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»Holiday Destination«

Nadine Shah

Es gab mal eine Zeit, da waren Songwriter wütend und laut statt introvertiert und traurig. Nadine Shahs Timing, dahin zurückzufinden, ist perfekt.
Geschrieben am
2011 erschien PJ Harveys »Let England Shake«, eine bittere Zustandsbeschreibung des Landes, es handelte von Kriegen, sozialer Ungleichheit, Nationalismus. Der Titelsong des dritten Albums von Nadine Shah, »Holiday Destination«, ist fast ein Wiedergänger des Titelsongs von damals. Was vor einem halben Jahrzehnt die sarkastische Aufforderung »splash about, swim back and forth, laugh out loud« war, ist der englischen Songwriterin die weniger sarkastische als todernste Frage: »How you’re gonna sleep tonight?« Ja, zum Guten hat sich seitdem wenig gewandt, und die Wut darüber fand zumindest im Indie-Umfeld zu selten musikalischem Ausdruck. Nadine Shah lässt nun ein wenig der in den letzten Jahren angestauten Kotze über die Zustände in ihr drittes Album fließen und siehe: Sie wird Energie.

Nachdem sie bislang vor allem engagiert über psychische Probleme und soziale Stigmata sprach, sind es nun die europäische Kälte gegenüber Flüchtlingen und eigene Rassismus-Erfahrungen, die ihre Songs inspirierten: »Refugees are welcome here«, wird im Opener »Place Like This« ein Demo-Sprechchor gesampelt. Die ausnahmslos starken Songs bewegen sich zwischen verstörendem Freejazz-Noise und beinahe tanzbaren Rhythmen, Shahs Stimme und Charisma rücken sie nahe an Größen wie Karen O und Beth Ditto. Mit »Holiday Destination« findet die Wut zurück ins Songwriter-Genre. Es wurde auch Zeit.

Nadine Shah

Holiday Destination

Release: 25.08.2017

℗ 2017 1965 Records Ltd

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