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Perlen und Lebkuchenherzen vor die Säue

Deichkind vs. Zugezogen Maskulin

Das anarchische Kostüm-Rap-Kollektiv aus Hamburg und die neuen Wilden der Berliner Rapszene beim Treffen der HipHop-Generationen. Wir setzen Kryptik Joe und Porky von Deichkind sowie Grim104 und Testo von Zugezogen Maskulin an den großen Tisch. Ex-Royal-Bunker-Chef Marcus Staiger kitzelt für uns aus ihnen heraus, warum Brian Eno das sechste Deichkind-Album »Niveau Weshalb Warum« quasi ko-produziert hat, was die Raps auf Zugezogen Maskulins zweitem Longplayer »Alles brennt« mit Austern zu tun haben – und warum die beiden Bands alles andere als deckungsgleich sind.
Geschrieben am

Interview:
Marcus Staiger


Kryptik Joe: Zugezogen Maskulin wollen mit »Alles brennt« also richtig ins Rapgame einsteigen?
Grim104: Ja, wir wollen es übernehmen. Nee, im Ernst, wir wollen uns reinschustern.
Kryptic Joe: Seid ihr euch sicher?
Testo: Wieso sollten wir es nicht sein?
Kryptik Joe: Weil es derbe anstrengend ist. Wir haben das vor 15 Jahren und mit dem ersten Album »Bitte ziehen Sie durch« versucht. Anfangs wollten wir so klingen wie unsere Vorbilder A Tribe Called Quest oder De La Soul. Das funktionierte mehr schlecht als recht, und wir kriegten Resonanz, die wir so nicht gewollt hatten. Ich weiß noch, wie ich auf einer Jam ganz ehrfürchtig an Tobi & Das Bo vorbeigegangen bin, die mich überhaupt nicht beachteten. Als Jugendlicher sind Idole ja ganz schön wichtig. Glücklicherweise haben wir uns davon gelöst, auch wenn es lange gedauert hat.
Grim104: Ich erinnere mich an das zweite Deichkind-Album »Noch 5 Minuten, Mutti«. Das war vom Humorlevel her schon sehr gut, aber wahrscheinlich war deutscher Rap damals noch nicht so weit, diesen Humor zu verstehen. Ist »witzig« für euch heute ein Kompliment?
Kryptik Joe: »Noch 5 Minuten, Mutti« sollte gar nicht so witzig sein. Das heißt, es war zwiespältig. Es gab einen Teil der Band, der die Musik so gut wie möglich machen wollte, daneben gab es den anderen Teil, der die Welt humorvoll gesehen und nicht so ernst genommen hat. Eine Schutzfunktion, um sagen zu können: »Ich identifiziere mich nicht komplett mit Rap. Ich habe auch noch einen Freundeskreis, der nichts damit zu tun hat.« Ausgenommen Ferris, der sich wesentlich stärker mit dieser Rapszene identifiziert als die übrigen Mitglieder von Deichkind.
Testo: Für Zugezogen Maskulin stellte sich nie die Frage, in welche Musikrichtung wir gehen wollen. Ich bin mit Rap sozialisiert worden. Wenn ich Punk machen würde, dann wäre das nicht authentisch. Das würde mir gar nicht einfallen.

Trotzdem positionieren sich Zugezogen Maskulin in der Rapwelt mit einer gewissen Antihaltung ...

Kryptik Joe: Ich sehe die Antihaltung bei Zugezogen Maskulin, kann aber nicht so richtig den Unterschied zu anderen Acts erkennen. Im Grunde ist doch Rap, so wie ich ihn verstehe, generell anti.
Testo: Rap ist sehr vielschichtig geworden, und bei uns richtet sich die Antihaltung auch gegen die alten Dogmen der HipHop-Welt. Zum Beispiel, dass ein Rapper hart und gegen alles Weibliche und Schwule sein muss. Das ist das, was ich nicht geil finde. Klar ist das auch der Vorwurf, der immer vom Feuilleton kommt: Rap ist homophob. Wir sehen es aber so, dass Rap in dieser Frage auch nur ein Teil der Gesellschaft ist. Genau deshalb will ich mich nicht rausnehmen aus dieser Rapwelt. Ich bin nach wie vor drin und sehe dieselben Probleme, die ich auch woanders sehe. Aber hier kann ich sie ansprechen. Weil ich ein Teil davon bin und mich auch als Teil davon sehen möchte.

