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Enden und Anfänge

Fink im Gespräch

Resurgam. Wer während der Schulzeit zum Latein-Lernen verdammt war, weiß, was das bedeutet: »Ich werde auferstehen.« Fink nimmt das Wort gleich als Titel für sein neues Album. So richtig abgetaucht war er jedoch nie – also warum bloß? Das fragte Madleen Kamrath sich und ihn. 
Geschrieben am
Entspannt sitzt Fin Greenall alias Fink auf einer Couch in seinem Studio. Es liegt im tiefsten Wedding, im sogenannten Kulturquartier, das früher Krematorium war. Nebenan ist ein Friedhof. In seinem Song »Day 22« singt Fink davon, sich von irdischem Ballast zu befreien. Sein Album heißt »Resurgam«. Braucht es noch mehr Anhaltspunkte? Klare Sache, dieser Mann ist religiös geworden! Doch darauf angesprochen, verneint Fink sofort: »Ich bin eher nachdenklich als religiös. Spirituell. Ich meditiere, mache Yoga.«

Fink sagt, nach der Tour zu »Hard Believer« sei er in ein tiefes Loch gefallen. Habe sich ausgebrannt gefühlt. Damals lebte er bereits in Berlin und ging viel aus – zu viel. »Du bekommst ein Burn-out, wenn du dir keine Zeit für dich selbst nimmst. Genau deswegen kam ich an meine Grenzen. Ich dachte, ich hätte so viel Spaß, und dachte nicht darüber nach, dass ich keine 21 mehr bin.« Statt bis fünf Uhr morgens Biere in der Berliner Bar Franken zu kippen, gibt es jetzt Meditation und Yoga.  

Resurgam ist auch ein Wort aus seiner Kindheit. Es ist die Inschrift auf einem Bildnis in der Kirche seines Geburtsortes St. Ives in Cornwall. Sie steht in der Nähe des Strandes. Er hat dieses Wort so oft angesehen, es brannte sich ein. Die Küste sei ein besonderer Ort, an den er gehe, um über Wichtiges nachzudenken, sagt er. Der Frage, was genau das sein könnte, weicht er gekonnt aus. Hört man seinem Album genau zu, klingt es fast nach dramatischen Liebes-Verflechtungen. Wir einigen uns darauf, dass es um Enden und Anfänge geht.

Der Sound auf »Resurgam« ist wieder positiver, leichter als auf »Hard Believer«. Weniger Blues, mehr Dub, weniger wall of sound, mehr sound of Fink, produziert von U2-Hausproduzent Flood und aufgenommen in dessen Studio in London. Wer den typischen Fink sucht, höre sich »Not Everything Was Better In The Past« an. Neben »This Isn’t A Mistake« ist der Titeltrack »Resurgam« der wichtigste und auch stärkste Song für Fink selbst. Eine Herausforderung für ihn, gesanglich und instrumental.

Wobei wir wieder bei der Frage sind: Warum »Resurgam«, wenn er doch nie wirklich abgetaucht war? Nach »Hard Believer« aus 2014 veröffentlichte er sein Remix-Album »Horizontalism« und den »Sunday Night Blues Club« – letzterer ist anstrengend für Menschen, die Blues nicht mögen. Andere Bands gönnen sich längere Pausen. Fink sieht es anders: »Es fühlt sich an, als sei ich weg gewesen. Der letzte Auftritt als Fink war 2015. 2016 habe ich gar kein Album rausgebracht und auch kein Konzert gegeben. Ich brauchte einfach eine Pause. I just needed to chill the fuck out.«

Was ihn dennoch zurückbrachte: »Ich liebe es, Musik zu machen, ich liebe das Touren. Das sind die Dinge, die mich immer wieder motivieren.« Hoffentlich hält dieses Gefühl noch eine ganze Weile an.

Fink

Resurgam

Release: 15.09.2017

℗ 2017 R’COUP’D

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