×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

Intro Die Woche

Jetzt für den Newsletter anmelden

*
*
*
. .
×

Mut zur Zahnlücke

Kitty, Daisy & Lewis im Gespräch

Die Geschwister Durham wirken stets, als hätte man sie kurz nach dem Release der ersten Elvis-Single eingefroren und erst Mitte der Nullerjahre aufgetaut, wo sie – noch im Teenageralter – für ihren leidenschaftlichen Retro-Sound sogleich gefeiert wurden. Annett Bonkowski sprach mit ihnen über das neue Album »The Third«.
Geschrieben am
Den Mut zur Lücke kann man sich als Künstler wohl kaum antrainieren. Den Geschwistern Kitty, Daisy & Lewis wurde er dagegen praktisch in die Wiege gelegt. Ihr optisches Markenzeichen im Gebiss, diese verschmitzte Zahnlücke, ist nicht nur ein Indiz für den engen Verwandtschaftsgrad, sondern im übertragenen Sinne auch für ihre gemeinsame Auffassung, sich beim Songwriting stets ein Hintertürchen offenzuhalten.

Bevor ein Song zu sehr gen formatierten Rock’n’Roll tendiert, schlenkern sie in den Swing; bevor nur der Blues-Opa im Publikum anspringt, geben sie den Kids eine Prise Pop. Und bevor jemand glaubt, der Gag »Teenager spielen die Musik ihrer Großeltern« habe sich abgenutzt, holen sie einen alten Punkrocker an Bord, um den Generationen-Clash noch ein wenig weiterzutreiben. Für »The Third« saß nämlich Mick Jones, einst Gitarrist von The Clash, am Mischpult. Jones lieferte nicht nur frische Impulse, wie Lewis erklärt: »Als Musiker hat man bei Mick das Gefühl, dass er sich wirklich für deine Ideen begeistert und es mehr für ihn ist als reiner Job, den er zu erfüllen hat. Er brachte uns jeden Tag frische Blaubeeren mit, weil er fand, sie seien gut für unsere Gehirnaktivität.«
Ob Jones dafür wohl früher auch Blaubeeren gebraucht hat? Vom Obst einmal abgesehen schätzt Kitty jedoch eine weitere Eigenschaft besonders an ihm: »Er verstand es, als Produzent auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen und uns trotzdem dabei zu helfen, an unser Ziel zu gelangen«, reflektiert sie bei einem Glas Rotwein über die gemeinsame Arbeit. Man hört es dem Album an, ebenso wie das Upgrade, das sich die vor allem in England sehr erfolgreichen Geschwister gegönnt haben: Ein ehemaliges indisches Restaurant im Londoner Stadtteil Camden wurde zum bandeigenen 16-Spur-Analog-Studio umgebaut, in dem folglich auch die Arrangements der Songs deutlich größer ausfielen als zuvor. Daisy dazu: »Nicht nur unsere Songs, sondern auch unser Equipment hat ein Upgrade verpasst bekommen. Wir sind als Band kreativ gesehen auf eine neue Stufe vorgerückt. Dafür muss man eben Risiken eingehen.« 

Kann man so unterschreiben – und weiterhin gespannt sein, in welche Richtung die drei sich noch weiterentwickeln werden. Wer weiß, vielleicht kommen sie ja im hohen Alter musikalisch in der Jetztzeit an und spielen 2047 Dubstep – es wäre eine schöne Pointe. 

– Kitty, Daisy & Lewis »The Third« (Sunday Best / Coop / PIAS / Rough Trade / VÖ 23.01.15) Auf Tour vom 22.02. bis 12.03.

Kitty, Daisy & Lewis

Kitty, Daisy & Lewis the Third

Release: 26.01.2015

℗ 2015 Sunday Best Recordings

Folgt uns auf

  • folgen
    mehr
  • Playlists
    mehr
  • Abos
    mehr
  • folgen
    mehr