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vom 18.05.06

Filmstarts

Sakrileg - The Da Vinci CodeR: Ron Howard; D: Tom Hanks, Audrey Tautou, Jean Reno, Ian McKellen, Alfred Molina, Paul Bettany etc.50 Millionen Leser, eine agitierte Kirchengemeinde und eine Pressevorführung 14 Stunden vor Starttermin - was hat das zu bedeuten? Sicher ist, dass sich kein Pfarrer über
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Sakrileg - The Da Vinci Code
R: Ron Howard; D: Tom Hanks, Audrey Tautou, Jean Reno, Ian McKellen, Alfred Molina, Paul Bettany etc.
50 Millionen Leser, eine agitierte Kirchengemeinde und eine Pressevorführung 14 Stunden vor Starttermin - was hat das zu bedeuten? Sicher ist, dass sich kein Pfarrer über diesen durch und durch katholischen Streifen aufzuregen braucht, der doch nur gutmütig die Positionen der meisten Freiform-Christen abnickt, die sich schon mal überlegt haben, ob auch wirklich alles in der Kirche Sinn macht. Viel erschreckender ist, dass sich die Macher durch die pseudo-provokante Thematik offenbar davon entbunden gefühlt haben, so etwas wie Spannung springen zu lassen, denn in seiner überraschenden Einfalt ist diese 150 Minuten lange, 130 Millionen teure Erzählung fast schon debil. Die allseits beliebten Verschwörungstheorien und das professionelle Rätselraten um Da Vincis Code strapazieren die Geduld und überfordern die Drehbuchschreiber, die Hanks und Tautou teilweise lachhafte Soap-Texte aufsagen lassen, um die träge Story voranzubringen. "Sakrileg" ist eine riesige Enttäuschung und sogar eine stichhaltige Entschuldigung dafür, dass das ehemalige Kinopublikum zu Fernsehen und DVD abwandert.

Falscher Bekenner

R: Christoph Hochhäusler; D: Constantin von Jascheroff, Manfred Zapatka, Victoria Trauttmansdorff etc.
Hinter der Mittleren Reife liegt das Niemandsland. Weil er das panische Sich-Verkaufen bei der Jobsuche im moribunden Marktverhältnis als unsittlich erlebt, kontert Armin mit gnadenloser Ehrlichkeit und erkennt, wie wertlos sein Dasein ist. Die Phantasie, die er schließlich auslebt, beinhaltet einen Autounfall und einen anonymen Anruf. Zwischen beklemmender Psychostudie und bitterem Humor an der Grenze der Wahrnehmbarkeit oszilliert diese kaltherzige Kleinstadtstudie (na okay, Mönchengladbach) aus einem Milieu, das euch alle erwartet, wenn ihr die Uni schmeißt. Nur die Gesellschaftskritik fällt euch so wahrscheinlich schneller auf. Film der Woche.

Hitlerkantate
R: Jutta Brückner; D: Lena Lauzemis, Hilmar Thate, Rike Schmid, Arnd Klawitter etc.
1938. Ein arbeitsloser Dissident und eine naive Sympathisantin gehen ein Zweckbündnis ein und komponieren dem "Führer" ein Geburtstagsständchen. Es dauert bei so Nazikram immer eine Weile, bis man weiß, ob man es mit einer misslungenen Satire oder einem überambitionierten Lehrfilm zu tun hat. Hier ist es wohl zweiteres, und tatsächlich erhellt diese ausgefallene Facette des sog. "Dritten Reichs" kaum dessen Monströsität oder seine widersprüchlichen Sexualnormen und -phantasien, an deren Ende sich die Diskursgemeinde schon etwas länger befindet. Andererseits finden die pausenlosen Kriegsdokus auf N24 ja auch noch ihr Publikum. Jetzt liegt alle Hoffnung auf Helge Schneider.

Napoleon Dynamite
R: Jared Hess; D: Jon Heder, Jonathan Gries, Aaron Ruell, Efrem Ramirez etc.
Bisher musste man, um bei Intro angestellt zu werden, nur "Die Rückkehr der Eierköpfe" auswendig kennen - jetzt kommt noch "Napoleon Dynamite" dazu. Der neue König der Nerds ist so autistisch, dass sich Kreuzworträtsel in seinem Beisein von ganz alleine lösen. Wird er den Mut finden, das Mädchen mit der seltsamen Frisur anzusprechen? Wird er den Drangsalierungen seiner Bullies entgehen? Wird er seinen Kandidaten für das Amt des Schülersprechers durchsetzen? Napoleon hat einen Hasselhoff-Afro und eine Kassenbrille, aber ein Herz aus Gold und Ressourcen wie, ähem, Rommel. Und seine Sprüche sind so uncool, dass sie natürlich schon wieder cool sind. Mut, ihr Geeks!

Tristan und Isolde
R: Kevin Reynolds; D: James Franco, Sophia Myles, Rufus Sewell, David O'Hara etc.
Mittelalter: ein englischer Widerstandskämpfer verliebt sich in die Falsche und riskiert Krieg und Zerstörung. Richard Wagner machte eine klasse Oper draus, Patrick Wolf immerhin einen coolen Song, aber Kevin Reynolds ("Robin Hood - König der Diebe") nur einen schlappen Film, der so gut gemeint wie unterbudgetiert ist. Die Actionszenen sind putzig und klein, die Romanze betagt und die Leinwandchemie zwischen den Liebenden die trägste seit der Wasserstoffbrückenbindung. Abzuraten.

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