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»Alben sind nicht mehr zeitgemäß.«

Lgoony im Gespräch

Lgoony ist Teil einer Generation, für die das Internet viel relevanter ist, als Albenverkäufe oder Charts. Der junge Kölner hat mit seinem im letzten Dezember veröffentlichten »Space Tape Vol. 1: Goonyverse« in Rapdeutschland für einiges Aufsehen gesorgt. Für seine sphärischen Sounds und Autotune-Harmonien gilt er als »deutscher Yung Lean«. Oscar Fuchs hat sich mit Lgoony auf ein Kölsch getroffen, um über Autotune, Drogen, die Zukunft und seine musikalischen Einflüsse zu reden.
Geschrieben am
Du hattest im Januar deinen ersten Auftritt, wurdest prompt für das Berlin Festival gebucht und die Intro nannte dich einen unerwarteten Höhepunkt des Wochenendes, außerdem trittst du mit Casper auf Castivals auf und bist fürs Splash! gebucht. Da fragt sich jemand, der dich noch nicht so gut kennt wo du so schnell hergekommen bist? Erklär mir mal so ein bisschen das Phänomen Lgoony.
Ich mache gerne die Musik, die ich selber gerne hören würde. Es scheint da auch Bedarf zu sein, deswegen werde ich einige Male gebucht und finde ein bisschen statt. Ob ich jetzt ein Phänomen bin weiß ich nicht. 

Du wurdest in der Vergangenheit häufig als »deutscher Yung Lean« bezeichnet. Ist er für dich wirklich so ein großer Einfluss? Gefällt dir dieser Titel? 
Das ist ein bisschen zu undifferenziert. Ich bringe in meine Musik viele Einflüsse mit ein. Ich mag einfach diese atmosphärischen Beats wie bei Yung Lean oder auch bei anderen Künstlern, es ist nicht nur auf Yung Lean beschränkt. Young Thug höre ich zum Beispiel sehr gerne. Bei dieser Kombination aus Beats und Autotune ist natürlich schnell dieser Vergleich da. Ich hab aber nicht darauf hingearbeitet, der deutsche Yung Lean zu sein. 
Du hast mit deinem ersten Mixtape »Goonyverse« schon für einiges Aufsehen sorgen können. Wie geht’s weiter? Ist ein weiteres Mixtape oder ein Album in Arbeit? 
Ich hätte nie gedacht, dass das so groß wird. Diesen Sommer kommt mein nächstes Mixtape, das »Grape Tape«. Ich hätte es gerne vor dem Splash! fertig gehabt, das hat aber nicht ganz geklappt. Und danach mal sehen. Ich denke eigentlich eher von Song zu Song als in Projekten. Ein Album kommt aber sicher auch noch irgendwann, ich lasse mir aber Zeit. Ansonsten habe ich noch ein paar Features in Arbeit. Ich probiere viel aus, wer weiß, vielleicht ist Lgoony auch nicht mein letztes Aka.

Wie bist du mit deinem »Mentor« Money Boy in Kontakt gekommen?

Er hat mich irgendwann angeschrieben und gemeint, dass wir einen Track zusammen machen sollten. Wir haben auch ein paar gemacht. Ich war dann auf seinem letzten Album, »Cash Flow« zu hören. Die Leute, die denken dass er eine Parodie ist, haben sich nicht richtig damit auseinandergesetzt. Er ist von seiner ganzen Herangehensweise an die Musik eine sehr inspirierende Person. Er macht ja auch viele Free Mixtapes und das ist der richtige Weg, um seine Musik an den Start zu bringen. Alben sind nicht mehr wirklich zeitgemäß, seine Alben in irgendeiner Spezialbox rauszubringen, finde ich irgendwie auch rückständig.

Kannst du mir was zu deinem Produktionsprozess erzählen?
Für das »Space Tape« habe ich stundenlang auf Soundcloud nach Beats gesucht. Ich hatte einfach Spaß und habe das mit einem ziemlich schlechten Equipment in meinem Schlafzimmerstudio produziert. Ich hole glaube ich so ziemlich das Beste heraus, was man rausholen kann. Autotune ist ein toller Effekt den ich gerne benutze, man kann damit sehr viel machen und sich musikalisch total ausleben. Es ist auch kein Wundermittel, das untalentierte Sänger gut klingen lässt. Ich mag bei Autotune, dass die Stimme nicht mehr wirklich menschlich klingt und alles wirklich glatt ist. 
Casper, der dich supportet, hat einen neuen Song »Lordlevel«, dem deine stilistischen Einflüsse schon anzumerken sind. Siehst du dich  auf der großen Bühne bzw. im Mainstream?
Ich denke gar nicht, dass Casper das jetzt unbedingt von mir hat. Der hört auch ziemlich ähnliche, aktuelle Ami-Rap Sachen wie ich. Da ist man in diese Richtung natürlich ein bisschen inspiriert. Deutschland hinkt ja musikalisch immer total hinterher, in den USA ist der Stil schon groß. Ich denke mir schon, dass der Stil auch auf deutsch irgendwann im Radio laufen könnte. Ich sehe das als logischen Schritt. 

Spielt Codein beim Musikmachen eine Rolle für dich?
Ne, nee gar nicht. Ich bin außer Alkohol clean. Ich brauche so was nicht um kreativ zu sein. Ich kann auch ohne Drogen upturnen. Medikamenten Manfred und Hustensaft Jüngling dagegen leben den Turn Up. Bei Money Boy mache ich mir ein bisschen Sorgen, dass es irgendwann zu viel wird und er sterben könnte, Overdose und so. Aber ich denk er weiß auch schon wo seine Grenzen sind. 

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