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Bildergalerie: Früchte und Blumen in Dortmund

Das war das Juicy Beats 2010

Intro-Autor Christian Steinbrink ist seit Jahren Stammgast in Dortmund. Und auch 2010 sah er sich bestätigt, dass das Festival im Westfalenpark eines der abwechslungsreichsten des Sommers ist...
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Intro-Autor Christian Steinbrink ist seit Jahren Stammgast in Dortmund. Und auch 2010 sah er sich bestätigt, dass das Festival im Westfalenpark eines der abwechslungsreichsten des Sommers ist...

31.07.2010, Dortmund, Westfalenpark.

Manchmal ist es scheinbar ganz einfach: Da geht ein Festival mit harten Gitarren und stechenden Beats auch mal mitten in einem innenstädtischen Park über die Bühne, ohne dass Restriktionen der Stadtverwaltung allzu offensichtlich zutage treten. Das ist aber lang nicht der einzige Grund, warum sich das Dortmunder Juicy Beats zu einer der deutschlandweit wichtigsten Veranstaltungen seiner Art aufgeschwungen hat.

Als Kölner kennt man die Posse um den Jugendpark im Stadtteil Deutz, genauer um die vielen vergeblichen Versuche, dort Konzertveranstaltungen stattfinden zu lassen, nur allzu gut. Absurde Limits brachten bisher noch jeden Festivalmacher, der die wunderschöne Anlage bespielen wollte, an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Schaut man von hier aus ein paar Kilometer weiter nördlich, fragt man sich unweigerlich: Wieso ist all das im Dortmund so scheinbar einfach? Sicher, der Westfalenpark bietet viel Platz, ist mit etwa 70 Hektar einer der größten innenstädtischen Parks Europas. Trotzdem ist es nahezu unglaublich, wie reibungslos und angenehm hier alles zu klappen scheint. Auch dieses Jahr wieder, bei der insgesamt 15. Auflage des Eintagesevents.
Vom Stigma des reinen House- und Drum'n'Bass-Festivals hat das Juicy Beats sich schon beizeiten verabschiedet. Vor allem dadurch, dass man fast alle übrigen Konzertinstitutionen aus Stadt und Region an Bord geholt hat: Das Dortmunder Konzerthaus und das Freizeitzentrum West sorgen mit eigenen Bühnen und einem geschmackvoll ausgewählten Programm für Abwechslung, die Essener Beatplantation und das Hotel Shanghai werfen ihre Partymacher-Skills in die Waagschale. Das alles in einem Park, der im allerbesten Sinne dezentral ist. Verschlungene Wege führen zu den mittlerweile 21 Bühnen, und nirgendwo nervt der massive Overkill einer klassischen Mainstage. Pech hat nur, wer sich nur mäßig orientieren kann. Aber irgendwann im Laufe des Tages stellt sich der Überblick ganz automatisch ein.

Angesichts dessen hat das Juicy Beats es auch nicht nötig, mit großen Namen zu protzen. Viele Acts aus der Region haben hier Jahr für Jahr ihre Bühne und ihr Publikum, daneben avancieren Bands zu Highlights, die sonstwo eher das Nachmittagsprogramm bespielen: Die Punkrocker Turbostaat aus Flensburg etwa, mittlerweile mehr als nur ein Geheimtipp, oder die bayrische Balkan-Brass-Band LaBrassBanda. Flankiert werden sie von Altmeistern wie Tocotronic, Die Sterne, Zoot Woman und 2 many DJs, die die Festival-Crowd wieder Mal für sich einnehmen können.

Die eigentliche Stärke des Juicy Beats ist aber seine musikalische Vielfalt und die breitgefächerten Ausdrucksmöglichkeiten über den ganzen Park verteilt. Hier gibt es keinen Herdentrieb zwischen Main- und Alternative-Stage, und das kommt Künstlern zugute, die in solchen reinen Festivalbetrieben sicher untergehen würden. Und nicht zuletzt kommt dieses Festival auch Camping-Muffeln entgegen: Zelten gibt es hier nicht, nach 16 Stunden ist die Geschichte zu genüge auserzählt. Dann heißt es nur noch: Sich in den Regionalexpress schmeißen, ausnüchtern und auf die Reihe bekommen, was gerade eigentlich alles gewesen ist.


Mehr zur laufenden Festivalsaison unter www.intro.de/live/festivals.

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