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Lambs Anger

Mr. Oizo

Dieses Ed-Banger-Phänomen ist schon ein kurioses Phänomen: Technopuristen verachten beziehungsweise ignorieren das Pariser Radaulabel seit jeher.
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Dieses Ed-Banger-Phänomen ist schon ein kurioses Phänomen: Technopuristen verachten beziehungsweise ignorieren das Pariser Radaulabel seit jeher, Indiekids hingegen raven zu den deftigen Sounds, als hätte es Daft Punk, Filterhouse und Big Beat nie gegeben. Neben vielen schnelllebigen (und nicht selten nervigen) In-yer-face-Platten sind die Franzosen aber auch immer wieder für positive Überraschungen gut.

Das neue Mr.-Oizo-Album ist eine Rakete. Nach der letztjährigen "Transsexual"-EP legt Monsieur Flat Beat nun unter dem Metallica verballhornenden Titel "Lambs Anger" siebzehn Miniaturen nach. Von Miniaturen muss man zwangsläufig sprechen, denn die Stücke sind selten länger als zweieinhalb Minuten. Das Format orientiert sich also eher an Punk denn an herkömmlicher Tanzmusik, was in ungefähr auch dem DJ-Credo der Posse entspricht. Es ist nämlich eine ziemliche Kunst, innerhalb von zwei Minuten aus seiner Kiste eine nachfolgende kompatible Platte zu kramen, auf den Teller zu hauen und in den Fluss zu mixen.

Bei Oizos Sets wird Hit an Hit geheftet, es gibt keine Atempause, die Übergänge sind meist kurz, radikal und schmerzlos. Auch das Album ist stilistisch entsprechend weit aufgefächert, "Positif" bietet eine Art Blueprint für Acid House in 2008, ein Genre, dessen Revival immer wieder angekündigt und dennoch stets halbgar realisiert wurde. "Two Takes It", der Überhit der Platte, behandelt das Thema Cumshot in allerbester Genderbending-Manier, wenn Sängerin Carmen Castro ankündigt: "I wanna come right now in your face / Let me show you how ..." Dazwischen gibt es jede Menge Krudes und Atonales zu bewundern. Das Titelstück hämmert und bohrt wie Aphex Twin bei einer Gas-Wasser-Installation. Die weiteren Tracks tragen Namen wie "Cut Dick", "Bruce Willis Is Dead" oder "Gay Dentists". Als Gäste sind neben Carmen Castro noch der großartige Error Smith von Smith n Hack und zwangsläufig Uffie (deren Album Mr. Oizo mitproduziert hat) zu hören. Bleibt lediglich zu hoffen, dass die 12-Inch-Versionen der Stücke mindestens die doppelte Spielzeit haben, aus Rücksicht auf die konventionellen - oder vielleicht muss man ja schon sagen: steinzeitlichen - DJs dieser Welt.


Mr. Oizo "Lambs Anger" (Ed Banger / Al!ve)

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