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»Camping«

Candelilla

Nerven die? Liegen sie in Trümmern? Schneiden ihre Messer? Alles egal. Wenn Candelilla läuft, sind Gefahren ausschließlich als Chancen zu verstehen. 
Geschrieben am
Die Musikszene weiß: Man geht für Albumaufnahmen zu Tobias Levin in die Electric Avenue Studios, wenn man a) anstrengende Aufnahmen haben und b) seine beste Platte produzieren möchte. Bands wie Kante, Tocotronic oder Ja, Panik sind dafür gute Beispiele. Über die Aufnahmen von »Camping« ist zwar wenig bekannt; man kann aber jetzt schon konstatieren, dass die LP wohl das Durchbruchsalbum für Candelilla wird. Seit Jahren gilt die Band als Geheimtipp respektive beste Band der Neo-Postpunk-Welle, nun hat sie das unterstrichen. Der Titel der Platte ist dabei so vieldeutig wie handfest: Vielleicht meint er: aus sich rausgehen, neue Zelte aufschlagen, wilder werden. Oder es handelt sich um eine Beugung des Begriffs »camp«: kitschig, übertrieben, überhöht. Möglicherweise ist es auch als Referenz auf Max Müllers Band Campingsex zu verstehen. Gleichzeitig sind Mira Mann, Lina Seybold, Sandra Hilpold und Rita Argauer immer noch »trocken und staubig«, spröde, manchmal kurz vorm Kollabieren. Worte werden einfach ihres Klangs wegen abgefeiert, ohne dabei die Musik zu vernachlässigen: Manchmal flippern Geräusche umher, Stimmen verschmelzen mit Instrumenten, Krach wird zur Erlösung. Ganz eindeutig manifestieren Candelilla ihren Ruf, die konsequenteste Postpunk-Band Deutschlands zu sein. »Camping« ist ein melancholisches, poetisches Meisterwerk, das gefeiert werden muss in einer Zeit, die neue Helden gegen alte Bösewichter braucht.

Candelilla

Camping

Release: 03.03.2017

℗ 2017 Trocadero

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