×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

Intro Die Woche

Jetzt für den Newsletter anmelden

*
*
*
. .
×

Return of the funky divas

En Vogue im Gespräch

Sie zählen zu den erfolgreichsten Popgruppen der 90er Jahre, haben maßgeblich den R’n’B mitgeprägt und wagen nun mit einem eigenen Label einen neuen Anlauf. Wer hätte das gedacht? Bastian Küllenberg traf En Vogue vor ihrem Konzert in Köln und sprach über die goldenen Neunziger und das neue Album.
Geschrieben am
Die Nachricht, dass En Vogue im Kölner Musikclub Gloria auftreten würden, überraschte uns dann doch. Ein bisschen anstrengend aber sehr gut, fühle es sich an, zurück auf Europas Bühnen zu sein, freuen sich die drei Damen zur Begrüßung. Einen kompletten Monat sind En Vogue auf ihrer »For The Love Of Music«-Tour in der alten Welt unterwegs, kein Problem für eine Gruppe, die in den USA bereits seit einigen Jahren wieder das Erbe des 90er Jahre R’n’B mit Liveshows lebendig hält. Über zehn Jahre ist es dagegen her, dass En Vogue zum letzten Mal ein Album veröffentlichten.»Wir wissen dass es wichtig ist, uns dem europäischen Publikum erneut vorzustellen«, erklärt Cindy Herron-Braggs. Seit sie 2012 die Namensrechte erfolgreich vor Gericht gegen ihre frühere Bandkollegin Dawn Robinson erstritten, bilden sie und Gründungsmitglied Terry Ellis gemeinsam mit der rund 15 Jahre jüngeren Rhona Bennett En Vogue, die »ultimate girl group of the 90’s«, wie es nicht völlig unzutreffend auf der Homepage heißt.
 
1989 ausgedacht und zusammengestellt von Denzil Foster und Thomas McElroy, verkaufte die Gruppe insgesamt über 20 Millionen Tonträger und zählt moderne Klassiker wie »Don’t Let Go« oder »My Lovin’ (You’re Never Gonna Get It)« zum Repertoire. En Vogue erlebten mit, was man heute wehmütig die »goldenen Neunziger« nennt. »Es fühlte sich großartig an, Teil dieser ganzen tollen Künstler und Bands zu sein. Jeder war damals in Höchstform«, schwärmt Terry Ellis. »Die Messlatte lag ziemlich hoch, das hat uns sehr angespornt.« Unterschiede zu heute stellt die Sängerin besonders in Bezug auf die wirtschaftlichen Aspekte der Popmusik und ihrer Produktionsmittel fest. »Damals stand die Musikindustrie in voller Blüte. Es war die Maschine, durch die die Kunst angeschoben wurde. Labels sorgten für die Finanzierung und sie besaßen das Werkzeug und die Technik, die nötig sind, um die Musik in die Welt zu schicken. Viele dieser Werkzeuge sind heute in Händen der Künstler selbst.« 

Ein Umstand, der En Vogue 2017 anläßlich der Veröffentlichung ihres neuen Albums »Electric Cafe« zugute kommt. »Unsere Fans haben uns schon länger um neues Material gebeten, also dachten wir: geben wir ihnen, was sie wollen«, berichtet Cindy Herron-Braggs und ergänzt: »Wir wollten das Album eigentlich schon vor ein paar Jahren angehen, allerdings hat sich die Art, wie Musik verkauft und beworben wird, sehr verändert, seit wir mit En Vogue anfingen. Wir haben mit einigen Labels gesprochen, doch es stellte sich heraus, dass sie unsere Vorstellungen nicht teilten. Daher entschieden wir uns, ein eigenes Label zu gründen und uns nur einen Vertriebspartner zu suchen.« 
Das vorab veröffentlichte »Déjà Vu« weist einen seichten Sixties-Einschlag auf, während die neueste Single »I’m Good« eine trockenen funky Takt vorgibt. »Es ist eine sehr eklektische Platte. Man bekommt aber schon den typischen En Vogue-Sound«, erklärt Ellis und Rhona Bennett ergänzt: »Viele Jahre gab es da diese Leere in Bezug auf weibliche Pop-Gruppen, aber auf einmal gibt es überall wieder Acts wie June’s Diary oder Little Mix aus England, die sich auf den Klang der Neunziger und den En Vogue-Sound beziehen.«

Man kann nicht mit En Vogue sprechen, ohne »Don’t Let Go« zu erwähnen, einen ihrer größten Hits. 1996 veröffentlicht, erreichte das Lied in den USA und UK Platinstatus und wird auch 20 Jahre später noch regelmäßig im Radio, auf HipHop-Partys oder in TV-Sendungen gespielt. »Das Lied wurde uns vom Produzententeam Organized Noise vorgestellt und war für den Film ›Set If Off‹ bestimmt«, erinnert sich Ellis. »In dem Film geht es um eine Gruppe junger schwarzer Frauen und die Macher dachten, das soziale Image von En Vogue und unser Einstehen für female empowerment würden gut dazu passen. Wir haben uns dann ein paar Szenen angesehen und fanden es cool.« Die anhaltende Beliebtheit des Stücks sieht die Sängerin ebenfalls im Zusammenhang mit dem Erfolg auf der Leinwand. »›Set It Off‹ war ein großer Hit in den USA, außerdem gibt es eine spezielle Szene in der das Lied eingesetzt wurde, an die sich viele erinnern.« Ob das Lied über die Jahre vielleicht größer, wirkmächtiger geworden sei, als der Film? Nickend stimmt Cindy Herron-Braggs zu: »Es klingt wie eine Art Hymne für mich. Wenn wir es bei unseren Konzerten spielen ist es eines der Stücke, bei denen die Leute jede Zeile mitsingen und ihre Telefone rausholen.« 

En Vogue

The Very Best of En Vogue

Release: 21.08.2001

℗ 2006 Elektra Entertainment Group Manufactured & Marketed by Rhino Entertainment Company, a Warner Music Group Company

Folgt uns auf

  • folgen
    mehr
  • Playlists
    mehr
  • Abos
    mehr
  • folgen
    mehr