Ist Rap durch seine Stilisierung von Härte nicht auch sehr angepasst? Kollegah, einer der derzeit erfolgreichsten Rapper in Deutschland, betreibt einen unheimlichen Kult um seine Selbstperfektionierung. Stichwort Bosstransformation. Daran musste ich denken, als ich den Track über Selbstoptimierung auf dem neuen Deichkind-Album gehört habe.

Kryptik Joe: Ich wollte schon immer mal einen Track über Selbstoptimierung machen. Aber was macht dieser Kollegah? Er zeigt in seinen Raps, dass er die krassen Sechsfach-Reime hat?
Grim104: Es geht ihm nicht nur um Rap und darum, dass er der krasse Typ ist. Kollegah bietet eine Art Motivationstraining an, das jede Form von Schwäche ausbügeln soll. Schwäche meint in diesem Zusammenhang alles, auch finanzielle Schwäche. Früher habe ich HipHop als eine Kultur empfunden, in der Leute auch mal pleite sein können und sein dürfen. Aber das geht heute nicht mehr.
Porky: Du meinst, dass es nicht mehr in ist, pleite zu sein?
Grim104: Arm zu sein darf in dieser Gesellschaft nur noch als Vergangenheitsform stattfinden. Man war mal arm, dann hat man es aber rausgeschafft.
Kryptik Joe: Ich wurde neulich gefragt, was wir so als Bettlektüre auf unseren Nachtschränkchen liegen haben. Meine Antwort lautete: »Denken Sie groß« von David Schwartz. So entstand der gleichnamige Song auf unserem Album. Ich lese das sehr gerne. Ein Teil von mir sagt: »Mann, das ist so ein Bullshit, was mir der Ami da erzählt.« Auf der anderen Seite fasziniert es mich.
Porky: Ich ziehe mir so was nicht rein.
Deichkind haben bei ihrem Debüt aber einen anderen Ansatz gewählt, als Zugezogen Maskulin das heute tun – und sich eher poppig inszeniert. Was steckte dahinter? 
Porky: Da musst du mit Kryptic Joe sprechen, ich bin ja erst mit 30 Rapper geworden. 

Andere werden mit 30 kokainabhängig, das ist viel schlimmer.
 
Kryptik Joe: Der Pop-Aspekt hat bei uns sicher immer eine Rolle gespielt, und mit dem Label »Pop-Rap« kann ich leben. Natürlich wollten wir Erfolg haben und beschäftigten uns damit, wie man das hinkriegt. Das hat mit der Single »Bon Voyage« ganz gut geklappt. Bloß merkten wir erst hinterher, dass wir alles dem Genre Deutschrap zu verdanken hatten. 
Grim104: Weil damals die große Deutschrap-Zeit war? 
Kryptik Joe: Total. Das war die Zeit, als Labels wie Yo Mama! und Showdown alle deutschen HipHop-Acts gesignt haben, die nicht bei drei auf dem Baum waren. Die zahlten auch große Vorschüsse. 
Porky: Damals nutzte noch keiner das Internet, es war das Jahr 2000, man kaufte Singles mit D-Mark, die Labels fuhren mit dem Joint im Hals Europaletten voller CDs zu WOM. WOM kennt ihr? Das war so ein Musikladen. Und Top Ten hat damals noch bedeutet, dass du 30.000 bis 40.000 Platten die Woche verkaufst. 
Kryptik Joe: 2002 war in Hamburg der HipHop-Ofen aus. Dazu hatten wir intern ein Ding am Laufen, das uns auseinandergecrusht hat. Das war der Moment, in dem wir entschieden, dass wir den Laden dicht machen. Der Plan war, das Album aufzunehmen und dann fünf Konzerte zu spielen, bei denen wir uns besaufen und verkleiden, um das Ding an die Wand zu fahren. Malte hatte damals ein Projekt: Weiße. Die hatten relativ dreckige Beats, also haben wir gesagt: »Diese Beats nehmen wir!« Als wir auf der Bühne standen, wusste ich gar nicht, wie ich mich zu dieser Musik bewegen soll. 
Porky: Eigentlich wurde das Ende gefeiert. Dass die Band kaputt ist. Das hat aber so eine Wucht gehabt ... Es ging wieder von vorne los. 

