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»Es war keiner darauf gefasst, was auf uns zu kam«

Bassgang im Gespräch

Seit rund vier Jahren bereichert die Bassgang nun schon das Berliner Nachtleben um Facetten der Club-Kultur, die weit über den allgemeinen Techno- und House-Kanon hinaus gehen. Wir haben J.Cloud, Gofi, Minoto, Ostblokkk und Tuan:Anh anlässlich des Auftakts von »City Charged«, einem neuen Filmprojekt zum Launch des Nike LunarCharge, ein paar Fragen gestellt.
Geschrieben am
Als ihr euch im vergangenen Jahr zurückgezogen habt, störte euch vor allem der oberflächliche Hype um Spielarten wie Grime und Trap. Was hat euch letztendlich dazu bewogen, nun wieder zurückzukehren?
Als wir 2012 mit unsere Eventreihe »Nachbarschafts Bass« begonnen haben, wollten wir damit in Berlin eine musikalische Nische pushen. Dabei war es uns wichtig, mit unseren Bookings einen musikalischen Rahmen zu schaffen, der vor allem vielfältig sein sollte. Wir wollten mit unserem noch jungen Publikum, dass anfangs nur aus Freunden und engen Bekannten bestand, gemeinsam wachsen und eine musikalische Entwicklung durchlaufen, die bei Grime und Trap anfing und später auch an Genres wie Garage, Bassline, Footwork, Jeresey Club, Kuduro und so weiter Anbindung finden sollte. Schnell wurde uns aber klar, dass die Trap und Grime Elemente mehr Aufmerksamkeit erhielten, als alles andere. Dadurch wurde es uns wiederum erschwert, Künstler aus anderen Genres zu buchen – nur darauf reduziert zu werden, war aber nie unser Wunsch.

Hat sich mit der Auszeit auch etwas an eurer Philosophie geändert oder ging es dabei eher um das Innehalten und Reflektieren an sich?
Beides eigentlich. Jeder von uns hatte sich ein Stück weit zurückgezogen, um auch im privaten Leben wieder Ordnung zu schaffen. Da die ganze Sache aus Spaß und Leidenschaft begann, war keiner darauf gefasst, was auf uns zu kam. Die Auszeit hat uns nochmal die Möglichkeit gegeben, unsere Ziele neu zu setzen und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren – Musik! An der Philosophie hat sich kaum etwas geändert. Der Sound und die Energie sind immer noch die gleiche geblieben – nur mit dem Unterschied, dass unsere Vision jetzt noch klarer und ausgereifter ist.

Wie habt ihr die Entwicklung um die verschiedenen Facetten der UK-Bass-Kultur in den vergangenen Jahren beobachtet? Schadet die Popularität gewisser Protagonisten dem harten Kern der Szene oder zahlt er vielleicht sogar auf ihn ein?
Repräsentative und berühmte Künstler, die aus einer stark geprägten Szene entstehen oder kommen, sollten sich immer bewusst sein, was sie mit ihrer Musik machen. In erster Linie kommt es natürlich immer auf den Künstler an sich an. Behält er den authentischen Stil oder verändert er den Sound, um mehr Popularität zu bekommen? Skepta und Lil Silva stammen beispielsweise jeweils aus der Grime- und UK-Funky-Szene. Beide sind mit ihren Produktionen in den Mainstream vorgedrungen, ihren Sounds und Wurzeln aber auch immer relativ treu geblieben. Vor allem Grime bekommt zurzeit mehr Aufmerksamkeit als je zuvor und wir finden das auch gut so. Solange die Musik und die Künstler authentisch bleiben, kann die Kultur davon nur profitieren.

Verglichen mit der hiesigen Techno- und House-Szene sind Strömungen wie Garage, 2-Step oder Grime noch immer ein Stück weit Randphänomene – wie erklärt ihr euch das?
Wir glauben eher, dass das kulturell bedingt ist. Strömungen wie UK-Garage, 2-Step oder Grime kommen aus Großbritannien und haben dort bereits früh eine ganz eigene Kultur geschaffen. Jedoch ist die Kultur dieser Genres nicht so groß wie bei Techno oder House, was ja wiederum weltweit sehr beliebt ist. Es fordert daher immer ein bisschen Eigeninitiative für »Aussenstehende«, die nicht über ihre lokale Nähe zu solchen Musikarten Zugang zu finden. Außerdem gibt es zurzeit, aus unserer Sicht, (noch) zu wenig Produzenten aus dem Garage- und 2-Step-Bereich, die das Genre vorantreiben und dabei trotzdem die alte Energie und die entsprechenden Key-Elements mitbringen. Grime hingegen hat sich bereits im Mainstream etabliert. Hier sind es vor allem die Ähnlichkeiten zu Hip Hop und Rap, die kulturellen Barrieren gar nicht erst aufkommen, sondern beide Szenen ineinander fließen lässt.

Wieso nutzt ihr euer Standing nicht deutlicher, um Musik aus dem Dunstkreis eurer Crew zu veröffentlichen und vielleicht auch als so etwas wie ein Label in Erscheinung zu treten?
Neben unserer Eventreihe »Nachbarschafts Bass« haben wir auch versucht, eine Plattform für Künstler, bestehend aus unseren Freunden und Netzwerken, zu schaffen und diese dann auch zu pushen. Wir merkten aber, dass wir als Kollektiv noch nicht da waren, wo wir sein wollten. In erster Linie werden wir an unseren eigenen Projekten arbeiten, um später auch Möglichkeiten für andere Künstler bieten zu können.

Welche Pläne habt ihr für das kommende Jahr?
Wir wollen auf jeden Fall international aktiver werden und unseren Sound auch in andere Städte bringen. Durch die Events in Berlin haben wir viele Acts aus dem Ausland geholt und uns dadurch ein breites Netzwerk aufgebaut. Nun ist es für uns an der Zeit, mit dem Auflegen aus Berlin und Deutschland raus zu kommen. Unsere beiden Eventreihen »Rush Hour Nights« und »BASSGANG CLUBNIGHT«, die wir erst vor kurzem gestartet haben, wollen wir im nächsten Jahr weiter vorantreiben. Beide Projekte folgen zwei relativ unterschiedlichen musikalischen Grundkonzepten und sind aus der Idee entstanden, unsere musikalische Vielfalt in zwei Veranstaltung zu trennen. Beide Eventreihen haben sich innerhalb kürzester Zeit zu einem zweiten Zuhause für uns und unsere Freunde entwickelt. Es werden auf jeden Fall bald noch weitere Projekte dazukommen und wenn dann noch Zeit übrig bleibt, fangen wir noch mit dem Produzieren an! 

Für aktuelle Sets der Bassgang folgt ihr der Clique idealerweise auf Soundcloud. Neuigkeiten und Infos rund um die Events gibt es auf Facebook zuerst.  

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