehen kann – obwohl auch er bei einer Club-Show deutlich besser aufgehoben ist.

 

Letztendlich ist das Open Source ein Festival wie ein entspannter Tagesausflug. Man muss zugeben, dass es für Fans von totaler Eskalation eher nichts ist. Wer sich aber für neue Musik interessiert, alte aber auch noch goutiert und sich ungern die Füße schmutzig macht, ist hier, an der schicken Düsseldorfer Galopprennbahn, bestens aufgehoben. 

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