Der Wandel zu dem, was Deichkind heute ist, entstand durch Zufall? Ich hatte diesen Bruch inhaltlich wahrgenommen. Mittlerweile sind Deichkind-Texte doch sehr subversiv ...
 
Porky: Früher haben die Texte etwas repräsentiert wie: »Yeah, ich bin der geile Typ von der Waterkant.« Da galt innerhalb der Band noch der Anspruch: »Meine Strophe ist geiler als deine.« Heute ist das eher so: »Er schreibt meine Strophe, und ich schreibe seine.« 
Grim104: Da unterscheidet ihr euch sehr von uns, weil ihr eine Band seid, die zusammen Stücke schreibt. 
Porky: Ja, wir haben keine MC-Egos mehr, weil wir nur den Song nach vorne bringen wollen. 
Kryptik Joe: Wir hatten aber schon sehr viele unterschiedliche Phasen, auch welche, in denen wir sehr frustriert waren. 
Porky: Rumschreien. Alkohol. 

Testo, Grim, könnt ihr mit den neueren Deichkind-Sachen etwas anfangen?
 
Grim104: »Leider geil« ist eigentlich ein gutes Lied. Trotzdem habe ich ein Problem damit, weil es als Phrase von jedem Idioten benutzt wird, um den größten Scheiß damit zu kommentieren. 
Testo: Kind fällt vom Trampolin und bricht sich den Hals – leider geil. Das hat dann so etwas RTL-II-mäßiges. 
Grim104: Dasselbe Problem hatte ich mit »Remmidemmi«. Ich war 17 oder 18, als das Stück rauskam, und fand es am Anfang richtig geil. Ich dachte: »Das ist mein Lebensstil, yeah!« Dann wurde daraus der Soundtrack jeder Abi-Fete. Es fühlte sich an, als habe man mir das weggenommen. Der Reflex war, es dann scheiße zu finden. 
Porky: Das sind Sachen, die sich verselbstständigen. Wenn ein Song abhaut, stehen wir da und sagen: »Tschüss!« Mittlerweile gibt es auf Jahrmärkten riesige Lebkuchenherzen, wo »Leider geil« draufsteht. 
Testo: Ärgert euch das? 
Porky: Nein, gar nicht. 
Kryptik Joe: Das ist die Frage, die ihr euch auch stellen müsst. Was wollt ihr mit Zugezogen Maskulin erreichen? Ich kenne es noch von früher, dass man Angst davor hatte, der eine oder andere Schritt könnte den Sell-out bedeuten. Aber das ist aus meiner heutigen Sicht eher ein Luxusproblem. Ist doch geil, wenn man mit subversiven Texten die Massen erreicht. 
Porky: Ich stelle mir dabei einen Typen mit Deutschland-Shirt und Dosenbier vor, der auf ein Deichkind-Konzert geht, wieder rauskommt und in seinen dumpfen Zustand zurückfallen will. Aber irgendwas in ihm zuckt, er guckt an sich runter, und er fragt sich: »Warum habe ich eigentlich ein Deutschland-Shirt an?« Das ist das, was man sich wünscht. 

Ist Sell-out für Zugezogen Maskulin ein Thema?
 
Grim104: Als wir bei »Circus Halligalli« waren, kamen schon Kommentare wie »Scheiß Establishment«. Und als wir mit Kraftklub auf Tour waren und ein Bild davon posteten, gab es Reaktionen wie: »Bleibt doch gleich bei den Spasties.« Es gibt Leute, die über alles meckern, was nicht underground ist, und die darauf bestehen, dass man klein bleibt. 
Testo: Bei diesen Sell-out-Vorwürfen denke ich mir: »Verpiss dich doch, du bist eh nicht richtig bei uns!« Ich würde schon gerne alles mitnehmen, was geht, außer ich hätte das Gefühl, dass es sich nicht richtig anfühlt. Ich würde auch zu »Wetten, dass ...?« gehen. 
Porky: War ich sogar schon mal. Das hast du leider verpasst. Gibt es nicht mehr. Damals habe ich als Leihmusiker Bass für Ronan Keating gespielt, und Mutti hat die ganze Nachbarschaft angerufen: »Guckt mal, der Junge ist bei ›Wetten, dass ...?‹!« Ich hab mich hochgebückt. 

