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Europa Gegen Amerika

Mutter

Mutter ist wieder da. Der Satz klingt immer noch beklemmend - und genauso war die Benennung einst ja auch gedacht. Nur, das war vor Jahren. Legendäre Lärm-Attacken von dem stets no-schooligen Lärm-Wahnfried Max Müller und seiner Gang. Zum Beispiel das Album „Ich schäme mich dafür, Gedanken zu haben,
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Mutter ist wieder da. Der Satz klingt immer noch beklemmend - und genauso war die Benennung einst ja auch gedacht. Nur, das war vor Jahren. Legendäre Lärm-Attacken von dem stets no-schooligen Lärm-Wahnfried Max Müller und seiner Gang. Zum Beispiel das Album „Ich schäme mich dafür, Gedanken zu haben, die andere Menschen in ihrer Würde verletzen“ - die Hölle auf Rädern und dann später das Münden in die super-kokette (und erste tatsächlich richtig hörbare Platte) „Hauptsache Musik“. Danach riss der Faden, Max tauchte nochmal mit Solo-Fragmenten auf, schrieb ein Buch voll durchdringendem Selbsthass und eher uninteressantem Splatter und ward gesehen im Vorprogramm der Blumfeld-Tour zu „Old Nobody“, auf der er den Schönklang mit Wandergitarre dekonstruierte und mit sich abwendendem Publikum bestraft wurde. Eine super Feindkarriere. Die wird jetzt überraschend wieder aufgegriffen - sogar mit dem tonnenschwer wiegenden Label Mutter. Auf „Europa Gegen Amerika“ bekennt man sich endlich zur eigenen Institution, will nicht mehr Voll-Schocker sein, sondern als knarrender Mahner auf Elektronik den Mainstream einfach nur schlecht aussehen lassen. So erinnert der - die Bandmaschine offensichtlich per Hand zum Leiern bringende Opener - „Wir waren niemals hier“, stark an ihr einst programmatischstes Stück, „Du bist nicht mein Bruder“ (von vor ca. zehn Jahren). Daher weht der Wind. Mit neuen Leuten auf zur ernsthaften Links-Pop-Combo, die die Zerstörung zwar noch im Schild führt, aber nicht mehr komplett durchdrehen muss, um ihrer Dissidenz Luft zu machen. Konstant geblieben in dieser neuen - ja, an Acts wie die Zitronen erinnernden - Besetzung ist natürlich Müllers nölende Stimme. Die trägt durch ein, klar, subversives und immer auch sehr perfides Album. Das auf Track neun kokett (zum zweiten mal in dieser Rezensionen benutzt) behauptet „Der Krieg ist vorbei“, aber offensichtlich und ganz im Gegenteil bei den geilen Rückzugsgefechten von Haltung und Hass in Pop vorne mitmachen will. Oh, Mutter.

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