×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

Intro Die Woche

Jetzt für den Newsletter anmelden

*
*
*
. .
×

Mercedes-Dance

Jan Delay

Jan Delay bleibt seinem Nachnamen treu. Fünf Jahre ließ uns der Hamburger warten, ehe er nun im »Mercedes-Dance« vorfährt, in erster Reihe parkt und mit frisch gebügelten Nike Air Max an den Füßen vom Fahrersitz gleitet. Der Mann, der sich selbst als »halb B-Boy, halb Boheme« bezeichnet, schlurft zu
Geschrieben am
Jan Delay bleibt seinem Nachnamen treu. Fünf Jahre ließ uns der Hamburger warten, ehe er nun im »Mercedes-Dance« vorfährt, in erster Reihe parkt und mit frisch gebügelten Nike Air Max an den Füßen vom Fahrersitz gleitet. Der Mann, der sich selbst als »halb B-Boy, halb Boheme« bezeichnet, schlurft zum Kofferraum, öffnet die Klappe und holt seine neueste Überraschung heraus: die elfköpfige Funkband Disco No.1, verantwortlich für den Soundteppich auf Jan Eißfeldts Soloalbum No.2. Kurz gesagt ist die Situation so: Jan Delay mag immer noch Wortspiele, er näselt jetzt zu Funk statt zu Reggae, posiert nicht mehr maskiert und übt lieber Style- als Systemkritik. »Ich muss was für meinen Dispo tun, schmeiß keine Steine mehr, schmeiß jetzt Discokugeln«, stellt er im Intro klar, lenkt dann aber gleich ein: »Nee, war 'n Gag, ich tu noch Jammern und Meckern, aber dies nur in Form von amtlichen Brettern«. Und in Form absoluter Schönheit. Selten wurde das Dilemma, in einem Land aus Bausparern und Klaus Lages zu leben, so treffend (und tanzbar) formuliert wie in dem Song »Kartoffel«. Im Vergleich zum Vorgänger »Searching For The Jan Soul Rebels« wurde das Tempo etwas angezogen, statt verträumtem Schunkeln ist jetzt Action mit Spagateinlage auf der Tanzfläche angesagt. Selbstverständlich wurde der Funkbandsound zu diesem Zweck nochmals von Arfmann und Tropf elektronisch aufgewienert. Und so werden sich auch diesmal wieder alle auf Jan Delay einigen können. Denn der Mann versteht es, stets die richtige Richtung einzuschlagen und den richtigen Ton zu treffen – sowohl musikalisch als auch inhaltlich. Am Ende geht Delay dann noch einmal an seinen Kofferraum, langt hinein und holt einen Mann mit Hut heraus: Udo Lindenberg, der verloren geglaubte große Bruder. Gemeinsam gospeln sich die Zwei durch den Song »Im Arsch«. Trauriger und schöner wurde selten gesungen in Deutschland. Klassiker!

Folgt uns auf

  • folgen
    mehr
  • Playlists
    mehr
  • Abos
    mehr
  • folgen
    mehr