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Lieder aus dem Teufelskreis

Mo Kenney im Gespräch

Früher mit nachdenklichem Folk unterwegs, geht Mo Kenney auf ihrem dritten Album zu düsteren, intimen Geschichten und Classic-Rock-Anbandeleien über. Lena Zschirpe sprach mit der Songwriterin über Einflüsse und Ideen hinter »The Details«.
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Um die Dinge wirklich verarbeiten und ihnen gerecht werden zu können, muss man – frei nach Virginia Jetzt! – manchmal dahin, wo’s wehtut. Mo Kenney wagte genau das: Ihr drittes Studioalbum »The Details« beschäftigt sich mit allen Einzelheiten und Aspekten von Depression, Entfremdung – aber auch Hoffnung. Mos Texte kreisen um diese Themen, zeigen sie ungeschönt und offen und reichen von sehr konkreten Bildern bis zu abstrakteren, eher emotionalen Ausrufen. So wiederholt sie im hektischen, von Gitarren getriebenen »If You’re Not Dead« immer wieder »I don’t know who I think I am«. Ein Song wie ein Teufelskreis. »Ich hatte eine harte Zeit, als ich an diesem Album gearbeitet habe. Wohl jeder, der an Depressionen leidet oder gelitten hat, kennt das, dass man sich an einem gewissen Punkt einfach nicht wiedererkennt. Du fühlst dich nicht wie du selbst«, erklärt sie und hält einen Moment lang inne. »Ich hab mich an vielen Punkten nicht wie ich selbst gefühlt.«

Die ungeschützte Offenheit, mit der die kanadische Songwriterin sich nun präsentiert, mache ihre Vorgängeralben jedoch nicht weniger ehrlich oder bedeutend, stellt Mo klar. »Man hat als Künstlerin ja diesen Anspruch, besser zu werden. Ich habe diesmal versucht, verschiedene Erfahrungen zu reflektieren. Es ist wie ein Schnappschuss meines Lebens geworden.« Dafür wollte sie anders klingen, setzte ihren poppigen Folk in den Hintergrund und ließ Classic-Rock mit raueren Strukturen zu. Sounds, die sie mit ihrer Jugend, ihrem Vater und dem Knistern von Vinyl verbindet. »Pink Floyd, Led Zeppelin, Jimi Hendrix – ich hab all diese Songs auf der Gitarre geübt. Das hat mich definitiv beeinflusst.« Musik faszinierte Kenney schon früh: »Ich habe meine Mutter um Gitarrenunterricht angefleht. Wir wohnten eher ländlich, also war das erst möglich, als wir in die Vorstadt gezogen sind. Mit elf Jahren habe ich dann angefangen. Ich war besessen davon.«  

Die Geschichten zur Musik kämen dabei stets aus ihrem Inneren. »Ich schreibe immer aus einer sehr persönlichen Perspektive, es fühlt sich einfach aufrichtig an.« Vom sehr düsteren, fast aussichtslosen Anfang entwickelt sich »The Details« langsam zu weltoffenen und beinah positiven Ansätzen, wie der Titel »Feelin’ Good« schon andeutet. Für Mo ist »The Details« deshalb auch ein Konzeptalbum, das ihren Weg aus einer persönlichen Krise dokumentiert. »Ich habe mir vorgestellt, wie es als Gesamtwerk klingen würde«, sagt sie. Und da diese Lebensphase kaum linear verlaufen ist, lässt sie auch unerwartete Stimmungen und ein sehr plötzliches Ende zu. »Ein Album ist am spannendsten, wenn man viele verschiedene Sounds hat, wenn es dich überrascht und du nicht weißt, was als Nächstes passieren wird.« Stimmt.

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