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Kokettieren mit der Unschuld

Au Revoir Simone Live

Die langhaarigen Sirenen, die man aus Pressefotos und Video kennt, verwandeln sich vor den Augen der Intro-Gesandten zu Musikerinnen, vertieft in ihrer Musik und jede auf ihre Art.
Geschrieben am
02.03.07, Köln, Studio 672.

Au Revoir Simone sind nicht auf der Bühne oder hinter der Bühne. Dort, wo man sie vermutet, so unmittelbar vor Konzertbeginn. Nein, Erika, Heather und Annie hüpfen fröhlich-aufgeregt um ihren Merchandising-Tresen genau am anderen Ende des Clubs gegenüber der Bühne. Dort präsentieren sie eigenhändig Au Revoir Simone-verzierte T-Shirts, Vinyl-Singles und pincushions (ja, richtig gelesen: Nähkissen).

Dann schneller Wechsel auf die Bühne: Keyboards und Mikrofone stehen bereit, die Show kann beginnen. Sie setzen zum dreistimmigen Gesang an, spielen verträumt auf ihren Keyboards, klatschen ab und an zu ihren Drumcomputer-Beats. Sie wechseln von fröhlichen Synthie-Pop-Songs zu romantisch-entrückte Winterlandschaften zu atmosphärischen Abschiedspoesieklängen.

Allein das Mädchenhafte und gewollt Niedliche sind bei Au Revoir Simone nur flüchtige Posen, ein Kokettieren mit der Unschuld. Und dann ist da noch Annie: Einmal in Euphorie getanzt, wird sie Mittelpunkt der Performance. Sie wippt, schwingt, wechselt zwischen ihren zwei Keyboards, hält den Takt durch Headbangen. Und das ins Gesicht flatternde Haar wird kurzerhand zwischen zwei Songs mit einem Haargummi gebändigt: Das Praktische siegt über Eitelkeit und Image. Die langhaarigen Sirenen, die man aus Pressefotos und Video kennt, verwandeln sich vor unseren Augen zu Musikerinnen, vertieft in ihrer Musik und jede auf ihre Art.



Matthias Manthe findet:
"Wo auf Platte das Versinken in daherwabernden Synthieflächen ausdrücklich erwünscht zu sein scheint, macht die Live-Performance hellwach. Zu verdanken ist das vor allem Annie Harts Nonkonformismus. Während nämlich Heather und Erika in Gestus und Optik schick die mädchenhaften Virgin Suicides-Galionsfiguren geben, wirbelt sie begeistert und begeisternd zwischen ihren zwei Keyboards hin und her, dass es eine Freude ist. Und bricht mittendrin mit dem Einheitslook, als sie, in ein Bandshirt gekleidet, einem praktischen Zopf den Vorzug vor dem Retropony gibt. Da haben wir alle gerne hingeguckt. Musikalisch sehr toll auch Rod Stewarts "Young Turks" als Zugabe."

Während Christoph Dorner meint:
"'What have I become', hab ich mich im ersten Moment gefragt, als ich die Hippie-Mädchen aus New York bei ihrem Tastengedrücke und Geklimper am Samstag im Berliner Bastard sehen durfte. Früher sind einem auf Konzerten Gitarren und Menschen um die Ohren geflogen, bei Au Revoir Simone ärgert man sich, dass das Publikum sich nicht an den Händen fasst und einträchtig "so let the sunshine, so let sunshine, let it come" singt. Model-Gestus, Charme, und ein Portion Dilettantismus - genau das richtige für die Hauptstadt. Ähnlich wie bei den Referenzen Azure Ray oder Mates of State kann man aber auch im Bett bleiben und sich einen Konzertbesuch sparen. Denn da müssen einem Gitarren und Menschen um die Ohren fliegen. Unrockbar, diese Mädchen. Aber trotzdem schöne Musik."

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