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Kartographie

Mobilé

“Es gibt da diese neue Super-Band. Und der Sänger und der Bassist haben zusammen eine kleine Buchhandlung in Berlin ...” Klingt wie der Anfang von einem Indierock-Witz auf der Klowand einer Heavy-Metal-Disco. Ist aber bei Mobilé tatsächlich so. Warum es wichtig ist, das zu erwähnen? Weil die Lieder
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“Es gibt da diese neue Super-Band. Und der Sänger und der Bassist haben zusammen eine kleine Buchhandlung in Berlin ...” Klingt wie der Anfang von einem Indierock-Witz auf der Klowand einer Heavy-Metal-Disco. Ist aber bei Mobilé tatsächlich so. Warum es wichtig ist, das zu erwähnen? Weil die Lieder auf “Kartographie” nie mit schmissigen Slogans blenden, die einen beim ersten Hören aufsaugen und beim zweiten wieder ausspucken, sondern langsam, aber bestimmt in ihre Welt führen, wie eine gute Erzählung. Und ist man erst mal drin, bekommt man Lieder, in denen all das steckt, von dem wir notorisch Unverstandenen uns so verstanden fühlen: gerechter Zorn gegen die mittelgroßen Dinge des Alltags (“Prinzipiell habe ich nichts gegen renovierte Häuser”), das taube Gefühl des ersten Verliebtseins, das schon den Abschied in sich trägt (“Rotebeetesalat (Igel stehlen)”), und natürlich das unheilbare Zerstörtsein danach (“Wieder dahin kommen”). All das trägt Sänger Peer Göbel mit einer Stimme vor, in der sich haselnussig uneitle Weisheit mit teenagerhaftem Wollen von ganzem Herzen trifft. Bei ihrem Debütalbum “Nennen wir es den Tag” mussten Mobilé sich noch Vergleiche mit den frühen Tocotronic gefallen lassen. Nicht der bösartigste Einfall und auch nicht der abwegigste. So schludrig schönen Indierock hört man einfach selten mit deutschen Texten darüber. Mit “Kartographie” sind Mobilé trotzdem allem “Klingt wie” entwachsen. Mobilé sind Mobilé – und auf dem besten Wege, ihren Platz einzunehmen. Denn in dieser Band steckt alles, was wirklich großer Indierock braucht: Wahrhaftigkeit, Dringlichkeit und eine stille weise Poesie.

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