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Hordes Of Chaos

Kreator

Sich zu aktuellen Metal-Platten von Metal-Legenden zu äußern, ohne dass der Nostalgie-Faktor alles alles überlagert, scheint kaum möglich.
Geschrieben am
Sich zu aktuellen Metal-Platten von Metal-Legenden zu äußern, ohne dass der Nostalgie-Faktor alles alles überlagert, scheint kaum möglich. So viele neue Alben von Slayer über Sodom, Helloween, Metallica bis hin zu AC/DC hat man seit den Achtzigern über sich ergehen lassen müssen - und am Ende jeder weiteren Platte stand stets die Behauptung, jetzt sei der Act endlich wieder an dem Punkt seiner größten (also frühen) Erfolge.

Und jedes Mal verschwand die kontemporäre Veröffentlichung bei Kritikern und Hörern danach dennoch sang- und klanglos im Schrank. Und das auch meist vollkommen zu Recht. Denn dieses schnell in Desinteresse umschlagende Wohlwollen gebiert sich eben einfach aus dem hauseigenen Nostalgie-Zentrum der Hörer. Soll heißen: Eine kurz aufgeflammte, wertvolle Erinnerung, die mit Jugend und Krach zu tun hat, überdeckt all den mediokren und egalen Mist des Moments. Das aber nicht nachhaltig.

Warum soll es bei "Hordes Of Chaos" nun anders sein? Ich kann es nicht versprechen, habe aber eine Ahnung. Eine Ahnung, dass allein bereits der Titelsong die Kraft hat, neben den Kreator-Klassikern eine echte Berechtigung zu finden. So - Nerds mögen mir vergeben - uninteressant mir jede Diskussion über Sound bis dato war, so überrascht bin ich, dass die Live-Einspiel-Produktion von Moses Schneider (siehe Intro #167) tatsächlich einen signifikanten Unterschied zu machen scheint. Statt technisch perfekter Maximalauslastung jeder Spur hört man hier zur Abwechslung wirklich die Band, die spielt. Und das in aller Härte, als wären ihre Mitglieder immer noch 15 und total auf Hass. Aber wie Mille im Interview verlauten ließ: "Was nützt dir die beste Produktion, wenn deine Songs scheiße sind?" Dementsprechend sollte man auch das Songwriting erwähnen. Das schön zwischen wahnsinnigem Tempo und Gewalt noch erkennbare Refrain-Melodien reinvermittelt. Die viel diskutierten Text-Anleihen an Tocotronic-Zeilen (aus "Freiburg") hört man nicht raus, präsent ist aber auf jeden Fall die Ton-Steine-Scherben-Reminiszenz in Form des Songtitels "Destroy What Destroys You". Auf dem Stück "Amoks Run" kann man Mille sogar singen hören. Dabei klingt er allerdings wie ein leicht schiefer Justin Sullivan von New Model Army. Witzige Einlage. Soll ja eben alles nicht zu perfekt klingen. Ansonsten ist das hier der größtmögliche Wurf, den man als 80er-Thrash-Metal-Legende 2009 überhaupt bringen kann. Dabei ist ihnen der Headliner-Slot beim Wacken ja ohnehin auf Lebensdauer sicher - umso erfreulicher, dass sich Kreator derartig viel Mühe gegeben haben, keine egale Platte zu machen. Und es ist ihnen gelungen. Das hier ist wirklich nicht egal.

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