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Zwei von Vier über ...

Die Fantastischen Vier

Lena Ackermann traf zwei der Fantastischen Vier, um zum Jubiläum über jeweils vier besondere Dinge in ihrer ein Vierteljahrhundert laufenden Karriere zu sprechen.
Geschrieben am
4 Songs, auf die wir so richtig stolz sind
Michi Beck: »Sie ist weg«, weil es unsere einzige Nummer-eins-Single war. Und weil es eine Konsensnummer war und niemand die Diskussion führte, ob das jetzt Kommerz ist oder nicht. Einen Nummer-eins-Hit zu haben, für den man als Rapper nicht gedisst wird, das fanden wir schon ziemlich gut. Außerdem: »Tag am Meer«. Mit »Die 4. Dimension« wollten wir zeigen, dass wir nicht nur Bravo-Rapper sind. Der Song war ein gemeinschaftliches Erlebnis von Thomas und mir zu einer Zeit, in der wir mit einem ganz neuen Leben klarkommen mussten, nach dem ganzen »4 gewinnt«-Wahnsinn. Ein Song, der als Goodfeeling-Nummer durchging, obwohl er etwas ganz anderes verhandelt und auch von Musik-Nerds und -Liebhabern viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Und ich bin stolz auf »Jetzt geht’s ab«, den Titelsong unseres ersten Albums mit der dämlichsten Strophe, die ich jemals geschrieben habe. Weil es der Titelsong war und das tatsächlich auch noch gestimmt hat. Das ist ein Stück von 91, wo wir den gesamten Late-80s-Wahnsinn in einem Album verbraten haben. Wir haben alles gescratcht, von »Sesamstraße« bis zum »Krieg der Sterne«-Hörspiel, und völlig ungehemmt geschrieben. Aus jetziger Perspektive ist das ein Kindergarten-Nonsens-Rap, der aber tatsächlich funktioniert und so viel ausgelöst hat, dass es uns jetzt 25 Jahre später immer noch gibt. Smudo: Ich bin sehr stolz auf den Song »Leben zu zweit«. Da war die Inspiration Robert Palmers »Looking For Clues«. Da hat jede Strophe eigene Sätze, die dann untereinander getauscht werden und in der zweiten Strophe einen neuen Sinn ergeben. Wobei es inhaltlich um das Getrennt- und Zusammensein geht. Ein toller Trick!

4 Dinge, die wir heute anders gemacht hätten
MB: Rückblickend ist einiges natürlich totaler Humbug – wie wir uns vermarktet, was wir alles mitgemacht haben. Aber am Ende hat uns eben genau das auch geprägt. Was mir damals schon völlig gegen den Strich ging, war der Tanzkurs in der Bravo. Da mussten wir blöde Dance-Moves nachstellen und uns dabei fotografieren lassen. Das hat mich ziemlich fertiggemacht. Auch modisch würden wir rückblickend andere Entscheidungen treffen als in der Zeit von 1992 bis 1995. Bis 1991 war es ganz cool. Da haben wir Secondhand-Sachen getragen, 70er-Jahre-Hemden und so. Dann hat unser Manager angefangen, uns »Cross Colours«- und »Triple Five Soul«-Klamotten aus Amerika mitzubringen, mit Zipfelmützen und gestreiften Hosen. Schlimm. Was wir auch noch anders machen würden: als junge Band, die zum ersten Mal viel Geld kriegt, wie bei »Die Da«, nicht auf die Anlageberater von damals zu hören. Wir hätten die Kohle einfach raushauen sollen, wie man das so macht, wenn man keine junge schwäbische Band ist. Wir haben das erste Geld unseres Lebens aber in so eine kack Ost-Immobilie gesteckt. Richtig klassisch. Das ist voll in die Hose gegangen. So was kann natürlich allen jungen Bands passieren, die sich mehr für HipHop und Marihuana interessieren als für Börsenkurse.
S: Wenn wir heute noch mal als Band anfingen, dann würden wir auf keinen Fall deutschsprachigen Rap machen. Damals war es so eine Pioniersache. Heute wissen alle, dass es geht.

4 Dinge, die wir nervigen Musikjournalisten schon immer sagen wollten
MB: Erst einmal den Satz: »Über Geschmack lässt sich streiten.« Und, immer noch wichtig: »Unbedingt vorher das Album hören!«
S: »Meine Güte, ist doch bloß Musik.« Das ist ein schönes Credo. Dabei habe ich kein gespaltenes Verhältnis zur Musikjournaille, bestenfalls zum Klatschjournalismus, der mir jetzt gerade rund um »The Voice« begegnet. »Immer höflich bleiben«, das wäre vielleicht auch noch wichtig. Aber das würde alles schon nahelegen, dass ich damit ein Problem habe. Dabei ist es die Ausnahme, dass mir mal etwas nicht gefällt, das über mich geschrieben steht.
Die Fantastischen Vier »Rekord« (Columbia / Sony / VÖ 24.10.14) Auf Tour vom 05.12.14 bis 26.01.15

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