×
×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

Intro Die Woche

Jetzt für den Newsletter anmelden

*
*
*
. .
×

On the Road mit. Teil 2.

Motorpsycho live

Hamburg, Fabrik 02.05.06 (ca. 800 Zuschauer). Was konnte nach zwei auf ihre Art perfekten Abenden nun noch folgen? Zunächst eine rappelvolle Fabrik, in der an solchen Abenden Sicht und Sound leider nicht überall ein Genuss sind. Kleine Anekdote am Rande: Genau an diesem Ort wurde die Band Anfang der
Geschrieben am
Hamburg, Fabrik 02.05.06 (ca. 800 Zuschauer). Was konnte nach zwei auf ihre Art perfekten Abenden nun noch folgen? Zunächst eine rappelvolle Fabrik, in der an solchen Abenden Sicht und Sound leider nicht überall ein Genuss sind. Kleine Anekdote am Rande: Genau an diesem Ort wurde die Band Anfang der 90er Jahre bei einem Punk-Festival mit Flaschen beworfen und verließ frühzeitig die Bühne...! Motorpsycho wählen heute den direkten Einstieg mit treibenden Jazztunes und "Critical Mass". Die Combo "No Evil / Hey Jane" funktioniert ähnlich gut wie die Partysalve "You Lied / Hyenna". Alllerdings sind die Leute in Hamburg nicht so nah dran wie abends zuvor in Berlin, vielen scheint das private Gespräch wichtiger als Aufmerksamkeit und Mitsingen. "You Lose" feiert mit smoother Einleitung und rasantem Finale von Schlagzeuger Jacco Deutschlandpremiere, was auch für den Klassiker "The Wheel" gilt: Dieser psychedelische Reigen dauert über 20 Minuten und entschädigt für ein zumindest ordentliches Konzert, das an anderer Location wohl besser aufgehoben gewesen wäre - remember Markthalle 2000?

Setlist: (120 Minuten)
Critical Mass
In Our Tree
Triggerman
No Evil ->
Hey Jane
Kill Some Day
Kill Devil Hills ->
Devil Dog
29th Bulletin
You Lose
You Lied ->
Hyena
The Wheel
Before The Flood

Amsterdam, Paradiso 03.05.06 (ca. 1.200 Zuschauer, ausverkauft). Oh Paradiso, du Mekka eines jeden Konzertgängers! Die ehemalige Kirche mit beleuchteten Mosaikfenstern, Balkonen und Stuck ist allein schon ein besonderer Rahmen. Dazu eine exquisite Sound- und Lichtanlage, und das Ganze in Hollands pulsierender Hauptstadt - kein Wunder dass Amsterdam ein Highlight der Tour wird. Auch wenn Bent seine Bassanlage dermaßen laut aufdreht, das sich einem die Fritjes im Magen umdrehen: Es rockt mächtig, und die Setlist mit alten Perlen und dem Besten aus "Black Hole / Blank Canvas" schreibt bereits jetzt Geschichte. Eine faszinierende Variante von "Un Chien D' Espace", im Anschluss daran ein ausgedehntes, in etwas schnellerem Tempo gespieltes "You Lose" und ab "Triggerman" dann eine der besten Stunden Motorpsycho überhaupt: Dieses Konzert ist aufgrund von Volumen und Intensität auch ohne Rauschmittel räumlich greifbar; die Band ist tight, konzentriert, lässt sich gehen und unterhält das verwöhnte Publikum in Europas Amüsiermetropole spielend. Als man "The Wheel" schon im Ausklingen deutete, springt Bent plötzlich zum Bühnenrand und schreit dermaßen markerschütternd, dass den Menschen in den ersten Reihen ein heftiger Schauer über den Rücken läuft: Was war das?! Die Band bäumt sich noch einmal auf und rollt in "Plan #1"... glücklich schätzt sich, wer hier dabei ist. Einen großartigen Abschluss bildet die fulminante Version von "Hogwash", die Bent kniend vor seinem Amp beendet. Feedbackorgien durchziehen die geweihte Stätte und hinterlassen auch die letzte Quasselstrippe sprachlos. Amen.

