×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

Intro Die Woche

Jetzt für den Newsletter anmelden

*
*
*
. .
×

Freestyle statt Ansagen

Freddie Gibbs live in Köln

Kraftvoll, aber unnahbar und abwesend: Freddie Gibbs spielt das letzte Deutschlandkonzert seiner »You Only Live 2wice«-Europatour und schafft es nicht ganz, das Publikum mitzureißen. 
Geschrieben am
01.12.2017, Köln, Club Bahnhof Ehrenfeld

Die Bühne im Club Bahnhof Ehrenfeld ist nicht besonders groß,  viel Platz braucht Freddie Gibbs, der in Strumpfmaske bekleidet auftritt, aber sowieso nicht: Ohne einen Backup-Rapper und in alleiniger Unterstützung seines DJs, springt er augenblicklich in den ersten Song des Abends »NO PRBLMS Freestyle« und erklingt dabei ebenso selbstbewusst und einschüchternd wie auf seinen Platten.

Dass keines von Gibbs darauffolgenden Alben auf so viel Anklang stieß wie sein 2014 veröffentlichtes »Piñata«, einer Kollaboration mit Madlib, wird auch schnell bei dem Konzert deutlich. Hauptsächlich zwischen Stücken von »Shadow Of A Doubt« und seinem jüngsten Werk „You Only Live 2wice« oszillierend, schafft er es letztlich doch, das mäßig euphorische Publikum zu beleben, als die ersten Beats von der MadGibbs Produktion »Thuggin« erklingen.


Abgesehen von seinem Sprechgesang wirkt der Solo-Artist - ähnlich wie die Besucher- eher unkommunikativ. Mittlerweile ohne Gesichtsbedeckung, beruft er sich zwischen den Songs lieber auf seine Rap-Kunst und freestylet, anstatt sich zu kurzen Ansagen hinreißen zu lassen. Ein kollektives »Fuck The Police« ist das Einzige, was er regelmäßig von seinen Fans verlangt und seinerseits gebetsmühlenartig wiederholt.
Ohne jeglichen Schnick-Schnack und mit (manchmal zu) beeindruckendem Minimalismus brettert Gibbs so von einem Song in den nächsten. Zeitweise komplett auf Beats verzichtend, rezitiert er ganze Verse a capella wobei er eine beinahe unmenschliche Atemkontrolle an den Tag legt und in Höchstgeschwindigkeit vom Aufwachsen in desolaten Verhältnissen, von Drogenabhängigkeit und kriminellen Machenschaften rappt. Die Texte geben ein besseres Verständnis von Gibbs und beweisen, dass sein unnahbares Auftreten weitaus mehr ist als nur ein Image. Nach knappen 50 Minuten erklingt ein letztes Mal »Fuck The Police«, bevor Gibbs plötzlich von der Bühne verschwindet und nicht mehr zurückkehrt. 

Folgt uns auf

  • folgen
    mehr
  • Playlists
    mehr
  • Abos
    mehr
  • folgen
    mehr