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Moderat, Noga Erez, James Vincent McMorrow und mehr

So war das c/o Pop Festival 2017

Stadtfestivals haben ihren eigenen Reiz. Um so schöner, wenn es dann direkt vor der eigenen Haustüre passiert. Vom 16. bis 20. August fand in Köln wieder das c/o Pop Festival statt und lockte insgesamt über 30.000 Besucher zu den Konzerten. Wir waren dabei und fassen ein paar tolle Musiktage zusammen.
Geschrieben am
Mittwoch, Tanzbrunnen
Zur Eröffnung hat das c/o Pop Festival in diesem Jahr mit Moderat einen wirklichen Headliner zur richtigen Zeit gefunden. Erst wenige Wochen ist die Nachricht alt, dass das Trio bald eine Pause von unbekannter Dauer einlegen möchte. Dementsprechend voll ist es am Tanzbrunnen zur vorerst letzten Köln-Show. Anfänglich kämpft noch das Tageslicht gegen die Atmosphäre der Musik an, als sich langsam die Dunkelheit über den Tanzbrunnen legt, verändert sich jedoch spürbar die Stimmung. Die wobbelnden Technobässe animieren die meisten zusehends zum Tanzen und machen diesen Abend zu einem würdigen Abschied für Moderat.
Moderat live
Bild: Christian Hedel
Mittwoch, Stadtgarten
Wirklich niemand wirbelt so kindlich und zügellos, gleichzeitig taktvoll und anmutig über die Bühne wie Noga Erez. Den Saal des Stadtgartens stellt die Synthie-Akrobatin aus Tel Aviv kurz mal quer. Im Gefecht mit sich selbst, das innere Auge fest im Blick, flippt sie von links nach rechts, von vorne nach hinten, eigentlich überall dorthin, wo gerade Platz ist und wenn man sich so umsieht, ist klar, dass dieser Zauber ansteckend ist. Wir hätten jedenfalls nicht entzückter sein können! Erstaunlich ist es deshalb, weil ihre Tracks auch live vollkommen ausproduziert klingen, so als schmiegten sich die ratternden E-Drums, die plärrenden Percussions und die polternden Beats ans ausgefeilte Sounddesign der Studioaufnahmen. Noga Erez, das ist sicher, verschwindet so schnell nicht »Off The Radar«.

Donnerstag, Die Wohngemeinschaft
Macht es euch bequem, es ist Intro Intim. In der gemütlich Atmosphäre der Wohngemeinschaft lädt unser Magazin am späten Nachmittag zu einem Showcase-Programm mit drei außergewöhnlichen Künstlern. Den Auftakt macht Josin, die mit ihrer vielschichtigen Musik und intensiven Songs aus schwebenden Höhen, intensiven Bässen und instrumentalem Facettenreichtum beeindruckt. Das Kontrastprogramm bietet der österreichische Künstler Voodoo Jürgens, der mit seinem Wiener Dialekt und den heiteren Texten für eine ausgelassene Stimmung sorgt, um anschließend von SCHWARZ, bekannt geworden mit seiner Band Voltaire, abgelöst zu werden. Mit seiner klaren Stimme, der akustischen Gitarrenbegleitung und den gefühlvollen Texten lässt der Sänger den gelungenen Abend melancholisch ausklingen.
Donnerstag, Gloria 
Weiteres Highlight hält der Donnerstagabend bereit. Tash Sultana verwandelt das proppenvolle Gloria in einen psychedelischen Reggae-Soul-Tempel, in dem man neben stickiger Luft vor allem viel Liebe atmet. Das entgeht auch der Multiinstrumentalistin aus Melbourne nicht: »Such a pleasure to be here. German people have so much love to give. Honestly, I love you all!« Und was ist das eigentlich für eine wilde Performance? Synthies, Panflöte, E-Drums, Percussions und eine E-Gitarre, die die Australierin in bester Hendrix-Manier bearbeitet – und das alles im Loop? Kein Problem für Tash Sultana, die natürlich auch zwei Mikros braucht: eins zum Singen, das andere zum Beatboxen – was auch sonst?