Setlist: (135 Minuten)
Un Chien d'Espace
You Lose
Sail On
Coalmine pony
No Evil
Triggerman
Kill Devil Hills ->
Devil Dog ->
The Wheel ->
Plan #1
----------
Hyena ->
You Lied
Hogwash



Eindhoven, Effenaar 04.05.06 (ca. 1.200 Zuschauer). Heute konnte man etwas Besonderes erwarten. Eindhoven - Heimat der harten Rocker, des Soundmixers und Wegbegleiters Pieter und des Tourschlagzeugers Jacco - und das Effenaar als eine der Kultadressen für Motorpsycho. Hier hatte man in den letzten zehn Jahren mindestens ebenso oft gespielt - zumindest im ehemaligen Effenaar: Wo in einer alten Fabrikanlage früher 500 Personen für legendäre Abende sorgten, ist jetzt alles plattgewalzt. Stattdessen steht nebenan ein großer Betonklotz mit altem Namen und null Atmosphäre. Dafür sieht man gut und der Sound ist korrekt. Die Show wird letztlich durch einige Neuerungen im Gedächtnis bleiben: "Manmower" vom 96er Album "Blizzard" findet in einer noisigen Version nach langen Jahren erstmals wieder den Weg ins Set, "The Ace" und "L.T.E.C.", das in über 20minütiger Fassung mit interessanten Jams kaum mehr etwas mit seiner Studiofassung gemein hat, feiern Euro-Premiere. Die Band ist gut drauf und flachst herum, das Publikum ist aufmerksamer als sonst in Holland und feiert die ausführliche Vorstellung der einzelnen Bandmitglieder gebührend. "Oh no, this is going to be weird" verspricht Bent als man zum zweiten Mal für Zugaben wiederkehrt. Und das wird es auch: Mit einem Cover von Queens "Sheer Heart Attack" erfüllen sie Jacco einen Wunsch und verblüffen mit Punkattitüde - der lustigste Moment der Tour!

Setlist: (130 Minuten)
Sideway Spiral III
Kill Some Day
No Evil ->
Hey Jane
Triggerman
Sail On
The Ace
Manmower
Devil Dog
L.T.E.C. ->
Un Chien D'Espace
---------------
Hyena ->
You lied
---------------
Sheer Heart Attack (Queen cover)

Münster, Skaters Palace 05.05.06 (1.000 Zuschauer). Ein gewisses Stirnrunzeln ob des Namens der heutigen Halle war bereits im Vorfeld angebracht. Leider erweist sich der Rollbrettschuppen tatsächlich als ungeeigneter Ort für gut besuchte Konzerte. Ein knappes Drittel der Zuschauer kann kaum etwas sehen, das Licht ist schlimm und nur eine Bar für 1.000 Menschen ist bitter. Schließlich ist Wochenende und einige Leute wollen adäquat feiern. Aber egal, was zählt ist die Musik! Eine abgefahrene Version von "You Lose" mit krautigem Intro als Einstieg, "Bonny Lee" in Verbindung mit "Devil Dog" und ein sphärisches "Manmower" fallen positiv auf. Als dann plötzlich "Feel" erklingt, scheint das wie Perlen vor die Säue: Zu dritt spielen Bent, Snah und Oyvind doch tatsächlich dieses kleine akustische Juwel...! Offensichtlich fühlen sie sich danach, es wirkt wie ein Gruß an alte Forum- oder Glocksee-Tage - nur in echt schrottigem Rahmen. Das rare "Trixeene" veredelt einen etwas seltsamen Abend, der auf dem Papier besser wegkommt als vor Ort. Die längste Show der Tour bislang.

Setlist: (150 Minuten)
You Lose
Sail On
Triggerman
No Evil ->
Hey Jane
Bonny Lee ->
Devil Dog
Manmower
Critical Mass
Kill Devil Hills ->
The Ace
Feel
In Our Tree
Trixeene
Neverland
You Lied ->
Hyena
-------------
Un Chien D'Espace



Köln, Live Music Hall 08.05.06 (ca. 1.200 Zuschauer). Eine Besonderheit bei Motorpsycho ist die Angewohnheit, ein Konzert in derjenigen Stimmung zu beginnen, in der das vorige beendet wurde. Eine - don't fear the cliché - ewige musikalische Reise für Band und Fans gleichermaßen! Nachdem der Abend in Brüssels "Cirque Royale" bei Rauchverbot und bequemer Teilbestuhlung gediegen und eher ruhig verlief, steht heute nach sphärischem Einstieg einmal mehr eine Rockshow an. Die Live Music Hall ist bereits vor Konzertbeginn von der seit einer Woche allgegenwärtigen Sonne aufgeheizt und die Leute lechzen in langen Schlangen nach Bier. Mit einem leicht ausgebauten "Sancho Says" wird uns endlich auch der letzte noch fehlende Song aus dem aktuellen Album präsentiert, sieht man mal von dem "Fury"-Gruß an Gebhardt ab. Piedah hat bereits in Münster Snahs Equipment aufgebessert, so dass vom schüchternen aber ach so coolen Gitarristen an diesem beinahe jedes Lick zu hören ist. Und das ist gut so! "Dann wollen wir jazzen" albert Bent, und dampft auch schon los mit "Coalmine Pony". Die tote Dame namens "Bonny Lee" leitet den spacigen Teil des Abends ein: Hemden verkleben mit zuckenden Körpern, treibende Riffs jagen statische Stille, auf und ab und ewig dreht sich das Rad - ein Gefühlsclash aus fiebern und Schreien. Erlösung gibt die Viertelstunde "Manmower" in No Quarter-Variation und ein abgedrehtes "Hogwash". Eindeutig die heißeste Show der Tour!

