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»Also sprach Zarathustra«

Laibach

Laibach eine Post-Industrial-Band zu nennen würde dem seit 1980 agierenden interdisziplinären Kunstprojekt nicht gerecht. Jetzt erscheint ein Album, das Laibach für eine Theateradaption zum Werk »Also sprach Zarathustra« von Friedrich Nietzsche geschrieben haben.
Geschrieben am
Laibach blicken auf eine lange Geschichte voll von politischem Aktivismus und Kunstgriffen zurück. Erst kürzlich spielten sie als erste Rockband ein Konzert in Nordkorea. »Also sprach Zarathustra« entstand nun für ein Theaterstück unter Leitung von Regisseur Matjaž Berger. Seine Materialauswahl reiht sich in die zahlreichen Auseinandersetzungen der Band mit Faschismus ein. Einige Textstellen, in denen Zarathustra den Starken das Recht zubilligt, sich zu nehmen, was sie wollen, und den »Überflüssigen« den Tod wünscht, wurden immer wieder als sozialdarwinistisch interpretiert. Auch die Lehre vom »Übermenschen« diente als philosophischer Boden für die NS-Ideologie.

Laibach bedienen sich wie bei vielen ihrer früheren Werke des Prinzips der Überaffirmation. Die Inszenierung und das Herausschälen einzelner Textstellen geschieht bei ihnen nicht mit dem Ziel der Ironie, Satire, Übertreibung oder kritischer Distanz, sondern soll zu einer »affirmativen Überidentifizierung« führen. Zitate werden einer düsteren elektronischen Soundkulisse überlassen, sodass es dem Hörer vor Faszination und Ekel schaurig über den Rücken läuft. Es ist bei Laibach wichtiger, das Gesamtwerk eines begnadeten, politisch engagierten Künstlerkollektivs zu betrachten, als die einzelne Aktion. Eine Platte wie diese mit dem Handwerkszeug der Pop-Kritik fassen zu wollen muss scheitern.

Laibach

Also sprach Zarathustra

Release: 14.07.2017

℗ 2017 Mute Artists Ltd

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