Während Deichkind für die Zeile »Leider geil« stehen, heißt es auf dem neuen Zugezogen-Maskulin-Album: »Habt doch mal Spaß«. Eure Antwort: »Sorry Kids, geht nicht«. Für mich sind das zwei unversöhnliche Positionen. Auf der einen Seite: »Wir sind uns dessen bewusst, dass alles schlecht ist – aber leider geil.« Auf der anderen Seite: »So schlecht ist es doch nun auch wieder nicht, jetzt habt doch mal Spaß – sorry, geht nicht.«
 
Grim104: »Sorry Kids, geht nicht« richtet sich gegen diesen Wohlfühlkinkerlitz-Techno, bei dem es nicht um freies Spaßhaben geht, sondern darum, dass man einem bestimmten Lebensgefühl entspricht. Ich habe da eine Vodafone-Werbung im Kopf, die ein ganz bestimmtes Gefühl von Spaß und Glückseligkeit verkauft: Du und deine coolen Großstadtfreunde, ihr chillt auf einem Dach, danach lauft ihr mit einem Einkaufwagen durch die Stadt, und einer fährt sich durch die Haare ... 
Porky: Eigentlich müsste man in der Werbung mal depressive Leute zeigen, die morgens rumsitzen und sich mit der Frage beschäftigen: »Soll ich mir jetzt ein Brötchen aufschneiden? – Ach nö, ein Knoppers noch.« Damit könnte man schocken, so könnte man als Werbemensch wieder mal was reißen. 

Wobei wir wieder bei Deichkind wären. In einem Song auf »Niveau Weshalb Warum« beschäftigt ihr euch mit Werbesprüchen ...
 
Porky: Die Nummer heißt »Powered By Emotion«. Darin münzen wir die gesamten Werbeclaims der letzten 30 Jahre auf uns. 
Kryptik Joe: Allerdings habe ich festgestellt, dass der Song inhaltlich ziemlich schwächelt. Wer guckt denn heute noch Fernsehen? 
Porky: Gut, aber man wird ja trotzdem überall mit Werbung zugeschissen. 
Grim104: Vor allem erschafft Werbung mittlerweile eine standardisierte Erlebniswelt. Diese Vodafone-Werbung, von der ich eben sprach, ist deckungsgleich mit den Fotos, die viele Leute auf ihren Tumblr-Blogs haben – und deckungsgleich mit dem Leben, das sie führen möchten. 
Testo: Was ja dann auch wieder mit dem Thema Selbstoptimierung zu tun hat, weil dir die Werbung suggeriert: »Dein Leben ist nur dann was wert und gelungen, wenn es genau so aussieht wie auf den Tumblr-Blogs.« Das ist superkrampfig und anstrengend. 

Woher kommen die Themen, die euch beschäftigen?
 
Grim104: Beim »Oranienplatz«-Song über das Refugee-Camp war es so, dass ich aus einer Bar mit dem typischen Kreuzberger Hipster-Publikum kam und draußen die Flüchtlinge sah, die nach der Räumung des Camps einen Baum besetzt hatten. Während ich besoffen daran vorbeigelaufen bin, dachte ich: »Wow, vor 50 Metern war ich noch in dieser Szene-Kneipe, und plötzlich stecke ich mitten in einem Polizeieinsatz, wo jemand auf einem Baum sitzt. Jemand, der aus dem Sudan geflohen ist und jetzt in einer deutschen Platane hängt.« Diese Gegensätzlichkeit fand ich so irre, dazu musste ich was machen.
War mit diesem Bild im Kopf der Text schon fertig? 
Grim104: Das Texteschreiben empfinde ich so: Es ist ein bisschen wie bei Austern. Da dringt ein Sandkorn ein, und der Schleim, der sich darum bildet, wird irgendwann die Perle. 
Porky: Wow. Starkes Bild. Wir haben uns für dieses Album »Oblique Strategies« von Brian Eno geholt. Ohne Kryptik Joe mit seinen ganzen Selbstoptimierungsbüchern hätte ich manche Sachen nie ausprobiert. »Oblique Strategies« ist ein Kartenset, in dem Sätze stehen wie »Do something old« oder »If there is a choice, do both«. 
Testo: Klingt so, als hätte Brian Eno die Sprüche bei Urban Outfitters gekauft. 
Porky: Ja, das ist ziemlicher Quatsch, aber manchmal kommt man trotzdem auf neue Ideen. 

