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alles ist ein einziger loop

Dirty Beatniks

Bis vor zwei Jahren hatten die Beatniks eigentlich kein Zuhause. Als Quintett rockten sie um den ganzen Globus, spielten jedes Festival, traten in jedem Club auf - und lösten sich dann fast auf. Von den drei Kernmitgliedern war am Ende nur noch einer, Nick Beatnik, übrig. Ruhe war nötig. Es galt, zu
Geschrieben am

Autor: intro.de

Bis vor zwei Jahren hatten die Beatniks eigentlich kein Zuhause. Als Quintett rockten sie um den ganzen Globus, spielten jedes Festival, traten in jedem Club auf - und lösten sich dann fast auf. Von den drei Kernmitgliedern war am Ende nur noch einer, Nick Beatnik, übrig. Ruhe war nötig. Es galt, zurück zum normalen Leben in London zu finden: weniger feiern, ein eigenes Studio bauen und auf sich selbst besinnen. Die Dirty Beatniks wollten keine Erfüllungsgehilfen einer speziellen Szene mehr sein. Keine Schubladen mehr, kein BigBeat-Drum’n’Bass-Techno-Wall-of-Sound mehr, nur noch Dirty Beatniks. Die Selbstfindung zog sich über ein Jahr hin. Es wurden neue Sounds gesucht, und vor allem bedurfte es einer Stimme. Niemand war zu finden, bis eines Tages Mau im Studio stand. Der ehemalige Sänger der Band Earthling, die nach dem respektablen Erstling “Radar” mit ihrem zweiten Album auf EMI ziemlich unterging - das Projekt landete auf dem “big big big big band-graveyard” -, hatte irgendwo den Namen aufgeschnappt und mal schauen respektive hören wollen, was sich dahinter wohl verberge: “Es hätte auch eine Goth-Band sein können.” War es nicht und Momente später war Mau “eingestellt”.
Die neuen Dirty Beatniks waren ein Duo und Weihnachten ‘99 war das meiste Material im Kasten. “Das Schreiben und Komponieren ging super schnell”, sagt Nick: “Ich habe Mau eine rudimentäre Idee für einen Track gegeben. Nach einer Woche hatte er die Texte geschrieben und ich hatte die kompletten Instrumentals zusammen. Fertig war der Song.” Aus Maus Mund klingt alles etwas emotionaler: “Ich schreibe generell sehr viel, ob daraus ein Song wird, ist zunächst egal. Wenn ich allerdings von Nick zuerst die Musik bekomme, ist es mir sehr wichtig, dass ich sie komplett in mir aufnehme, eins mit ihr werde, um mich dann inspirieren zu lassen.” Das führte die beiden während der Produktionszeit zur totalen Isolation. Nick: “Es gab nichts mehr um uns herum. Wir haben keine andere Musik mehr gehört. Wir sind nicht mehr ausgegangen. Diese Platte war ein bisschen wie eine Mission. Uns war egal, ob jemand da draußen verstehen würde, was wir da machen. Uns ging es darum, unsere ziemlich deckungsgleichen Erfahrungen der letzten Jahre aufzuarbeiten. Es hatte sich musikalisch und inhaltlich so viel angestaut, dass es einfach schnell raus musste. Was gerade so angesagt war, hat uns gar nicht interessiert.”
Herausgekommen ist “Feedback”, ein skurriler Hybrid: von straightem House bis zum erzählenden Song ist alles vertreten. Und das klingt recht düster, neu und ein wenig verstörend. “Was wir machen, ist sicherlich komplett von Dancemusic beeinflusst, von den Clubs und dem Lifestyle drumherum. Aber da ist einfach noch mehr. Du kannst jedes Wochenende feiern gehen für einen bestimmten Zeitraum in deinem Leben. Aber irgendwann musst du doch immer wieder nach Hause kommen”, so Mau. “Und davon handelt unsere Musik auch sehr viel. Es geht um den Nachhauseweg, den Montagmorgen. Und auch immer wieder die Frage an einen selbst: ‘Macht dir das überhaupt Spaß, was du hier tust?’ Und nur wenn du dir das ganze Ding anschaust, mit allen Höhen und Tiefen, nur dann macht es Sinn.” Nick: “Dieses Hoch und Runter - Wochenende, Arbeit, Wochenende, Arbeit - ist wie ein Loop, wie die Musik. Alles ist ein einziger Loop.”
Die Beatniks wissen angesichts ihrer facettenreichen Musik selbst nicht so genau, wie und wo ihre Platte funktionieren soll. Nick: “Die Leute sollen selbst den passenden Ort finden, an dem sie etwas mit unserer Musik anfangen können. Wenn es diese Plätze und Momente gibt, dann weiß man, dass man es richtig gemacht hat.”

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