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Soundcheck im Wald

Band Of Horses live in Köln

Vor ihrem Support-Slot für Beck in Berlin und diversen Festival-Auftritten leistet sich die Band Of Horses ein ausgedehntes Solo-Konzert in Köln. Währenddessen ist die Band mindestens ebenso euphorisiert wie ihre Fans. 
Geschrieben am
20.06.2016, Köln, Gloria

Wenn man jemanden online kennenlernt, sollte man sich beeilen, der Person auch in real zu begegnen. Zu groß sind sonst die Erwartungen, zu phantastisch die Fantasien, zu groß der Druck und die Aufregung. Nichts anderes gilt für Lieblingsbands, die einen schon eine Weile medial begleiten. Für ein erstes Date kann dann auch nichts zu kitschig sein, also muss im Falle der Band Of Horses das Gloria-Theater her, und alle Beteiligten haben sich nur so schick gemacht, wie es nötig erscheint. Es gibt Bier und Cola. Die Band kann man nämlich voraussichtlich in diesem Jahr in Deutschland nicht mehr live sehen, es gibt nur diese Chance. Wir haben sie ganz für uns alleine und sie uns. Keine Vorband, kein späterer Haupt-Act, keine Festivalmeute, nur wir, Eingeweihte. Intimität mit 900 Leuten. Sänger Ben Bridwell empfindet das ebenso, und kündigt an, eine lange Show spielen zu wollen, es sei schließlich »our night«. Der Banner im Bühnen-Hintergrund, auf dem ein Wald zu sehen ist, die tropfenden Haare der Fans und die generelle Rumpeligkeit (oder Betrunkenheit?) der Band erinnern jedoch trotzdem an ein Festival. Vieles ist heute Abend unperfekt, das neue Album »Why Are You Okay« ist gerade mal zehn Tage erhältlich. Es stimmt noch nicht alles, es wird sich verspielt, der Text sitzt nicht, wir lachen alle darüber. Normales Date also.

»Why Are You Okay« steht seinen Vorgängern zwar in nichts nach, aber selbstverständlich sehnen sich die Fans nach dem alten Zeug und werden nicht müde, es in Richtung der fünf Männer zu brüllen. Erste Erkenntnis des Abends: Egal wie wenig mackerig eine Band daherkommt, es finden sich immer noch ein paar Typen, die gröhlen und gestikulieren (ein Arm nach schräg-oben boxen, falsche Lyrics auf den Lippen, »Bitte, beachte mich«-Blick) als wären sie bei den Onkelz. Zweite Erkenntnis: Die Band Of Horses klingt am Besten, wenn sie ihre leisen, atmosphärischen Songs spielen. Tatsächlich kommen Stücke wie »Is There A Ghost«, »Detlef Schrempf«, »No One’s Gonna Love You« und selbstverständlich »The Funeral« beim Publikum am besten an. Als Opener funktioniert »Dull Times/The Moon« mit dem gleichen Schema sehr gut. Die schnelleren Nummern »Islands On The Coast«, »Weed Party« oder »Casual Party« bringen es hingegen nicht so und wirken zu sehr nach austauschbarem Festival-Nachmittagsprogramm. Irgendwas zwischen ruhig und Uptempo ist wohl die Überraschungsnummer auf »Why Are You Okay« namens »Country Teen« und sorgt für den schönsten Moment des Abends. Gesungen wird der Song nämlich nicht von Bridwell, sondern vom Gitarristen Tyler Ramsey, der einfach mal dem Frontmann die Show stiehlt. Ja, liebe Band Of Horses, so kann das mit uns was Analoges werden.

Band of Horses

Why Are You OK

Release: 10.06.2016

℗ 2016 Band of Horses, under exclusive license to Interscope Records

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