Weil wir vorhin noch von der poppigen Inszenierung sprachen: Was hat es mit dem aktuellen Deichkind-Song »Hauptsache nichts mit Menschen« auf sich?
 
Porky: Das ist mein Lieblingstrack. »Was willst du mal werden? – Hauptsache nichts mit Menschen.« Im Endeffekt ist es die Kritik an der Dauer-Informations-Flatrate, der du ausgesetzt bist, wenn du in dieser Gesellschaft lebst. 
Kryptik Joe: Bei dem Stück war der Titel zuerst da. Den fanden wir gut. Gerade auch für Deichkind, eine Band, die auf die Masse setzt. Ich fand den Bruch spannend. Klar, ich habe den Rummel supergerne, und ich bin auch gerne mit vielen Leuten zusammen, aber es gibt Phasen, wo mir das alles zu viel wird. Zum Beispiel, wenn wir die ganze Interviewrutsche durchmachen, und dann kommt einer rein und sagt: »Ich find euch ja gut, aber die Platte ist total scheiße.« Man will darauf locker und souverän antworten, merkt aber, dass die Motivation dazu immer dünner wird, bis man gar keinen Bock mehr darauf hat. 
Porky: Aber die eigentliche Inspiration zu dem Song stammt von dem Bildersammler Cornelius Gurlitt. Der hat mit seinen Bildern gelebt, mit ihnen geredet, dazu immer Feinbrot gegessen und Hagebuttentee getrunken, ohne Kontakt mit Menschen zu halten. Der hat nicht existiert in diesem System, wo wir anderen alle nicht mehr rauskommen. Gurlitt hatte noch nicht mal einen Personalausweis. Der hat sicher einen unfassbaren Frieden gehabt, und damit kann ich mich identifizieren. Ich wohne im Wald, und wenn ich in die City komme, habe ich Scheuklappen auf und bin immer froh, wenn ich Kryptic Joe sehe, der mich durch die Gegend führen kann. Alkohol und Drogen nehme ich, damit ich fähig bin, unter Leute zu gehen, ansonsten bin ich Eremit. 

Grim, du sagst in einem Track von »Alles brennt« wiederum: »Die Natur ist die Kirche Satans«.
Grim104: Ich komme aus einer ländlichen Umgebung und kann es nachvollziehen, wenn jemand die Schnauze voll von der Stadt und Bock auf Natur hat. Solche Phasen habe ich auch, aber diese Naturüberhöhung und diese Stadtflucht, die manche Leute betreiben, verstehe ich nicht so ganz. 
Porky: Das muss man sich halt auch leisten können. 

Mögt ihr Menschen?
 
Testo: Wir sind auf jeden Fall keine Misanthropen-Rapper. Man muss nicht mit jedem rumhängen, aber ja, ich mag Menschen. 
Grim104: Oh Gott, wenn ich jetzt sage: »Ja, ich mag Menschen, aber sie sind oft sehr dumm«, dann klingt das schon wieder so trottelig. Aber im Endeffekt mag ich Menschen. 
Porky: Ich denke, Menschen sind wie Ratten. Die überleben überall. Ich bin schon sehr enttäuscht worden von Menschen, aber um mal etwas komplett anderes zu sagen als das, was bis jetzt gesagt wurde: Das Licht ist stärker.


– Intro empfiehlt Deichkind »Niveau Weshalb Warum« (Sultan Günther / Universal / VÖ 30.01.15) Intro empfiehlt die Tour vom 08.04. bis 01.05.
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– Intro empfiehlt Zugezogen Maskulin »Alles brennt« (Buback / Indigo / VÖ 13.02.15) Intro empfiehlt die Tour vom 02. bis 24.04.

Deichkind

Niveau Weshalb Warum (Deluxe)

Release: 30.01.2015

℗ 2015 Sultan Günther Music

Zugezogen Maskulin

Alles brennt (Deluxe Version)

Release: 06.02.2015

℗ 2015 Buback Tonträger

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