×
×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

Intro Die Woche

Jetzt für den Newsletter anmelden

*
*
*
. .
×

Mein Song und seine Geschichte

Grauzone: »Eisbär«

Die Band Grauzone wird trotz ihrer Herkunft aus der Schweiz meist der Neuen Deutschen Welle zugeordnet. Ihr Ruhm reicht im Rahmen dessen weit, obwohl sie nur zwei Jahre existierten, es auf keine zehn Auftritte und nur ein Album brachten.
Geschrieben am
Der unterkühlte Überhit »Eisbär« von 1981 darf dabei als Grund für die Legendenbildung angesehen werden. Marco Repetto, Gründungsmitglied und Schlagzeuger der Band, schrieb für uns die Geschichte hinter dem Song auf.

»›Eisbär‹ wurde in der ersten Hälfte des Jahres 1980 geschrieben. In jener Zeit war uns der Punk zu bierselig geworden, unsere Stimmung war da schon sehr futuristisch. Wir schminkten uns die Augen und waren meist schwarz gekleidet. Synthesizer verströmten die damals von uns so geliebte kühle Atmosphäre.

Eigentlich entstand die endgültige Fassung des Songs im Studio. Martin hatte den Text bereits verfasst; die massive Basslinie, auf die sich der Song aufbaut, kam von Bassist Christian Trüssel. Beim ersten Take klangen wir extrem nach dem Song ›The Forest‹ von The Cure. Die Labelcrew von Off Course wies uns darauf hin und verlangte persönlichere eigene Ideen. So entstand der von wütenden Synthies gebrochene Song ›Eisbär‹. Stefan Eicher, der zeitweise mit uns musizierte, war maßgeblich für das Entstehen dieses Songs verantwortlich, zumal er unsere Kreativität wie kein anderer freisetzte. Er konnte Synthesizer damals bereits ganz gut bedienen.


Die Textidee kam von Martin Eicher, welcher einen Albtraum mit sprechenden Eisbären an den Wänden hatte. Es war Martins Eigenart, seine persönlichen Stimmungen, Erlebnisse und auch Träume textlich und musikalisch einzubringen wie selten jemand in dieser Zeit. Er traf den Zeitgeist mit seinen künstlerischen Interpretationen auf den Punkt.

Damals bei den Aufnahmen zum ›Eisbär‹ war ich noch nicht so taktgenau, sodass der Toningenieur, Etienne Conod von den Sunrise Studios, beschloss, aus meiner Drum-Spur mittels einer Bandschleife einen Loop zu machen – damals eine aufwendige Präzisionsarbeit. Er erläuterte uns, dass es in München bei Disco-Produktionen üblich sei, das so zu machen. Die Drum-Computer steckten damals ja noch völlig in den Kinderschuhen. So bekam der ›Eisbär‹ plötzlich einen treibenden Discobeat, der dem Song mehr als nur gut stand. Es war, wie man mir vor wenigen Jahren mitteilte, der erste Loop in der Schweizer Musikgeschichte.
Den ›Eisbär‹ haben wir live eigentlich nie so gespielt wie auf Platte. Meistens waren unsere wenigen Konzerte chaotisch, eher Klangperformances, welche das Publikum perplex und verstört stehen ließen. Die Musik kam zeitweise vom Band, es gab immer Blaulicht, und dazu liefen Stephan Eichers selbst produzierte Super-8-Filme.

Ich bin überzeugt, dass in dem Moment, als wir die Sunrise Studios verließen, keiner von uns daran geglaubt hätte, was mit dem ›Eisbär‹ im Nachhinein geschehen würde. Wir wussten lediglich, dass wir mit einer guten Aufnahme, entstanden nach einem beispiellosen Kraftakt, nach Hause gingen. Und als Arbeiterkinder aus der kleinen Schweiz bzw. dem noch kleineren Bern hätten wir uns niemals zugetraut, ein derartiges Werk zu erschaffen, das noch nach 30 Jahren hohe Wellen wirft.«
Grauzone »Eisbär«
Eisbär, Eisbär,
Kaltes Eis, kaltes Eis,
Eisbär, Eisbär,
Kaltes Eis, kaltes Eis.
 
Ich möchte ein Eisbär sein
Im kalten Polar,
Dann müsste ich nicht mehr schreien,
Alles wär so klar.
 
Eisbären müssen nie weinen.
Eisbären müssen nie weinen.
Eisbären müssen nie weinen.
Eisbären müssen nie weinen.


Folgt uns auf

  • folgen
    mehr
  • Playlists
    mehr
  • Abos
    mehr
  • folgen
    mehr