Donnerstag, Funkhaus am Wallrafplatz
Die c/o Pop bietet 2017 weitaus mehr, als nur Konzerte. So findet im Funkhaus des WDR die internationale Premiere von »Conny Plank – The Potential Of Noise« statt. Der Sohn des legendären Produzenten begibt sich für  die Doku zusammen mit Co-Regisseur Reto Caduff auf Spurensuche in der eigenen Biographie und zeichnet den Lebensweg seines Vaters nach, den er selbst kaum kennenlernen durfte und ihn oft nur bei der Arbeit am Mischpult erlebte. Der Film ist insgesamt leider etwas konventioneller, als es der Trailer hatte erwarten lassen. Der Fokus liegt deutlich auf der Stilisierung Planks zum Wunderproduzenten, statt in der Auseinandersetzung mit seiner Rolle als abwesender Vater. Dennoch, ein sehenswerter Musikfilm.
Pabst beim Intro Intim
Bild: Christian Steinbrink
Freitag, Gloria Theater
Erstaunlich, wie sehr sich James Vincent McMorrow über die Jahre verändert hat.  Während die ersten Shows des Iren, zumeist als Solist, noch von zurückhaltendem Folk mit fragiler, dennoch ausdrucksstarker Stimme geprägt waren, ist seine Show mittlerweile von einer massentauglichen und manchmal käsigen Theatralik bestimmt. Selbst die alten Songs, die immer noch zu seinem Set gehören, sind kaum wiederzuerkennen und werden zu relativ konturlosem Folkrock. Verwirrend sind zudem McMorrows Visuals, die oft eher an alte Bildschirmhintergründe von Microsoft erinnern.

Samstag, Nunk Music
Am sogenannten Super-Samstag laden traditionell zahlreiche Boutiquen, Plattenläden und andere Geschäfte im Belgischen Viertel zu charmanten Instore-Gigs, bei denen es für gewöhnlich jede Menge Newcomer zu entdecken gibt. Auch wir haben es uns dieses Jahr nicht nehmen lassen, einmal mal mehr zu Nunk Music einzuladen und ebenfalls gute Live-Musik in einem besonderen Ambiente zu präsentieren. Pabst machen mit ihrer psychedelisch angehauchten Post-Grunge-Interpretation den Anfang und passen damit ganz hervorragend in den dicht bepackten Plattenladen. Nachdem das Intro DJ-Team mit Post-Punk, Disco und anderen Spielarten die Zeit bis zum nächsten Gig überbrückt hat, folgt mit Swutscher eine kuriose wie höchst unterhaltsame Mischung aus Cow-Punk und Liedermacher-Tradition, bei der das Publikum selbst nach dem letzten Song noch mehr fordert.
Swutscher beim Intro Intim
Bild: Christian Steinbrink
Samstag, Funkhaus am Wallrafplatz
Bisher hat Mike Hadreas alias Perfume Genius seine aktuelle Europa-Tournee zumeist in schummrigen Clubs und Souterrain-Bars bestritten. Auf der Theaterbühne des Klaus-von-Bismarck-Saals im WDR-Funkhaus kommt sein theatralisches Acting aber auch gut zur Geltung – etwa so wie bei einer Probe eines Tanztheaters. Hadreas liefert die ganze Palette von düsterem Electro-Rock bis hin zu sanftem Piano-Pop und unterstreicht die Klasse seines aktuellen Albums »No Shape«. Einzig seine Band, die an ein Trio relativ desinteressierter Mietmusiker erinnert, schmälert die Emotion von Hadreas’ Auftritt.

Sonntag, Stadtgarten
Im Vergleich zu seiner Solo-Performance am Donnerstag beim Intro Intim tritt SCHWARZ im Stadtgarten mit vierköpfiger Bandbegleitung und ordentlich Lautstärke an. Die Akustikgitarre ist verschwunden, stattdessen brummt ein satter Bass brummt und der Takt drängt in Richtung Dancefloor. Das Publikum findet sich schnell zurecht und feiert das noch recht frische Projekt mit frenetischem Beifall. Im Anschluss werden auf dieser Bühne noch Mavi Phoenix und Lea Porcelain das Festival beenden.

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