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Raissa / Syndicate / Marion

One for the Boys

„Dann werde ich mal sehen, daß ich etwas Schlaf kriege“, verabschiedete sich MARION-Sänger Jamie Harding. Selbst schuld, so verpaßte er den kurzfristig angesetzten, akustischen Überraschungsgig von RAISSA. Eigentlich ist der neue „Big-Cat“-Act ja eher für technisierte, effe
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Autor: intro.de

„Dann werde ich mal sehen, daß ich etwas Schlaf kriege“, verabschiedete sich MARION-Sänger Jamie Harding. Selbst schuld, so verpaßte er den kurzfristig angesetzten, akustischen Überraschungsgig von RAISSA.
Eigentlich ist der neue „Big-Cat“-Act ja eher für technisierte, effektverbrämte (wenngleich keineswegs seelenlose) Musik bekannt, um so interessanter war dieser Auftritt. Der Vorschlag, das Set mit einer Coverversion von „Wonderwall“ zu beginnen, um den auch in Köln immer penetranter auftretenden Brit-Pop-Mob in den Griff zu kriegen, wurde zwar nicht verwirklicht, die ehrfurchtgebietende Sparsamkeit der Arrangements, RAISSAs wunderbare Stimme und Bühnenpräsenz sowie Pauls leichtfügiges, jazziges Gitarrenspiel aber zogen sogar das nicht eben für Toleranz bekannte Spartenpublikum in ihren Bann. Zerbrechlich war es, stark und schön.
Die nachfolgende, zweitklassige OASIS-Revival-Band namens SYNDICATE wurde ebenso lauwarm aufgenommen, wie sie ihr halbgares Gemisch aus Scheinsongs und lahmen Ideen produzierte. Dann schließlich betraten MARION zum zweiten Male die Bühne des Luxors. „Das ist zwar Köln“, skandierte Jamie, „es könnte aber auch Manchester sein.“ Wieso auch nicht? Das Publikum, merkwürdigerweise weniger zahlreich vertreten als noch vor Veröffentlichung der Platte, war jedenfalls gut drauf. Bestand diesmal allerdings weniger aus schmachtenden Teenie-girls denn einer hartgesottenen Up-and-down-jumper-Fraktion, welche die Energie, die zweifelsohne von der Bühne quoll, durch obengenannte Tätigkeit zu kanalisieren suchte; selbst bei Balladen fand das bunte Treiben im Mosh-Pit kein Ende ... Was, durch WHO-Gebärden und wildes Gestikulieren seitens der Band angeheizt, bei den Hits fast zum kollektiven Kollaps des wogenden Mobs führte. Ansonsten hatten die Jungs ihre eigenen Schwächen durchaus erkannt: Das wenig abwechlungsreiche Material der Debüt-CD wurde angereichert durch vergleichsweise starke neue Songs, akustische Interludien und besonders durch Jamies melodisch-treibende Mundharmonika-Soli. Ansonsten gab´s Rock à la Energy pur. Der Sound war okay, die Stimmung vielleicht etwas zu enthusiastisch und der Set eigentlich zu kurz. Dennoch kamen die Freunde des Brit-Pop, die die Band trotz ihres Bestrebens, bloß nicht in diese Ecke gedrängt zu werden, adoptiert haben, voll auf ihre Kosten.

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