×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

Intro Die Woche

Jetzt für den Newsletter anmelden

*
*
*
. .
×

»The Crack«

Micatone

Micatone werden in ihrem 18. Lebensjahr tatsächlich erwachsen. Musik, die mit einem »Youth Advisory«-Sticker für Pop der gediegensten Sorte versehen werden müsste.
Geschrieben am
Am Anfang ihrer Karriere waren die Berliner Micatone angetreten, um Clubmusik live zu spielen und mit ihren Instrumenten dem DJ die Arbeit abzunehmen. Das war im Umfeld ihres Labels Sonar Kollektiv damals noch ein recht elektronischer Sound, aber vor allem auch das, was man damals »Lounge« nannte. Das passende Etikett war dann »Nu Jazz«, nicht zuletzt wegen ihrer Frontfrau, der ausgebildeten Jazzsängerin Lisa Bassenge. Beides, die Elektronik und der Jazz, sind auf »The Crack« nun nahezu verschwunden, als Endpunkt einer Entwicklung, die schon auf den letzten Werken festzustellen war. Was es hier zu hören gibt, sind Pop und erstaunlich viel Blues.

Natürlich sind hier Handwerker mit Meisterbrief und besten Referenzen am Werk: Jeder Ton sitzt, jedes Arrangement ist bis ins Letzte durchdacht und doch immer wieder überraschend, der Sound ist knackig, rund, transparent und unwahrscheinlich elegant. Das Ganze glitzert und glänzt, ohne zu blenden, und ist mit einem Wort: gediegen! Allein besteht natürlich auch die Gefahr, in Snobismus abzurutschen. Selbst »Barbed Wire«, der düstere Song aus der Sicht eines Geflüchteten, klingt auch in jeder Hotelbar fantastisch. Oder, um es anders zu sagen: Das alles ist eben furchtbar erwachsen. Nicht wild, nicht innovativ, nicht zornig, nicht frisch, nicht naiv. Aber eben auch nie blöd, flach, viril, aggressiv oder unausgegoren. Dein pubertierender Neffe wird diese Musik hassen. Und wer sagt, dass das nicht auch mal ausgesprochen wohltuend sein kann?

Micatone

The Crack

Release: 01.12.2017

℗ 2017 Sonar Kollektiv

Folgt uns auf

  • folgen
    mehr
  • Playlists
    mehr
  • Abos
    mehr
  • folgen
    mehr