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Mit Philip Fassing

Maschinenraum #258

Düstere Musik für düstere Zeiten? Ganz so schlimm ist es natürlich nicht: Neben Strobo und Nebelmaschine ist sogar noch ein wenig Platz für Jazz. 
Geschrieben am
Als einer der wenigen erfolgreichen US-Techno-DJs, die nicht aus Detroit, New York oder Chicago kommen, mag DVS1 aus Minneapolis gewissermaßen ein Exot bleiben, musikalisch gehört der gebürtige Russe dagegen längst zum Kanon der Berliner Techno-Schule um das Berghain – und natürlich weit darüber hinaus. »Fabric 96: DVS1« (Fabric) mag dementsprechend ein sogenannter No-Brainer sein, ist aber zugleich auch eine Premiere, schließlich handelt es sich tatsächlich um die erste Mix-CD des DJs. Die wird fast ausschließlich mit unveröffentlichtem Material bestritten, aus dem sich ohne große Umschweife ein düsterer Sog aus schnörkellos-technoiden Beats bildet.

DVS1

fabric 96: DVS1

Release: 08.12.2017

℗ 2017 fabric

Der Brückenschlag von DVS1 zu Terence Fixmer fällt nicht schwer, zählt der Franzose doch ebenfalls zum erweiterten Umfeld des Berliner Clubs. Mit »Dance Of The Comets« (Novamute) folgt nach der EP »Force« im Juli nun noch einmal neue Musik, die sich in den gewohnten Koordinaten bewegt und sich vor allem durch einen gewissen Hang zur (angedeuteten) Disharmonie zusammenfassen lässt. Die sorgt nämlich bereits in dem mächtigen Lead-Synthesizer des Titeltracks für eine unheilschwangere Stimmung und wird mit dem letzten Titel »The Silence« bisweilen sogar richtig gespenstisch.

Terence Fixmer

Force EP

Release: 28.07.2017

℗ 2017 Ostgut Ton

Mit »Speicher 100« (Kompakt Extra) begeht man im Hause der Kölner Techno-Instanz Kompakt derweil mal wieder ein Jubiläum. Einst als Nebenschauplatz für das eher funktional angelegte DJ-Werkzeug eingerichtet, hat das Sublabel mit der titelgebenden Serie in den vergangenen 16 Jahren gleich eine ganze Reihe von unwahrscheinlichen Hits hervorgebracht. Zur runden Katalognummer versammeln sich mit Michael Mayer, Jürgen Paape, Jörg Burger und den Voigt-Brüdern standesgemäß Protagonisten der ersten Stunde, die über sechs Titel sehr schön die öfter unterschätzte Bandbreite der Reihe illustrieren. 
Drei instrumentale Titel, an denen insgesamt acht Künstler beteiligt waren – das muss man auch erst mal schaffen. Für Jan Werner und Andi Toma von Mouse On Mars offenbar kein Problem, schließlich steht ihre jüngste EP »Synaptics« (Monkeytown) voll und ganz im Zeichen dieses kollaborativen Wahnsinns. Das Schöne: Man kann hier wirklich jeden Beteiligten raushören, sei es das schelmische Chaos von Modeselektor auf »Bluescreen« oder das charakteristisch verträumte Arrangement des New Yorker Duos Sepalcure auf »Sensitive Person«.

Mouse On Mars

Synaptics - Single

Release: 13.10.2017

℗ 2017 Monkeytown Records

Avalon Emerson liefert bereits seit 2014 in zuverlässiger Beständigkeit ab und konnte mit verhältnismäßig wenigen Veröffentlichungen bereits eine Menge Zuspruch einstreichen. Das ist streng genommen aber nur die halbe Wahrheit, dürfte ihre ständige Festival- und Club-Präsenz doch mindestens genauso ihren Teil dazu beigetragen haben. »Whities 13« (Whities) wird wohl ebenfalls auf die steile Karriere der Wahlberlinerin einzahlen, schließlich schraubt sich vor allem der Arpeggio-Wahnsinn der A-Seite dermaßen nachhaltig ins Ohr, dass man ihn nur schwer wieder loswird.

Avalon Emerson

Whities 013 - Single

Release: 03.11.2017

℗ 2017 Whities

Adam Longman Parker alias Afriqua ist alles andere als ein Neuling im erweiterten Spannungsfeld aus Deep-House und Techno: Seine Spuren lassen sich auf einschlägigen Plattformen wie Discogs bis in das Jahr 2012 zurückverfolgen. Zahlreiche Singles sind seitdem unter seinem Alias erschienen, und doch dürfte »Aleph« (R&S) etwas Besonderes sein. Nicht nur, dass hier erstmals ein legendäres Dance-Label seinen Segen erteilt hat, nein, auch die vier Titel der EP sind wirklich etwas Außergewöhnliches. Eigenwillig zwischen freier Improvisation und straffen Grooves pendelnd, vereinen diese beseelten House- und Ambient-Tracks mühelos zwei entgegengesetzte Pole.

Afriqua

Aleph - EP

Release: 08.12.2017

℗ 2017 R&S Records

Mit »Material« (LuckyMe) ist derweil auch das Debütalbum von Cid Rim erschienen, der hier über eine Laufzeit von gut 45 Minuten demonstriert, wie gut man sich mit elektronischer Musik immer noch zwischen die Stühle setzen kann. Klar, mit seinen nervös fluoreszierenden Synthesizer-Figuren passt der Wiener, bürgerlich Clemens Bacher, erstklassig in das Portfolio von LuckyMe. In Sachen Rhythmus und Arrangement ist das allerdings schon fast näher am Jazz als an den muskulösen Club-Nummern von Label-Acts wie Lunice oder Baauer. Verspult, oft mehrfach ineinander verschachtelt und doch über weite Strecken angenehm zugänglich – ein Trick, von dem man eigentlich gar nicht wissen möchte, wie er funktioniert.

Cid Rim

Material

Release: 20.10.2017

℗ 2017 LuckyMe

James Braun hört eigentlich auf den Namen Martin Høgild und veröffentlicht seit gut zehn Jahren unter diesem augenzwinkernden Alias Musik. »Tearjerker« (Tartelet) ist das erste Lebenszeichen des Dänen seit fünf Jahren – und warum auch immer man darauf warten musste, es hat sich gelohnt. Die vier Tracks strotzen nur so vor Seele und Groove, vor allem der Galaxy-Dub des titelgebenden Stücks sitzt in jeglicher Hinsicht und kommt in der digitalen Fassung dieser EP sogar noch in einer dritten Variation. 

James Braun

Tearjerker

Release: 24.11.2017

℗ 2017 Tartelet Records

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