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Requiem für die Gegenwart

Klez.e live in Köln

Klez.e spielen das Kölner Publikum mit jedem Song tiefer in ein rauschhaftes Delirium, in dem sich alles ineinanderfügt und in einer dunklen Stimmung zwischen Achtzigern und Aufbruch entlädt.
Geschrieben am
08.12.17 Köln, Subway  

Der Weg hinunter in den nebeligen, violett beleuchteten Konzertraum des Kölner Clubs Subway führt direkt in eine andere Welt. In einer dunkel-andächtigen Stimmung erscheinen die Achtziger Jahre greifbar nah und nachfühlbar. Kitschige Nostalgie-Gefühle für die ganze Familie wären hier aber völlig fehl am Platz. Stattdessen bereiten bereits die Synthie-Klänge und Post-Punk-Riffs der Vorband Box And The Twins den isolierenden Rauschzustand vor, der im Auftritt von Klez.e seine vollkommene Wirkung entfalten wird.

Tobias Siebert gibt sich in seinem Projekt Klez.e ganz seiner musikalischen Verwurzelung im depressiven Post-Punk von The Cure hin. Sein Robert-Smith-ähnliches Aussehen und der Klez.e-Sound sind zugleich Hommage und Fortsetzung des vermächtnisvollen Zeitalters. Neben der letzten Platte »Desintegration«, die sich eine dunkle Verhandlung der deutsch-deutschen Wiedervereinigung zum Thema gemacht hat, nehmen die Berliner auch ältere Songs wie »Im Raum mit Toten« oder »Der Garten« in ihr Set auf.
Eine durchgängige Spannung lässt kaum Zeit für große Zwischenreden, vielmehr fügt sich ein Song kompromisslos in den nächsten und macht ein Entkommen aus dem sphärischen Bann völlig unmöglich. Das Publikum verschwimmt unter dem schleppenden Tempo, den hallenden Gitarren und den kühlen Worten von Sänger Tobias Siebert zu einem hingebungsvollen, organischen Ganzen. »Und wir sind gefangen in dieser Zeit«, die vorherrschende Zeile aus »Strandlied«, bringt die depressiv-schöne Konzertstimmung auf den Punkt. Klez.e beweisen durch schnelle Wechsel und die evozierte Requiem-Atmosphäre einmal mehr ihre außergewöhnliche Live-Stärke. Obwohl Tobias Siebert in »Am Grund der tiefgrünen See« die kollektive Stimmung mit den Worten »Weck mich nicht auf« wiederholt ausspricht, findet das Konzert nach zwei Stunden, zwei Zugaben und einem tosenden Applaus sein Ende. Alles ist vergänglich.

Klez.e

November – Desintegration (Live)

Release: 10.11.2017

℗ 2017 Staatsakt.

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