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Eine kontrastreiche Synästhesie

Fleet Foxes live in Köln

Die Fleet Foxes schaffen im Kölner Palladium visuell und soundtechnisch den nötigen Raum, um ihre neue Platte »Crack-Up« zur Entfaltung zu bringen.
Geschrieben am
01.12.17, Köln, Palladium  

Kontraste zeigen uns oft in extremer und schonungsloser Weise Gegensätze, die wir so nicht gerne sehen möchten. Sie können uns aber gleichzeitig auch die Schönheit der Unstimmigkeiten und die Besonderheit der Disharmonie demonstrieren. Die Fleet Foxes haben sich sechs Jahre Zeit gelassen, um nach »Helplessness Blues« mit »Crack-Up« eine konsequent experimentelle Richtung einzuschlagen und dem Kontrast in seinen verschiedensten musikalischen Ausformungen die Hauptrolle zuzuschreiben.

Es gleicht einem Wagnis, den vielschichtig instrumentierten, wandelbaren Sound der neuen Platte live zu performen. Deshalb ist es umso spannender zu hören, wie die Fleet Foxes »Crack-Up« auf die Bühne des Palladiums bringen. Das Publikum scheint diese Erwartung in eine kollektive Spannung zu versetzen, denn als Robin Recknold gemeinsam mit seiner Band die Bühne betritt und den Abend mit den ersten beiden Titeln von »Crack-Up« eröffnet, wirken die Zuhörer konzentriert. Fast angespannt lauschen sie den spannungsvollen Laut-Leise-Kontrasten von »I Am All That I Need / Arroyo Seco / Thumbprint« und »Cassius, -«. 
Die Sounds werden konsequent und Harmonie für Harmonie aufgebaut, um kurz darauf wieder zerstückelt und aufgelöst zu werden. Die Fleet Foxes nutzen den Konzertraum aus, um ihrer Platte eine besondere Live-Entfaltung zu ermöglichen. Vor allem Bandmitglied Morgan Henderson stellt hier seine Rolle als Multiinstrumentalist unter Beweis. Vom Horn über die Querflöte bis zum Kontrabass wechselt er für fast jedes Lied seinen Schwerpunkt. Durch die Visuals werden die Stimmungen der Songs auf synästhetische Weise unterstützt: kühle Landschaftsbilder lösen sich in warme Kuben auf bis Robin Pecknold den offiziellen Teil alleine, nur mit seiner Gitarre vor dem Sternenhimmelhintergrund, beendet. Das Publikum folgt dem wechselhaften Konzert andächtig bis ausgelassen. Letzteres vor allem zu Klassikern wie »White Winter Hymnal« oder »Blue Ridge Mountains«.

Die alten Songs wirken wie wachgeküsste Fragmente aus der Vergangenheit einer veränderten Band. Die mehrstimmigen Chorpartien und Sechzigerjahre-Folk-Referenzen, die die Menge besonders begeistern, sind dabei keineswegs auf der Strecke geblieben, sondern halten alles zusammen. Der Weg, den die Fleet Foxes mit »Crack-Up« eingeschlagen haben, scheint richtig. Auch wenn sich das Palladium der streckenweise anspruchsvollen Klangreise noch nicht ganz hingeben möchte, bleibt der Einklang, der unter den Musikern herrscht, davon unberührt. Beim finalen »Helplessness Blues« können wieder alle mitsingen und die Fleet Foxes liefern einen energetischen Abschluss eines kontrastreichen Konzertabends.

Fleet Foxes

Crack-Up

Release: 16.06.2017

℗ 2017 Fleet Foxes under exclusive license to Nonesuch Records Inc.

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