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Mit Kristof Beuthner

Heimspiel #258

Mit Pauken und Trompeten verabschiedet sich das Heimspiel aus dem Musikjahr 2017, das zwischen Austro-Britpop, Erwachsenen-Pop und Oldschool-HipHop noch mal alles gibt.
Geschrieben am
Beginnen wir mit Alterno Boy aus Wien. Und der Frage, ob man sich, wenn man – wie das Quartett frei zugibt – gerne in einem Atemzug mit zu gewissem Erfolg gelangten Bands wie Oasis und Blur genannt werden möchte, wirklich Alterno Boy nennen sollte. Spaß macht ihr selbstbetiteltes Debüt (Wohnzimmer) aber trotzdem (oder gerade deswegen). Denn: Ihr Britpop-Handwerk beherrschen die Jungs. Das beweisen elf hübsche kleine Mitsing-Hymnen, die sich nie zu ernst nehmen und sich gut anfühlen.

Alterno Boy

Alterno Boy

Release: 27.10.2017

℗ 2017 Wohnzimmer Records

Und noch mal Wien: Farewell Dear Ghost machen mit ihrem zweiten Album »Neon Nature« (Ink) ebenfalls viel richtig. Zwischen zeitgemäß Disco-infiziertem Indie-Pop, verhallten Vocals und lässigen Gitarren-Licks spielt die Band um Philipp Szalay ziemlich gekonnt die Indie-Disco-Klaviatur rauf und runter. Nein, neu erfunden wird hier nichts, und die Sommerparty gibt’s erst nächstes Jahr wieder. Aber »Neon Nature« ist ein Gute-Laune-Paket, das ins Ohr und in die Beine geht und für ein breites Grinsen sorgt.

Farewell Dear Ghost

Neon Nature

Release: 13.10.2017

℗ 2017 ink music

»Wir hatten Großes vor« (Trikont) ist bereits das dritte Album der begnadeten Lyrikerin Lydia Daher, die in Berlin lebt und nicht müde wird, zeitlose Song-Kleinodien aus einem faszinierend mäandernden, mal innig zugewandten, mal düster brodelnden Gemisch zwischen Pop, Jazz und Chanson zu kreieren. Die Texte der zwölf neuen Stücke sind ernsthaft und poetisch, voll feiner Beobachtungen über die Grimassen, die die Gesellschaft allenthalben schneidet. Grandioser Erwachsenen-Pop.

Lydia Daher

Wir hatten Grosses vor

Release: 27.10.2017

℗ 2017 Trikont

Vor Kurzem stellte ich an dieser Stelle mit Quemlem Swyne das erste 24-Stunden-Trap-Album der Welt vor. Hinter dem Projekt steckten unter anderem Milf Anderson und YellowCookies alias Manfred Groove, die mit »Blumen aus Wachs« (Rummelplatzmusik) auch schon das nächste Album in der Pipeline haben. Das klingt über runde 20 Stücke herrlich oldschoolig, funky und nach HipHop aus einer längst vergangenen Zeit. Das ist nicht weiter schlimm: Mit einem ähnlichen Nostalgiker-Flow ist ein gewisser Käptn Peng ja auch extrem erfolgreich geworden. Dieses Album ist in seiner Intelligenz und seiner Sprachverliebt- und Entspanntheit ein echter Gewinn.

Manfred Groove

Blumen aus Wachs

Release: 17.11.2017

℗ 2017 Rummelplatzmusik

Daniel Freitag kommt ursprünglich vom Theater, genauer: von der Berliner Schaubühne. Dort arbeitete er als musikalischer Konstrukteur für etliche Stücke, was sicherlich dazu führte, dass sein erstes Soloalbum »Still« (Akkerbouw) eines gewissen cineastischen Appeals nicht entbehrt. Nehmen wir an, Get Well Soon würde nicht mit Grabesstimme singen und sich ein wenig mehr in Richtung Jazz und Elektronik öffnen: Die beiden könnten gemeinsam auf einer Bühne stehen und herzzerreißende Duette singen. Ein vielschichtiges, sehr wohlgeschmäcklerisches Stück Pop ist das.

Daniel Freitag

Still

Release: 12.10.2017

℗ 2017 Akkerbouw

Das Cover der »Hawaii EP« (Ferryhouse) des aus der Kleinstadt Spangenberg stammenden Duos Fullax ziert ein Hawaii-Toast: auf eine nostalgische Art richtig toll. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass man von der Musik von Fullax eines Tages Ähnliches behaupten wird. Den Anspruch an ihren Mix aus Rap und 1980er-Pop haben die Jungs an der Pop-Akademie Mannheim gelernt. Von dort aus will man in die Charts und keine Geschmackspreise gewinnen. Das Produzententeam um Clueso und Mark Forster hat beispielsweise am Song »Must Have« mitgeschraubt – das sagt eigentlich alles. 

Fullax

Hawaii - EP

Release: 20.10.2017

℗ 2017 ferryhouse productions GmbH & Co. KG

Ron Diva war dereinst (es war im Jahr 2009, ist also wirklich lange her) zu Gast bei »Inas Nacht«, wo er mit ihr den Song »Sonnenschein« performte und durch die darauffolgenden Klicks im Internet einen nicht unbeträchtlichen Hype erfuhr. Nun ist 2017, und mit »5 Songs« (rondiva.de) erscheint eine kleine Akustik-EP mit – wie der Name schon sagt – fünf sehr persönlichen Stücken, deren Duktus sich zwischen Jan-Plewka-Storytelling und deutschsprachigem Befindlichkeits- und Gefühligkeitspop einpendelt und irgendwie schön, im Endeffekt aber auch recht wenig beeindruckend ist.

Ron Diva

Im Westen der Stadt

Release: 01.03.2016

℗ 2016 Ron Diva, distributed by Spinnup

Dann doch sehr viel lieber eine (allerdings nur zwei Songs starke) Split-EP (Tumbleweed) von zwei guten alten Bekannten: Daniel Decker kennt man als Solokünstler und Sänger vom Pawnshop Orchestra, Christoph Kohlhöfer von Van Kraut auch unter dem Pseudonym _pappmaché und als Mitglied von Mikroboy und Staring Girl. Man kennt sich, man schätzt sich, und schon hat man ein sehr hörenswertes Song-Doppelpack beisammen: Deckers Beitrag »Dunkelheit geht, wenn du kommst« ist ein an Blumfeld erinnerndes Stück Indie-Schönheit, »Uniform« von Van Kraut tendiert mit knackigen Riffs und unruhigem Schlagzeug an die mächtigen Kante. Groß!

Daniel Decker & van Kraut

Dunkelheit geht, wenn du kommst / Uniform - Single

Release: 25.08.2017

℗ 2017 Tumbleweed Records

Postrock aus Hamburg? Aber bitte. Der steht im Fall von Collapse Under The Empire nun schon zum sechsten Mal für allerhöchsten qualitativen Anspruch. Auch »The Fallen Ones« (Finaltune) spielt grundsätzlich mit Zutaten, die Fans von Mogwai oder Explosions In The Sky gern haben, doch ein gewisses Synthie-Pop-Flirren lässt in das zwischen Laut und Leise changierende, schwelgerisch-dystopische Dunkel gelegentlich Sonnenstrahlen stechen. »The Fallen Ones« ist ein überaus versiertes Genre-Kunstwerk von majestätischer Größe, das den guten Stand der Band in der Szene mit einem Ausrufezeichen untermauert.

Collapse Under the Empire

The Fallen Ones

Release: 20.10.2017

℗ 2017 Finaltune

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