Setlist: (150 Minuten)
Sideway Spiral III
Sancho Says
Sail On
Coalmine Pony
Bonny Lee ->
The Wheel
Feel
Kill Devil Hills ->
Devil Dog
Neverland
No Evil ->
Hey Jane
You Lied ->
Hyena
----------------
Manmower
----------------
Hogwash

Darmstadt, Centralstation 14.5.06 (ca. 800 Zuschauer). Auf dem Weg zurück in die nordische Heimat heißt es nach erfreulich intensiven Konzerten Abschied nehmen. Gerade zurück aus Italien, wo man ein unbefriedigendes, ein sehr gutes und ein großartiges Konzert spielte, wurde für den Schlusspunkt der Spring-Tour 2006 ein adäquater Club gewählt: Darmstadts Centralstation von 1899 war Deutschlands erstes und der Welt drittes (!) Elektrizitätswerk... rührt es wohlmöglich daher, dass Motorpsycho hier stets besondere Konzerte spielen?! Die Fans jedenfalls sind hierfür aus allen Winkeln des Landes angereist, und Motorpsycho sorgen vor knapp ausverkauftem Haus für ein würdiges Finale: Publikum, Location, Sound, Gesang und Setlist lassen keine Wünsche übrig. Erster Höhepunkt ist ein gut 20minütiger Exkurs in Gestalt von "Triggerman" / "Manmower" / "Triggerman". Auch wenn die Jams bei Motorpsycho das Besondere ausmachen, heißt es nicht zwingend Quantität = Qualität. Popsongs wie "Hyena" oder der erste Zugabenblock aus kreischendem Rock'n'Roll ("Vanishing Point" !) funktionieren auch völlig straight gespielt bestens. Aber es sind doch die psychedelischen Tracks wie "The Wheel" oder "Un Chien D' Espace", die die Seele der Band ausmachen und all diejenigen, die sie einmal wirklich gespürt haben, nicht mehr loslassen. Beide gibt es an diesem Abend, erstes in knapp halbstündiger Version und bewegender Verbindung mit "Plan #1" einer Katharsis gleich, letzteres ähnlich grandios wie auf "Roadworks 1": Am Ende der Tour sind die vier Musiker derart aufeinander eingespielt, dass man guten Gewissens von der berüchtigten "K9 Suite" sprechen kann. Eine ungeschriebene Sinfonie, die emotional wie dynamisch alle Höhen und Tiefen in sich birgt. "Timothy In The Magic City" schaut kurz vorbei und Oyvinds Sounds und Samples passen perfekt zu den dominierenden Saitenarbeiten der beiden Langhaarträger. Am Ende klagt Snahs gute alte Gibson überdeutlich ihr Leid, indem sie derart verstimmt ist, dass von der bereits beschriebenen Gitarrenmelodie nur mehr ein völlig zerfleddertes Jaulen übrig bleibt. Kein Wunder, wird dieser Track anno 2006 doch härter rausgepeitscht als je zuvor! Das liegt nicht zuletzt auch an Schlagzeuger Jacco: Sein eher gerader Spielstil treibt die Ur-Psychos direkt in Richtung Rock. An diesem Abend in Darmstadt jedoch wirbelt auch er ähnlich filigran wie sein Vorgänger. Einen direkten Vergleich nie wirklich angestellt, tut es in diesem Moment sehr gut zu sehen, dass Motorpsycho womöglich ihren Mann für die Zukunft haben: Hardrock is our Leifschteil!

Setlist: (155 Minuten)
Sideway Spiral III
No Evil ->
Hey Jane
Triggerman -> Manmower -> Return of Triggerman
Kill Devil Hills ->
Devil Dog
Hyena
U Lied
The Wheel
Plan #1
--------------
Vanishin Point
Sail On
Neverland
--------------
Un Chien D' Espace (K9)

Folgt uns auf

  • folgen
    mehr
  • Playlists
    mehr
  • Abos
    mehr
  • folgen
    mehr