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Mit Christian Steinbrink

Immer noch Indie? #249

Die erste Auswahl des Jahres beweist einmal mehr: Indie meint heute alles und nichts. Was nicht schlimm ist. Diesen Platten ist höchstens noch gemein, dass sie nischig, hochklassig und sträflich vernachlässigt sind.
Geschrieben am
Starten wir das neue Jahr aber mit einem Newcomer, der in den kommenden Monaten noch für Aufmerksamkeit sorgen dürfte: Die in Berlin residierenden Australier Parcels geben mit der EP »Hideout« (Kitsuné) ihr Debüt und platzieren sich unverschämt elegant zwischen Acts aus dem Umfeld ihres Labels wie Phoenix und Daft Punk auf der einen und der vornehmen Smoothness der Whitest Boy Alive auf der anderen Seite. Und da auch das Songwriting dieser ersten fünf Songs ein hohes Niveau offenbart, kann man nur empfehlen: Behaltet diesen Namen!

Parcels

Hideout - EP

Release: 27.01.2017

℗ 2016 Kitsuné Musique

Ebenfalls aus den Untiefen der internationalen Berliner Subkultur heraus, aber mit deutlich weniger Masterplan agieren die Apples In Space. Ihr sinnlich-süßes Album »The Shame Song« (Nick & Nora) ist ein Lo-Fi-Folk-Kleinod, das in rasanteren Momenten sogar an die Moldy Peaches oder Herman Dune zu erinnern vermag. Element Of Crime haben die Band in Kaschemmen ihrer Stadt aufgetan und auch schon mit auf Tour genommen. Ein komfortabler Anker, den man der Band nur gönnen kann.

Apples in Space

The Shame Song

Release: 11.11.2016

℗ 2016 Nick & Nora Records

Mit den Foreign Diplomats markiert sich auch Montreal mal wieder auf der Landkarte des verheißungsvollen Indie-Pop. Deren Debütalbum »Princess Flash« (Revolver) versammelt all die Attribute, die schon Bands wie Clap Your Hands Say Yeah, Architecture In Helsinki oder Arcade Fire stark gemacht haben. Das sind leichtfüßige, enthusiastische und kreativ arrangierte Songs, die in vielen Fällen auch in Diskotheken gut funktionieren dürften.

Foreign Diplomats

Princess Flash

Release: 27.01.2017

℗ 2017 Revolver Distribution Services

Ihren vollen Namen Sons Of Noel And Adrian haben die Briten SONAA wohl vor allem deshalb abgekürzt, weil sie nicht mehr ignorieren konnten, dass auch Girls fest zu ihrem zehnköpfigen Ensemble gehören. Musikalisch erinnert »Turquoise Purple Pink« (K&F), ihr drittes Album in acht Jahren, an einen avancierten Mittelweg zwischen Montreals Szene rund um das Constellation-Label und Chicago-Postrock, angereichert um den sachten Folk des britischen Südens. Das klingt ambitioniert und manchmal auch verwegen, gibt in den sechs ausladenden Songs aber auch enorm viel.

Sons of Noel and Adrian

Turquoise Purple Pink

Release: 25.11.2016

℗ 2016 K&F Records

Nicht jedes Cover-Album ist wirklich die Anschaffung wert – »Other People’s Songs: Volume One« (Secretly Canadian) von Damien Jurado & Richard Swift aber ohne jeden Zweifel. Fans dieser Künstler wissen sowieso um die verlässliche Klasse beider, die sich auch auf dieser neun Songs umfassenden Zusammenstellung fortsetzt. Wie nicht anders zu erwarten covert sich das Duo formvollendet durch die Popgeschichte und nimmt sich dabei unter anderem Bill Fay, John Denver, Yes und sogar Kraftwerk vor. Die vom Albumtitel angekündigte Fortsetzung darf gern kommen.

