×
×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

Intro Die Woche

Jetzt für den Newsletter anmelden

*
*
*
. .
×

Verdichtet

First Breath After Coma live in Köln

Portugal ist nicht gerade bekannt für Indie- und Post-Rock-Exporte. Dass man vielleicht häufiger mal gen Südwesten schauen sollte, belegen First Breath After Coma mit ihrem verdichteten Post-Rock im Kölner Blue Shell.
Geschrieben am
07.09.2017, Köln, Blue Shell

Fado, Buraka Som Sistema und Portugal. The Man. Weiter als Tragikballaden, Afro-Dance und so eine amerikanische Indie-Band geht’s häufig nicht, wenn man sich in gewissen Szene-Zirkeln über portugiesische Musik unterhält. Vielleicht auch, weil selten Bands und Künstler den dann doch recht weiten Weg nach Mitteleuropa auf sich nehmen (können). First Breath After Coma aus der Kleinstadt Leiria haben diesen Schritt jetzt bereits zum zweiten Mal gewagt. Das Zugpferd des überaus interessanten Labels Omnichord Records (siehe auch: Surma) zieht gerade mit seinem verdichteten Post-Rock ausgiebig durchs Land.

Wo Bands wie Explosions In The Sky (nach einem derer Songs sich First Breath After Coma benannt haben), Mogwai und Godspeed You! Black Emperor die Dinge gerne mal repetitiv und ausgiebig in die Länge ziehen und förmlich um die ekstatische Erlösung flehen, preschen die Portugiesen ein wenig ungestümer vor. Diese Spielart des Post-Rock mit starken Shoegaze-Einflüssen kommt unter anderem auch deshalb so eingängig daher, weil der in diesem Genre dann doch manchmal verpönte oder zumindest meist untergeordnete Gesang eine gleichberechtigte bis dominante Rolle spielt.

Der zweite Grund ist, dass sich First Breath After Coma zumeist nicht lange aufhalten. Kaum ein Song kommt auf eine Länge über fünf Minuten, ohne aber an Dramaturgie, Energie oder Ekstase vermissen zu lassen. Diese musikalische Verdichtung gilt auch für die klangliche Kreativität: Die – zugegeben extrem kleine – Bühne des Blue Shells ist komplett vollgepackt. Dicht an dicht quetschen sich riesige Pedalboards mit diversen Synthies, einer angemessenen Zahl an Verstärkern, fünf Musikern plus Instrumenten und zahlreichen kleinen Gadgets: Vom Violinbogen bis zum Drum Pad ist alles dabei.

Zu dieser musikalischen und räumlichen Verdichtung – die sich hauptsächlich in den Songs des starken neuen Albums »Drifter« materialisiert – kommt ein überaus sympathisches Auftreten der Band hinzu. In Englisch mit portugiesischem Akzent freuen sich First Breath After Coma über die begeisterte Reaktion des weniger zahlreich erschienenen Publikums. Vielleicht, weil portugiesische Musik dann doch häufig nicht über gewisse Standard-Themen hinausgeht. First Breath After Coma haben aber definitiv das Potential dies zu ändern.

First Breath After Coma

Drifter

Release: 04.08.2017

℗ 2017 Omnichord Records / popup-records

Folgt uns auf

  • folgen
    mehr
  • Playlists
    mehr
  • Abos
    mehr
  • folgen
    mehr