Damien Jurado & Richard Swift

Other People's Songs, Vol. 1

Release: 02.12.2016

℗ 2016 Secretly Canadian

Ähnlich stilvoll agieren in dieser Auswahl nur noch Dakota Suite & Quentin Sirjacq auf ihrem hübsch aufgemachten Themenalbum »Wintersong« (Schole). Der britische Songwriter und der französische Pianist spielten in der Vergangenheit schon des Öfteren zusammen, unter anderem unterstützte Sirjacq (zuletzt mit tollem Soloalbum auf Karaoke Kalk zu hören) Dakota Suite auch live. In dieser Zeit entstanden die sacht arrangierten Neuinterpretationen älterer DS-Songs, die auf diesem Album zusammengefasst werden. Die typische Getragenheit der Stücke bleibt dabei erhalten, die Piano-Arrangements helfen ihnen aber, ihre ohnehin schon starke Stimmung noch zu intensivieren.

Dakota Suite & Quentin Sirjacq

Wintersong

Release: 16.12.2016

℗ 2016 schole

Das dritte Duo in dieser Reihe ist vor allem dafür da, um seine Hörer zu überwältigen: Mica Levi & Oliver Coates widmen sich auf »Remain Calm« (Slip) auf sehr anregende Art und Weise freien und abstrakten Hörstücken, die nur noch entfernt etwas mit Levis poppigeren Arbeiten als Micachu gemein haben. Niemand darf erwarten, dass die 13 Kompositionen dieses Albums leicht sind – sie besitzen aber genügend Atmosphäre, um als von Electro und Dub angereicherte freie Musik in an Filmmusiken erinnernden Kontexten zu wirken.

Mica Levi & Oliver Coates

Remain Calm

Release: 25.11.2016

℗ 2016 Slip

»Close Your Eyes« (Wild Combinations) ist ein weiteres Album, das fast ausschließlich aus Coverversionen besteht. Seine Interpretin Bic Runga ist in ihrer Heimat Neuseeland ein Popstar und wäre es in einer gerechten Welt überall. Die Songs, im Original unter anderem von Nick Drake, Love, Kanye West und Roberta Flack, atmen bei allem Pop-Appeal einen sanft groovenden Lo-Fi-Vibe und erinnern damit wohlig an Zeiten in den 1990ern, in denen Acts wie Luscious Jackson oder Cibo Matto populär waren. Heute klingen höchstens noch Danger-Mouse-Produktionen ähnlich warm und reizend.

Bic Runga

Close Your Eyes

Release: 18.11.2016

℗ 2016 Wild Combinations

»Lassen Sie es sein«, übersetzt der Computer mir Banausen »Laisse ça être« (Crammed Discs), das Debütalbum der Südfranzosen Aquaserge nach diversen Kleinveröffentlichungen. Das Album ist mit seinen Anleihen an Psych und Kraut, Beat, Surf und Funk eine kratzige, aber äußerst stimmungsvolle Angelegenheit, die Substanz und Klischees auf eine Art zusammenbringt, die man gerne auch mal live sehen würde. Hittig ist hier zwar wenig, dafür aber verdammt charmant.

Aquaserge

Laisse Ça Être

Release: 03.02.2017

℗ 2017 Almost Musique / Crammed Discs

»1000 Years« (Allman Brown Production), das Debütalbum des Singer/Songwriters Allman Brown, könnte dagegen tatsächlich zum Hit werden. Denn der Brite verbindet in seinen Stücken ein komplexes, ansehnliches Songwriting mit einer tief sitzenden Emotionalität. Das schneidet sich manchmal an der Kante zur Cheesiness, erinnert auf der anderen Seite aber oft an James Vincent McMorrow oder sogar an die ruhigeren Stücke eines Sufjan Stevens. Bis zu dessen Klasse ist es für Brown zwar noch ein Stück Wegstrecke, aber der Anfang ist mit diesem Album gemacht. 

Allman Brown

1000 Years

Release: 10.02.2017

℗ 2017 Allman Brown

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